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Jess Walter: Schöne Ruinen

Schoene Ruinen von Jess Walter

Italien 1962:  Porto Vergogna, ein kleines fast unscheinbares Fischerdorf an der ligurischen Küste. Dort lebt Pasquale Tursi, der eine kleine Pension von seinen Eltern übernommen hat. Um zahlungskräftige Touristen, insbesondere Amerikaner anzulocken,  unternimmt er den Versuch, für die einzige  Pension am Ort einen Strand anzulegen. Beim Sandschaufeln träumt er von einem Tennisplatz, den er auf einem Plateau in den Klippen anlegen will. Diese Vision hat er, obwohl er vom Tennisspielen selbst gar keine Ahnung hat…
Lange Zeit passiert kaum etwas, bis eines Tages das ganze Leben von Pasquale eine Wendung nehmen sollte: Eine wunderschöne amerikanische Filmschauspielerin strandet sozusagen in Porto Vergogna. Pasquale ist von der Schönheit der blonden Amerikanerin, die sich als Dee Moray vorstellt,  fasziniert und bald fordern seine kränkelnde Mutter und seine Tante: „Lass sie nicht gehen, heirate sie!“  Doch mit Dee Moray scheint etwas nicht zu stimmen, denn sie kann kaum Nahrung bei sich behalten und dann erzählt sie eines Tages von ihrer schweren Erkrankung….
Dies Buch beinhaltet viele kleine Geschichten, die alle in unterschiedlichen Zeiträumen anfangen und der Autor switcht zwischen den Handlungen und den Beziehungen und Begegnungen von Personen hin und her, wie es z.B. bei einem Szenenwechse beim Film vorkommt.  Wer nun denkt, das  dies alles verwirrend und undurchsichtig ist, dem sei gesagt, dass dies nicht der Fall ist, denn der Autor hat eine Erzählkunst und Erzählkraft, die einen als Leser fesselt und man kann dies Buch gar nicht aus den Händen legen, denn man will unbedingt wissen, was mit den Personen passiert, die hier den Hauptteil der Handlung darstellen.  Eigentlich sind es verschiedene Biographien von Personen, die sich irgendwann treffen, kurze Zeit verweilen und dann wieder auseinanderdriften, weil das Leben eben so ist, wie es ist und nicht immer alles nach Plan funktioniert.
Dem Autor ist mit „Schöne Ruinen“ ein Roman gelungen in dem er sich mit den verschiedenen Sichtweisen der Liebe, Romantik oder einfach auch nur Sympathie befasst. Er hat daraus ein sehr ausdruckstarkes Buch gemacht, das nie kitschig wird und durch die „Zweisprachigkeit“ durchaus auch komische Momente beinhaltet.
Fazit: Diesen Roman sollte man sich nicht entgehen lassen!
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