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Harlan Coben: In seinen Händen

In seinen Haenden von Harlan Coben
In den spannenden Geschichten aus der Feder von Harlan Coben geht es meistens um Menschen die plötzlich verschwinden. Manche tauchen wieder lebendig auf, doch es gibt auch den einen oder anderen Verlust zu beklagen. Besonders gut gefällt mir, dass es immer sehr komplexe Handlungsgeschehen sind, die hier niedergeschrieben werden, in deren Verlauf dann sich alles durchaus um 180° drehen kann und nichts mehr so ist wie es scheint.
AuchIn seinen Händen“ macht da keine Ausnahme, anfangs besteht das Buch aus zwei Handlungsteilen, die lange Zeit nichts miteinander zu tun haben, aber dann passiert etwas, was dann beide Teile als komplexe Handlung erscheinen lassen und der Auto weiß ganz genau wie er seine Leser fesseln kann, denn die Spannung bleibt durchgehend erhalten und am Ende setzt er dann noch eine unerwartete Wendung oben drauf, die ich für meinen Teil so nicht vermutet hatte.
Hier gebe ich einen kleinen Einblick in das fesselnd geschriebene Buch, das ich kaum aus den Händen legen konnte.
Dan Mercer trainiert und engagiert sich für problembehaftete Jugendliche. Als ihn ein Hilferuf eines seiner Schützlinge erreicht, fackelt er nicht lange und eilt zu der angegebenen Adresse. Wenig später prangert sein Bild in allen Medien, denn Wendy Tynes eine bekannte Reporterin von NTC News hatte ihn vor laufender Kamera in eine Falle gelockt und ihre Frage: „Sind Sie hierhergekommen um mit einer 13-Jährigen Sex zu haben?“ lässt ihn erstarren. Wenig später muss er sich vor Gericht verantworten….
Haley McWaid steht kurz davor ihren Highschool-Abschluss. Sie gilt als zuverlässig und als gute Schülerin. So kann sich auch niemand erklären warum sie plötzlich spurlos verschwindet. Ihre Eltern und Geschwister können sich keinen Reim darauf machen. Eine großangelegte Suche beginnt, doch sie verläuft ohne einen Hinweis darauf, wo sie sein könnte….
Wie bereits erwähnt verschmelzen dann die beiden Handlungsteile, wie und warum, wird hier nicht erzählt, obwohl der Titel des Buches schon etwas suggeriert, doch auch hier muss man wieder daran erinnern, dass schon oft in Harlan Cobens Büchern anfangs die Handlung in eine Richtung steuert, die sich dann aber auch wieder ganz schnell ändern kann. Dieses Buch ist  von Anfang an spannend, fesselnd und im Verlauf dann auch sehr wendungsreich, so dass ich es jedem Thriller-Fan nur wärmstens empfehlen kann. Die über 400 Seiten fliegen nur so dahin, wenn man erst einmal ins Geschehen abgetaucht ist.
Als kleines Schmankerl gibt es ganz hinten im Buch noch eine Leseprobe von „Ich vermisse Dich“. Dieses ebenfalls sehr spannende Buch hatte ich im Vorfeld schon gelesen und auch hier bereits vorgestellt.
Fazit: Harlan Coben weiß genau wie er seinen Lesern spannende Geschichten präsentieren muss und auch diesmal ist daraus ein Page-Turner geworden, den ich nur empfehlen kann!
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Marie Hermanson: Der unsichtbare Gast

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Die ungekürzte Lesung dieses schnell fesselnden Hörbuchs hat Britta Steffenhagen übernommen. Sie kann ihre Stimme sehr gut modulieren und so hat man durch ihre gekonnte Lesart auch keine Schwierigkeiten, die unterschiedlichen Figuren zu unterscheiden. Zeitweise verschwimmt ein wenig die Handlung in einer anderen Zeitebene, doch als Zuhörer hat man keine Schwierigkeiten wieder in der Jetztzeit anzukommen, leitet die Stimme von Frau Steffenhagen einen doch wie eine „unsichtbare Hand“ durch das Geschehen.
