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Dora Heldt: Wir sind die Guten

Nachdem im letzten Jahr die Autorin mit „Böse Leute“ ihr Krimi-Debüt veröffentlicht hatte, gibt es jetzt „Nachschlag“ in dieser Richtung, welches in Buchform bei dtv erschienen ist.  Erneut kombiniert Dora Heldt den bekannten Humor aus ihren bisher veröffentlichten Romanen mit einer spannenden Kriminalgeschichte, die wiederum auf der Insel Sylt angesiedelt ist.
Das bewährte private „Ermittlerteam“ um Karl Sönningsen, der früher ja mal Revierleiter der Polizei in Westerland war und nun eigentlich seinen Ruhestand genießen könnte, was aber ganz gegen sein Naturell ist, hat wieder alle Hände voll zu tun und diesmal kreuzen auch Walter und Heinz in der Geschichte auf und mischen dann bald in Sachen eigene Ermittlungen in der turbulenten, aber auch sehr spannenden Geschichte mit!
Zu Beginn ist für Charlotte und Inge aus obigem Ermittlerteam noch alles märchenhaft, gönnen sie sich doch heimlich eine Putzfee, namens Sabine, während ihre Männer Heinz und Walter saunieren.  Doch die beiden dürfen davon nichts mitbekommen, handelt es sich hier doch um „Schwarzarbeit“…
Im Verlauf wird dann genau diese Putzfee Sabine durch ihre Vermieterin bei Karls Team als vermisst gemeldet. Aus anfänglichem zaghaften Vortasten, wo die Vermisste sein könnte, entpuppt sich die Suche, dann als weitreichender Kriminalfall, dessen Lösung in die Vergangenheit und aufs Festland führt, wo dann auch wieder der eine oder andere Eierlikör bei der Ermittlung hilft……
Die Sylter Polizistin Maren Thiele ist auch wieder mit von der Partie. Sie beschäftigt sich damit den rätselhaften Tod eines Mannes aufklären, den man erst nach einigen Tagen unterhalb der roten Klippen aufgefunden hatte. Die Identifizierung ist schwierig und als man dann endlich die Angehörigen benachrichtigen kann, weiß niemand warum er sich auf der Insel aufgehalten hat…..
Es ist Dora Heldt erneut mit „Wir sind die Guten“ ein wunderbares Buch gelungen.  Es liest sich flüssig und einmal angefangen, kann man sich schwer wieder davon lösen. Die Charaktere sind so gut beschrieben, dass man das Gefühl hat, diese Leute kennt man persönlich und auch die privaten und polizeilichen Ermittlungen – die sich zum Ende hin dann noch dramatisch zuspitzen – sind anschaulich und wieder mit dem bekannten Augenzwinkern versehen.
Fazit: Volle Punktzahl für diesen spannenden und humorvollen Krimi, der noch einen Extrapunkt für die wunderbare Besetzung der privaten wie auch polizeilichen Ermittler von mir bekommt! Unbedingt lesen!

 

