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Shari Lapena: The Couple Next Door

Lübbe

Durch die auf der Coverrückseite abgedrucktem lobenden Worte der Medien, „angelockt“ , habe ich den Debüt-Krimi “The Couple Next Door“ von Shari Lapena nun selbst gelesen.
Zum Inhalt:
Anne und Marco sind die glücklichen Eltern von Baby Cora. Ihre Nachbarn haben sie zu einer „kinderfreien“ Geburtstagsparty eingeladen, weswegen sie einen Babysitter engagiert haben. Doch der sagt kurzfristig ab. Um die Party nicht platzen zu lassen, überlegen sie hin und her und entscheiden nebst Babyfon nach drüben zu gehen und halbstündig nach der Kleinen zu schauen.
Anfangs geht auch alles gut, doch zu fortgeschrittener Stunde und dem einen oder anderen Glas Wein gehen Anne und Marco dann zurück nach Haus, wo sie die Haustür offenstehend vorfinden und das Bett der kleinen Cora ist leer!
Nach dem ersten Schock rufen sie die Polizei, die dann alles auf den Kopf stellt, einschließlich dem Leben des jungen Elternpaares, denn Cora wird nicht gefunden….
Wäre der Verlust der Kleinen und die Schuldgefühle der Eltern, dass sie ihr Kind allein gelassen haben um zu feiern, nicht schon schlimm genug, setzt die Polizei dann noch einen drauf, denn sie vermutet, dass zumindest ein Elternteil in die Entführung des Baby verstrickt ist…
Der Verlauf der Handlung ist wendungsreich, das eine oder andere Geheimnis wird zu tagegefördert, war aber durch die Personenbeschreibungen bzw. die Charakterisierung  mancher Mitwirkender teils vorhersehbar….
Besonders schwer tue ich mich immer, wenn in Krimis/Thrillern mit medizinischen Diagnosen/Erkrankungen „gearbeitet“ wird um z.B. das Gefühlsleben einer Person zu beschreiben, wie es hier auch der Fall ist. Auch das „Herumspekulieren“ in welche Richtung diese Erkrankung sich ausufern könnte, um damit bei den Lesern Ängste zu schüren oder um die Spannung aufzubauen, finde ich entbehrlich, denn da habe ich schon bessere Formulieren über Gemütszustände gelesen.
Doch da es sich um einen Debüt-Krimi handelt, würde ich hier 3 von 5 möglichen Punkten geben, da zumindest der gradlinige, zwar etwas kühl wirkende Schreibstil gut lesbar sowie der rote Faden immer erkennbar ist. Durch die eingebauten Wendungen ist der Verlauf insgesamt gut gelungen, auch wenn mich als „Vielleser“ das Ende nicht unbedingt „verblüfft“ hat.
Fazit: Hochgelobtes Krimi-Debüt, das für mich allerdings an einigen Stellen noch „Wackler“ hat und daher nur 3 von 5 Punkten erhält

 

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Jussi Adler-Olsen: Erwartung – Der Marco-Effekt

978-3-86231-306-8

Es weht ein neuer Wind durchs Sonderdezernat Q: 
Der Alte Chef geht vorzeitig in Pension. Carl Morck bekommt einen neuen Vorgesetzten und der heißt ausgerechnet Lars Björn!  Da dieser einmal die Idee hatte, das Sonderdezernat Q einzurichten,  lässt er auch nicht mit sich reden, als er einen neuen Mitarbeiter als Controller zum Team hinzufügt. Carl hält nicht viel von diesem schlaksigen Typen mit Namen Gordon Taylor, der in seinen Augen eher noch als Kind durchgeht.  Zu Carls großer Verwunderung hat Rose gar nichts gegen den Neuen im Team und bald kommen die beiden sich auch zwischenmenschlich näher,  was dann alle im Büro geräuschvoll mitbekommen……
Das Hörbuch beginnt im afrikanischen Kamerun, wo der Zuhörer Zeuge wird,  wie der Leiter eines Hilfsprojekts zu Tode kommt. Dieses Hilfsprojekt wird von Dänemark unterstützt. Doch wer dahinter etwas Gutes vermutet, liegt falsch, denn es ist ein dubioses Geldgeschäft, das sich hinter der Wohltätigkeit versteckt. Als Schwierigkeiten aufkommen wird William Stark, ein Mitarbeiter des Ministeriums nach Kamerun geschickt um vor Ort Nachforschungen anzustellen.  Stark bleibt kürzer als geplant in Afrika und nachdem er in Dänemark wieder gelandet ist, verliert sich seine Spur. ..
Parallel zur Vermisstensache wird die Geschichte des 15-jährigen Marco erzählt.  Er gehört zu einem großen Clan, dessen Anführer sein Onkel Zola ist. Marco und noch einige Kinder in seinem Alter leben vom Betteln oder wenn sie etwas älter sind von Taschendiebstählen. Onkel Zola führt den Clan mit strenger Hand und so sind Bestrafungen an der Tagesordnung.  Doch Marco ist ein helles Köpfchen und  so hat er sich selbst mehrere Sprachen beigebracht, was ihn bald in den Augen seines Onkels zu einer Bedrohung werden lässt und er will ihn „beseitigen“. Marco flüchtet daraufhin aus der gemeinsamen Wohnung in den Wald, wo er sich in einem Erdloch versteckt. Nur knapp kann er seinen Verfolgern entkommen. Doch im Erdloch ist er nicht allein, denn Marco findet dort eine Leiche, die eine auffallende Kette trägt….
Besonders gut hat mir diesmal gefallen, wie durch Rose, die jetzt auch als Außendienstmitarbeiterin eingesetzt wird, der Zusammenhang zwischen den beiden Fällen hergestellt wird. Wie auch in den vorherigen Krimis schwenkt der Autor zwischen Geschehnissen und Personen hin und her, doch das wieder so geschickt und gut beobachtet, dass man als Zuhörer durch die bildhafte Sprache das Gefühl hat man befände sich in einem Film.
Nach 8 CD’s voller Spannung ist meine „Erwartung“ nicht enttäuscht worden, denn dem Autor ist  erneut ein gut beobachteter, fesselnder, mit ganz speziellem Humor angereicherter Thriller gelungen. 
Gesprochen wird das Hörbuch wieder von Wolfram Koch, der es schafft, dass man sofort nach Einlegen der ersten CD die unterschiedlichen Charaktere an den Stimmnuancen wiedererkennt und somit die Hörbuchfassungen des Sonderdezernat Q  mit dem Vorleser mittlerweile eine unverwechselbare Einheit bilden.
Fazit: Spezieller Humor, fesselnde Handlung und bildhafte Sprache verschmelzen zu einem ganz besonderen Thriller, den man sich nicht entgehen lassen sollte!
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