Martinas Leben als Zimmermädchen ist nicht einfach und es wird ihr im Beruf viel abverlangt. Sie wohnt zur Untermiete in einem kleinen Zimmer, was ihr aber gerade gekündigt wurde und so ist ihr erster Gedanke, dass sie wieder bei ihren Eltern einzieht. Doch ihr ehemaliges Kinderzimmer ist nicht mehr existent und so sitzt sie auf der Straße. Da kommt ihr Tessan gerade recht. Die beiden jungen Frauen kennen sich vom Gymnasium und man kommt ins Gespräch. Tessan erzählt von ihrer Arbeit als Haushälterin auf Gut Glimmenäs, dass allein von Florence Wendman, einer alten Dame, bewohnt wird.
Tessan hat die Idee, dass Martina sie nach Glimmenäs begleitet. Das Haus hat Charme und man ahnt noch den Glanz vergangener Zeit. Im Innern scheinen die Uhren stehen geblieben zu sein, Martina fühlt sich wie in einem Film der um 1943 spielt. Als sie dann Florence Wendman kennenlernt, verstehen die beiden sich auf Anhieb, so dass sie sie Tante Florence nennen darf und für Kost, Logie sowie ein kleines Taschengeld wird sie ihre Sekretärin.
Nicht nur das Haus hat sich seit 1943 nicht verändert, auch Florence lebt geistig in dieser Zeitebene und da ist es nicht verwunderlich, dass Tessan und Martina sich aus dem vorhanden Kleiderfundus  aus der Zeit bedienen und so ihre Arbeit verrichten.
Lange Zeit ist es die Idylle pur und alle sind zufrieden bis sich ein folgenschwerer Autounfall sozusagen vor der Haustür ereignet. Eine junge extrem dünne junge Frau sitzt im Unfallfahrzeug und ist verletzt, doch sie lehnt vehement ärztliche Hilfe ab und so wird sie auf Glimmenäs ebenfalls aufgenommen und schon bald hat sie sich das Vertrauen Florence erschlichen, was zu einigen Turbulenzen führt.
Die junge Frau bleibt nicht der letzte Neuzugang auf dem Gut, bald gesellen sich zwei junge Männer hinzu, die Martina und Tessan in einem Nachtclub aufgabeln. Für alle hat Florence Arbeit und Verwendung und alle kommen gut mit der „Zeitverschiebung“ klar bis Florence dann bei einem Spaziergang einen Schlaganfall erleidet und das Bewusstsein verliert……
Wer meint, dies ist doch keine Krimi-Geschichte, der irrt sich ganz gewaltig, denn ab jetzt beginnt es turbulent zu werden und die Ereignisse überschlagen sich. Als die jungen Menschen aus dem Krankenhaus zurückkehren, wartet ein Mann auf sie, der meint er sei der rechtmäßige und eventuell baldige Erbe dieses Hauses. Unterschiedliche Emotionen schlagen ihm entgegen, denn niemand kann so recht mit seiner etwas arroganten Art umgehen. Und plötzlich kommt eine Waffe ins Spiel…..
Wer „Der unsichtbare Gast“ eigentlich ist, erfährt man erst ganz am Ende dieses richtig gut gelungenen Hörbuchs. Besonders bewegend und anrührend ist die tragische Lebensgeschichte von Florence Wendman, die Martina von einer am Krankenbett sitzenden Bekannten der alten Dame erfährt. Der Autorin ist es gelungen aus einer sommerlichen Idylle eine ganz langsam sich entwickelnde unheilverkündende Atmosphäre heraufzubeschwören von der man anfangs überhaupt keine Ahnung hat, was mir besonders gut gefällt.
Fazit: Aus einer sommerlichen Idylle heraus kommt es zu einer sich langsam entwickelnden spannungsgeladenen Situation, die dann eskaliert und mit einem Knall endet, was man anfangs nie vermutet hätte!  Britta Steffenhagen führt den Zuhörer mit Ihrer Stimme wie eine „unsichtbare Hand“ durch das Geschehen und dabei ist Spannung garaniert!
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