Dora Heldt: Wir sind die Guten – Hörbuch

Bei GoyaLit ist das gleichnamige Hörbuch erschienen. Hatte ich das Krimi-Debüt „Böse Leute“ als Hörbuch, vorgetragen von der Autorin selbst, genossen, hat bei „Wir sind die Guten“ nun die Schauspielerin Anneke Kim Sarnau diesen Part übernommen, womit ich mich nicht so ganz anfreunden konnte. Was nicht heißen soll, dass Frau Sarnau ihre Sache schlecht macht, eher ungewohnt, verbinde ich die Romane und Bücher von Dora Heldt doch bisher auch immer mit ihrer eigenen Stimme, der ich persönlich auch schon mal bei einer Lesung lauschen durfte!
Von der ungewohnten Vorleserin mal abgesehen, ändert das aber an der spannenden und fesselnden Kriminalgeschichte überhaupt nichts, die nun auch noch durch zwei weitere „Spürnasen“ mit Namen Walter und Heinz verkomplettiert wird. 
Fans der Bücher von Dora Heldt braucht man die beiden Herren nicht extra vorstellen,  haben sie sich doch durch ihren ganz besonderen Charme, schon ihn die Herzen der Leser geschlichen.  Kennt man doch ihr Engagement und ihre Hilfsbereitschaft schon z.B. aus  „Urlaub mit Papa“ oder „Tante Inge haut ab“. Hier kommen nun ihre ganz besonderen Talente wie „durchdachtes Handeln“ mit ganz „spontanen Eingebungen“ in Sachen Ermittlungen zum Einsatz und bilden somit den humorvollen Part der Kriminalgeschichte. Außerdem wandeln sie sich von charmanten Romanhelden zu kriminalistischen Spürnasen und ich könnte mir gut vorstellen, dass sie beim nächsten „Einsatz“ ins private „Ermittlerteam“ um Karl Sönnigsen integriert werden….
Fazit: Trotz ungewohnter Lesestimme – diesmal von Anneke Kim Sarnau  und nicht wie gewohnt von der Autorin selbst vorgetragen – vereint dies Hörbuch Spannung und Humor und somit ist gute Unterhaltung garantiert. Bitte weiter so und mehr davon!  
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Yrsa Sigurdardóttir: DNA

DNA von Yrsa Sigurdardottir

In Islands Hauptstadt Reykjavík geht das Grauen um: Elisa ist allein zuhause mit ihren drei kleinen Kindern, denn ihr Mann Sigvaldi ist zu einer medizinischen Konferenz gereist. In der Nacht steht plötzlich die kleine Margrét vor Elisa Bett und erzählt ihr, dass jemand im Haus ist…..
Einige Stunden später wird die Polizei von der Nachbarin alarmiert, denn die beiden kleinen Söhne von Elisa stehen in der Kälte auf der Straße. Auf mehrmaliges Klingeln und Klopfen der Nachbarin  hatte sich nicht im Haus geregt. Dann machen die eingetroffenen Polizisten eine schreckliche Entdeckung:  Elisa liegt grauenvoll zugerichtet tot in ihrem Bett…..
Für die Polizisten ist es ein schrecklicher Anblick, aber welchen Alptraum muss die kleine Margrét durchlebt haben,  denn man findet sie zusammengekauert unter dem Bett der toten Mutter…..
Die Befragung der einzigen kleinen Zeugin ist schwierig und bedarf besonderer Fachkenntnisse. Freya vom Jugendamt kommt da ins Spiel und im Verlauf übernimmt sie eine ganz besondere Aufgabe…
Der ermittelnde Beamte heißt Huldar und da es sein erster großer Fall ist, muss er seinem Chef beweisen, dass er dieser Verantwortung gewachsen ist, denn dieser verlangt schnelle sichtbare Ermittlungsergebnisse. Doch leider bleibt es nicht bei der einen grausam zugerichteten Toten und Huldar und sein Team haben alle Hände voll zu tun, zumal der Täter rätselhafte Botschaften hinterlässt….
Dies ist ein Handlungsteil. In einem weiteren lernt der Leser Karl und seine beiden Freunde kennen. In ihrer Freizeit beschäftigen sie sich mit Amateurfunk. Eines Tages empfängt Karl auf einer Frequenz merkwürdige Zahlenkombinationen, die ihm Rätsel aufgeben…
Es gibt noch weitere Puzzleteilchen, die sich dann im Verlauf zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Fand ich das Rätselraten um die Zahlenkombinationen und die Entschlüsselung der Botschaften noch spannend und interessant, so muss ich einige Abstriche beim Nachvollziehen des Motivs des Täters bzw. den Auslöser für diese brutalen Taten machen. Die langwierige Suche nach dem „gemeinsamen Nenner“ der Opfer und dann die „kurze“ Erklärung wie alles zusammenhängt, passen irgendwie nicht zu dem sonst bekannten Schreib- bzw. Erzählstil der Autorin. Besonders die anhaltende beklemmende Spannung wie ich sie z.B. aus „Nebelmord“ kenne, fehlt mir hier bei „DNA“ ganz.
Fazit: Schade, aber dies Buch reicht m.E.  nicht an die vorherigen Bücher der Autorin heran

