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Midnight Sun – Staffel 1 –

Studiocanal VÖ 12.06.18

Wie der Titel „Midnight Sun“ der acht Episoden umfassenden ersten Staffel schon erahnen lässt, geht es landschaftlich hinauf nach Schweden und die Handlung spielt zur Zeit der „Mitternachtssonne“, wo es im Hohen Norden bekanntlich ja nicht richtig dunkel wird….

Zum Inhalt:

Die ersten Bilder lassen den Zuschauer schon mal den Atem anhalten, denn es beginnt gleich „mordsmäßig“: In der Nähe der nördlichsten schwedischen Stadt Kiruna wird die Leiche eines Mannes gefunden, der auf die Rotorblätter eines Hubschraubers gebunden wurde….
Der schwedische Ermittler Burlin übernimmt tatkräftig den Fall und als die Identität des Toten endlich geklärt ist, wird klar, es handelt sich um einen französischen Staatsbürger, weswegen die Polizistin Kahina Zadi (Leïla Bekhti) von ihrem Vorgesetzten von Paris nach Kirurna geschickt wird um mit den schwedischen Ermittlern den Mord aufzuklären…

Der nächste mysteriöse Todesfall lässt nicht lange auf sich warten,  denn der Pilot des besagten Hubschraubers wird gefesselt und von Wölfen zerfleischt, aufgefunden…
Mitten in den Ermittlungen stirbt Chefermittler Burlin (Peter Stormare) plötzlich an einem Herzinfarkt!?

 

Der etwas unsicher wirkende Staatsanwalt Anders Harnesk  (Gustaf Hammarsten) übernimmt dann zusammen mit Zadi die Ermittlungen.

Es bleibt nicht bei diesen beiden Morden, sondern es folgen noch einige und an allen Tatorten gibt es Hinweise auf die Sitten und Gebräuche, der in der Gegend ansässigen ethnischen Minderheit der Sami. Der Staatsanwalt ist selbst zur Hälfte Sami und kennt sich deshalb sehr gut mit diesem Thema aus, weswegen er sich nicht beirren lässt und auch anderen Hinweisen nachgeht, wo es z.B. um ein lange zurückliegendes Geheimnis geht, dass offenbar von einer Gruppe von Menschen gehütet wurde, die jetzt einer nach dem anderen von dem umtriebigen Mörder aufgespürt und umgebracht werden…

Ganz besonders gut hat mir die landschaftliche Kulisse nebst Erzbergbau gefallen, vor der diese Serie gedreht wurde. Die mystisch anmutenden Riten und Gebräuche der Sami, die hier in die Krimi-Handlung eingewoben sind, halten die Spannung aufrecht.
Wenn die Macher der Serie sich nur auf die „Ermittlungen“, der doch recht brutalen Morde konzentriert hätten, wäre es für mich eine gelungene Krimi-Serie gewesen, doch jetzt kommt ein ganz großen ABER:
Eine Ermittlerin, die psychisch dermaßen angeschlagen ist, dass sie selbst ihr Leben kaum auf die Reihe bekommt und einem Ermittler, bei dem es privat auch nicht „rund“ läuft, hier als „kompetentes“ Duo  zu präsentieren, ist schon gewagt. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die beiden bei so brutalen Morden und den doch komplizierten Zusammenhängen überhaupt „durchblicken“, denn man hat das Gefühl bei den vielen gefühlsmäßigen „Irrungen und Wirrungen“ haben sie ganz andere Dinge im Kopf.
Besonders die Rückblenden ins Privatleben lenken von der schönen Kulisse und dem eigentlichen Thema „Mordermittlung“ ab und sind für mich hier einfach fehl am Platz bzw. entbehrlich.
Fazit: Schade, man hätte daraus eine spannende Serie machen können, zumal die Naturkulisse richtig gut zur Handlung passt, aber dieses psychisch sehr angeschlagene Ermittler-Duo kann ich mir im realen Leben einfach nicht als kompetente Ermittler vorstellen, weswegen ich hier nur drei von fünf möglichen Punkten vergebe

 

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Rebecka Martinsson

Polyband VÖ 03.04,18

Die vierteilige Serie basiert auf den gleichnamigen Kriminalromanen der schwedischen Schriftstellerin Åsa Larsson, die ich allerdings im Vorfeld nicht gelesen habe und somit damit keinen Vergleich ziehen kann.
Handlungsmäßig geht es ganz weit hinauf nach Norden, nach Lappland, genauer gesagt nach Kurravara, einem kleinen Ort in der Nähe von Kiruna, der nördlichsten Stadt Schwedens.
Um an einer Beerdigung teilzunehmen, reist die in Stockholm lebende erfolgreiche Rechtsanwältin „Rebecka Martinsson “, dorthin, wo sie aufgewachsen ist, nämlich nach Kurravara.  Nachdem ihre Eltern verstorben waren, war die Pfarrerin Mildred eine wichtige Bezugsperson für die damals noch junge Rebecka. Nun ist Mildred bei einem Sturz in der Kirche ums Leben gekommen. Als Rebecka in Mildreds Nachlass nach einem Andenken für sich sucht, fallen ihr Drohbriefe in die Hände, die den Tod der Pfarrerin plötzlich in eine ganz andere Richtung  lenken und bei der Kommissarin Mella findet Rebecka ein offenes Ohr für ihre Bedenken. Mella setzt sich gegen den Willen ihres Vorgesetzten durch und bald wird aus dem abgeschlossenen Unfalltod dann doch eine Mordermittlung…..
Irgendwie kann sich Rebecka von dem Ort, wo sie ihre Kindheit verbracht hat im Verlauf nicht richtig lösen und sie schiebt die angebotene Partnerschaft in einer großen Anwaltskanzlei in Stockholm und das Zusammenleben mit ihrem Freund, der dort in einer neu erworbenen schönen Wohnung auf sie wartet, immer wieder hinaus. Sie nimmt sich eine Auszeit und arbeitet nun als Staatsanwältin mit der Kommissarin Mella und ihrem Team zusammen und bearbeitet Todesfälle, die sich auf den ersten Blick nicht lösen lassen und deren Aufklärung teils tief mit der Vergangenheit verwurzelt sind…
Besonders gut hat mir die Kulisse gefallen mit den schneebedeckten Wäldern und den einsamen schnurgeraden Straßen, die ins weiße Nirgendwo führen. Die Lebensumstände und -geschichten des besonderen Menschenschlag, der sich den widrigen Witterungsverhältnissen der rauen Landschaft angepasst hat, sind in die  Kriminalgeschichten eingewoben und machen diese Serie aus.
Die Figur der Rebecka Martinsson, die von Ida Engvoll gut dargestellt wird, ist etwas eigenwillig und ihre Handlungen im privaten wie auch im beruflichen Umfeld für mich nicht immer ganz nachvollziehbar. Doch ihr kriminalistisches Gespür hilft ihr  dabei, die teils tief verwurzelten Kriminalfälle zu lösen…..
Zumindest landschaftlich/atmosphärisch punktet diese schwedische Krimi-Reihe ganz besonders, die  optisch eine eiskalte Spannung aufkommen lässt und die rätselhaften Fälle so noch untermalt werden. Die titelgebende Figur der Reihe war mir nicht sonderlich sympathisch, obwohl sie von einer tollen Darstellerin verkörpert wird.
Fazit: Spannung aus dem hohen Norden, die besonders landschaftlich beeindruckt
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