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Mordskohl

9783898416818

-Kurzkrimis aus Dithmarschen-  herausgegeben von Bernd Mannhardt
Dithmarschen liegt in Schleswig-Holstein. Und dort gibt es die Ditmarscher Kohltage, die zum Anlass genommen wurden um die bodenständigen Friesen einmal in ein anderes Licht zu setzen und ihr beliebtes Gemüse, das auf sehr vielen Äckern in dieser Region wächst, als Tatwerkzeug in Szene zu setzen.
14 Schriftsteller haben sich in diesem Buch versammelt und sie erzählen spannende kurze Kriminalgeschichten, die hinterlistig, böse und mörderisch sind und damit die beschauliche Gegend und ihre Bewohner in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.
Gleich die erste Geschichte mit dem Titel „Süderdeich“ von Georg Beining ist so geschrieben, dass man ins Gefühlsleben der Dorfbewohner  eintaucht und Einblick bekommt wie es doch manchmal hinter so gut dargestellter Fassade brodelt.
Die schöne Ferienregion an der Nordsee  wird nur am Rande beleuchtet und die Autoren erzählen  z.B. wie eine jahrelang immer zurücksteckende Ehefrau mit einer leckeren Kohlsuppe sich ihres Ehemannes entledigt. Oder wie sich Nachbarn bekriegen, wenn es darum geht wie die Grundstücksgrenze ihres Eigentums verläuft, dann kann schon mal Blut fließen…
Auch Geschichten um Liebe, die unerwidert bleibt, zu Hass wird oder zu Eifersucht führt,  sind mit Kohl vermengt worden und es wurden spannende kurzweilige Krimis daraus.
Bei der Schilderung so mancher Entsorgung der Mordopfer in Zusammenhang mit Kohl hatte ich dann eine leichte Übelkeit in der Magengegend, so bildhaft sind die Krimis geschrieben…
Dies soll  nur ein kleiner Einblick in die Geschichten von Anna Antony, Georg Beining, Tanja Binder, Hans Garbaden, Andrea Gerecke, Marianne Hahn, Nanette Jürgens, Lars Krombach, Urte Langer, Kerstin Schreiber, Antje Steffen, Anna-Ilse Wehner, Claudia Wenk und Petra Winter sein und Geschmack machen, sie selbst zu lesen.
Diese gewisse Schlitzohrigkeit,  trockener oder auch schwarzer Humor kombiniert mit der Eigenart der Friesen, die überall in den Geschichten eingewoben ist,  hat mir gut gefallen.  Auch wird stellenweise das friesische Platt in den Text mit eingearbeitet, was zu dem ganzen Buch sehr gut passt.
Besonders gut hat mir gefallen, das ich „Mordskohl“ überall mit hinnehmen konnte und bei passender Gelegenheit immer die eine oder andere Story lesen konnte und mir so mörderisch gut die Zeit vertreiben konnte.
Fazit: Kohl als Mordwaffe ist mal was anderes und wer feinen bösen Humor mag, ist hier genau richtig!
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