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Judith Merchant: Die Lügen jener Nacht

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Es ist schon etwas her, dass ich die spannenden Krimis von Judith Merchant „Loreley singt nicht mehr“ oder „Nibelungenmord“ gelesen habe und war gespannt das mich bei ihrem neuen Roman „Die Lügen jener Nacht“ erwartet:
Seit zehn Jahren leben Mimi und Douglas zusammen in Schottland. Die Beziehung steht vor dem Aus und da bekommt Mimi eine Einladung zu einer Hochzeitsfeier in Deutschland. Erst hat sie keine Lust, denn eigentlich hasst sie Hochzeiten und an die ehemaligen Freundinnen kann sie sich kaum noch erinnern. Auch sonst ist sie nicht besonders kontaktfreudig,  nur ihr kleiner Garten mit vielen Pflanzen und Kräutern, von denen auch die eine oder andere als giftig gilt, wird von ihr gehegt und gepflegt. Mit der Zeit hat sie sich einiges Fachwissen angeeignet und sie kennt sich mit der Wirkung ihrer Zöglinge sehr gut aus.
Nach einem Telefonanruf aus Deutschland von Simone, die ihr die Teilnahme an der Hochzeit  von Nina und Casper abverlangt, fliegt sie dann mit einigen Samen und getrockeneten Pflanzen im Gepäck nach Bonn, denn aus Douglas Haus muss sie ausziehen, das ist beschlossene Sache und schon jetzt vermisst sie ihren geliebten Garten.
Das Wiedersehen mit Simone, Grit, Alla und Nina wird dann erst einmal extrem feuchtfröhlich mit Alkohol und Drogen bei einem nächtlichen Einbruch ins Bonner Römerbad gefeiert. Mimis Erinnerung am nächsten Tag ist lückenhaft und eigentlich weiß sie nur noch das sie Flaschendrehen gespielt haben….
Auch die weiteren Tage verlaufen mit dem Auffrischen von Erinnerungen an ihre Studienzeit unter Einsatz von viel Alkohol.
Als sich dann die gesamte Hochzeitsgesellschaft in der Kirche versammelt hat, passiert erst einmal nichts, denn das Brautpaar lässt auf sich warten. Simone versucht Nina auf dem Handy zu erreichen, was ihr aber nicht gelingt, sie geht nachsehen und kommt einige Zeit später völlig blass und irritiert zurück in die Kirche und sie schluchzt…
Was da passiert ist, wird hier natürlich nicht verraten, denn das Buch ist auf sehr interessante Weise geschrieben, so dass man als Leser Einblick in Mimis Gedankengänge bekommt. Die Handlung wird neben den Gesprächen der mitwirkenden Personen durch Mimi erzählt und da sie ja viele Erinnerungslücken an damals und heute hat, liegt immer eine spannende prickelnde Ungewissheit über der ganzen Geschichte. Zwar hätte das Ende für mich noch etwas erklärender sein können, aber das nur am Rande, denn trotz einem gewissen „open end“ ist dieser Roman durch seine besondere Schreibweise so fesselnd geschrieben, dass es mir leicht gefallen ist, das Buch zu lesen.
Fazit: Die besondere Erzählweise läßt eine spannende Ungewissheit durch des ganze Buch ziehen, bitte mehr davon!
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Barbara Wendelken: Das Dorf der Lügen

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In der näheren Umgebung des ostfriesischen Leer liegt der kleine Ort Martinsfehn, wo plötzlich die Welt aus den Fugen gerät.
Vor kurzem hat die junge Polizistin Viktoria Engel ihren Dienst bei der Polizei des Ortes angetreten. Sie wird mit ihrem Kollegen Oliver Dellbrink zu einem abgelegenen und unbewohnten Bauernhof beordert, da jemand dort angeblich herumschleichen soll.
Bei dem vorherrschenden Novemberwetter mit Regen und Wind liegt der Hof wie ausgestorben da. Doch Nachsehen müssen die beiden Beamten und so betreten sie das aufgeweichte Gelände und als sich dann etwas in der Dunkelheit bewegt, fällt ein Schuss und der 16-jährige Rouven Kramer, der älteste Sohn vom Pastor,  ist tot.
Der Schuss kam aus der Dienstwaffe von Viktoria Engel, die die Situation offensichtlich falsch eingeschätzt hat. Um ihren gerade angetretenen Job nicht zu verlieren, bedrängt sie ihren Kollegen und die beiden lassen es dann so aussehen, als hätte der Junge als erstes mit einer Schrotflinge geschossen und somit Viktoria in Notwehr gehandelt…
Zwar wird eine Ermittlung durchgeführt und die beiden Beamten ausführlich befragt, aber Beweise gegen die Notwehrbehauptung werden nicht gefunden und bald sind beide wieder im Dienst.
Doch kaum jemand im Dorf will glauben, dass der voller Träume steckende und naturverbundene Sohn des Pastors, aus heiterem Himmel auf einen Menschen schießen würde.
Zwar hatte er sich bei einem Kursus über den Bau und Umgang mit Pfeil und Bogen sehr engagiert und sein Können für das Erlegen von Kaninchen genutzt, aber mit einem Schrotgewehr auf die Polizei zu schießen war ganz gegen seine Natur, da sind sich die Menschen, die ihn kannten, sicher.
Die Bevölkerung ist in Aufruhr und durch die örtliche Presse wird gegen die Polizei gehetzt, bald hat keiner mehr so rechtes Vertrauen in die Polizei, was man an vielen Hauswänden dann auch lesen kann..
Und die Stimmung wird nicht besser, bald hängt an der Tür von Viktoria Engel ein Kaninchen mit durchgeschnittener Kehle und damit nicht genug, ihre Wohnung brennt eines Abends lichterloh und kurze Zeit später ist Viktoria tot und in ihrem Rücken stecken mehrere Pfeile…..
So verlassen war der Hof anscheinend doch nicht, denn der Verdacht liegt nahe, dass noch jemand vor Ort war und der jetzt Rache für den Tod an Rouven nimmt……
Einmal angefangen, hatte ich dieses spannende Buch in Null-Komma-Nix durchgelesen. Wie man so schön sagt: Ein „Page-Turner“. Die Handlung ist fesselnd, realistisch aufgeschrieben und durchaus nachvollziehbar, wenn auch hoffentlich nicht nach einer wahren Begebenheit!
Der mir bis heute unbekannten Autorin ist es wirklich gut gelungen, den wahren Täter erst ganz zum Schluss auftauchen zu lassen, obwohl mir beim Lesen kurz der Gedanke durch den Kopf gehuscht ist, wurde ich aber durch die anderen Fährten und Spuren sehr geschickt wieder davon abgelenkt.
Fazit: Das Buch „Das Dorf der Lügen“ kann ich Krimi-Fans nur empfehlen, denn beim Lesen vergeht hier die Zeit wie im Fluge und macht Lust auf mehr!
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