 

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Dora Heldt: Böse Leute

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Bisher hat die Autorin erfolgreich humorvolle Romane wie z.B. „Urlaub mit Papa“ oder „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen“ sowie Kolumnen in Zeitschriften geschrieben, die dann auch als Hörbuchfassung unter dem Titel „Jetzt mal unter uns“ erschienen sind. Jetzt hat sie ihren ersten Kriminalroman veröffentlicht und gleich mal die Lesung für die Hörbuchfassung übernommen.
Wie auch zum Teil ihre Romane spielt die Handlung von „Böse Leute“ auf der Insel Sylt und wer die vorherigen Bücher kennt, der wird die eine oder andere mitwirkende Person hier in der Handlung wiedererkennen, was aber keine Voraussetzung ist, um der Geschichte folgen zu können.
Hier gibt es einen kleinen Einblick ins Geschehen, dass wieder ganz typisch Dora Heldt mit einer guten Prise Humor angereichert ist, was mir gut gefallen hat!
Im Prolog erfährt man, dass Diebe auf der Insel ihr Unwesen treiben, doch es sind nicht die protzigen Villen, die sie verwüsten, nein, sie haben es auf die Häuser älterer alleinstehender Damen abgesehen und manchmal ist auch nur alles verwüstet ohne das etwas fehlt! Das Dreiste an der Sache ist, dass die Diebe am helligten Tag zuschlagen, ohne irgendwelche brauchbaren Spuren zu hinterlassen…..
Maren Thiele ist auf der Insel aufgewachsen und hat lange Zeit als Polizistin auf dem Festland gearbeitet,  jetzt übernimmt sie die ausgeschriebene Stelle auf der Insel und zieht wieder ins Elternhaus ein, denn sie will ihren Vater nach dem Tod der Mutter etwas unterstützen….
Ihr Patenonkel heißt Karl und er war bis vor kurzem Revierleiter in Westerland. Seinen Nachfolger Peter Runge kann er nicht ausstehen und dessen Fähigkeiten die Diebstähle aufzuklären, schätzt er als sehr gering ein.
Da die Polizei offensichtlich ratlos ist, wer hinter den Einbrüchen steckt, mobilisiert Karl drei Mitstreiter und bildet seine eigene Sonderkommission um die Diebe zur Strecke zu bringen. Bei Kaffee, Kuchen und dem einen oder anderen Eierlikör schmieden sie Pläne wie sie vorgehen wollen. Zum Leitwesen der richtigen Ermittler kreuzen sich immer wieder ihre Wege und dann spitzt sich die Lage zu als sie im Nachbarhaus ihres Hauptquartiers eine Leiche entdecken…..
Wer nun letztendlich hier dem Täter auf die Spur kommt, dass bleibt hier unerzählt……
Dora Heldt besitzt eine gute Beobachtungsgabe und sie beschreibt die Charaktere ihrer Mitwirkenden so gut, dass man das Gefühl hat, man kennt auch so jemanden….
Es hat mir Spaß gemacht die vier Hobbydetektive bei ihrer Ermittlungsarbeit zu belauschen und neben dem Humor fehlt auch die nötige Spannung nicht, denn bei der Tätersuche tappt man als Zuhörer auch erst lange Zeit im Dunkeln bis dann wieder eitel Sonnenschein herrscht auf der schönen Insel.
Fazit: Gelungenes Krimi-Debüt, dass Spannung und Humor vereint! Beim Zuhören empfiehlt sich ein Eierlikörchen oder auch zwei, dann sind die vier Stunden Hörgenuss leider vorbei…..

 

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