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Catherine Shepherd: Moores Schwärze

Im Oktober vergangenen Jahres hatte ich hier den spannenden ThrillerKrähenmutter vorgestellt und resümiert, dass man sich den Namen der Autorin Catherine Sheperd unbedingt merken sollte, da sie einen sehr fesselnden Schreibstil hat.
Und nun gibt es neuen Lesestoff von ihr. InMooresschwärze lernt man die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz kennen, die zusammen mit Kommissar Florian Kessler hier das „Ermittler-Duo“ bildet.
Schon das Coverbild und der Titel der Geschichte lassen mir einen Schauer über den Rücken huschen, denn mit dem Wort „Moor“ verbinde ich immer etwas „Unheimliches und Angsteinflößendes“, dem man hier im Buch dann auch begegnet:
Ein Spaziergänger entdeckt die Leiche eines jungen Mädchens im Moor. Die Kleidung der Toten fehlt und der Mörder scheint den Leichnam drapiert zu haben. Als Julia die Leiche im Moor etwas genauer betrachtet, fällt ihr eine Tätowierung unterhalb des Bauchnabels auf, die vielleicht bei der Identifizierung hilfreich sein könnte…
Erzeugte der Tatort im Moor schon eine gewisse Angespanntheit, übertrifft der weitere Handlungsverlauf dann dies bei weitem, denn auf der Fahrt in die Rechtsmedizin verschwindet der Leichnam spurlos!
Auf der Suche nach Hinweisen und dem Verbleib der Mädchenleiche, fährt Julia noch einmal an den Fundort im Moor. Dort schaut sie sich in der weiteren Umgebung etwas um und ihr Blick bleibt an etwas hängen, dass dann im Verlauf zu einer weiteren Mädchenleiche führt, die wiederum unterhalb des Bauchnabels eine auffällige Tätowierung aufweist….
So mehr Einblick in die spannende und fesselnde Handlung gibt es von meiner Seite nicht, denn einmal angefangen zu lesen, kann man sich dem Buch kaum entziehen und wird sogartig ins Geschehen gezogen. Da kann es dann schon mal passieren, dass man die Zeit vergisst…
Neben den eigentlichen Ermittlungen in Sachen Tätersuche, die auch den Arbeitsbereich der Rechtsmedizinerin genau richtig dosiert beinhaltet, bekommt der Leser Einblick in die Welt der Opfer und ins Privatleben der beiden Hauptakteure. Durch geschickte Wendungen in der Handlung gibt es zwar den einen oder anderen Verdächtigen, aber der Mörder selbst taucht erst ganz zum Schluss aus den Nebenschwaden des Moore auf, was mir gut gefallen hat.
Was soll ich noch schreiben, ich kann hier nur meine Leseempfehlung aussprechen, da zum einen die Figuren klar gezeichnet und die teils gänzehauterzeugenden Ereignisse gut nachvollziehbar und fesselnd beschrieben sind, was einen beim Lesen die Zeit vergessen lässt, so dass ich hier von einem packenden Page-Turner sprechen möchte und ich hoffe es gibt bald „Nachschlag“ in Sachen Spannung!
Fazit: Spannung pur mit Gänsehaut-Momenten und ein tolles Ermittler-Duo zeichnen diesen lesenswerten Page-Turner aus!
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Die Magie der Moore

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Wenn ich das Wort Moor höre, dann denke ich an meine Kindheit zurück, als ich mit meinem Vater im Museum war und dort erstmals in einem Schaukasten eine „Moorleiche“ gesehen habe. Damals hat mich diese Begegnung noch lange im Schlaf verfolgt und deshalb war der Begriff Moor bei mir lange Zeit angstbesetzt.
Als ich dann etwas älter war, habe ich dann tatsächlich den Mut gefunden und habe auf zugewachsenem Moor gestanden, was ein eigentümliches Gefühl war, denn der Untergrund war immer noch irgendwie beweglich, was unheimlich war. Allerdings war die Landschaft ringsum sehr interessant und so ist die Angst dann der Neugier gewichen und das ist bis heute so geblieben.
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Die Naturdokumentation „Magie der Moore“ wird sprachlich von Axel Milberg untermalt und er ist mir aus vielen Krimi-Lesungen und natürlich als Schauspieler sehr gut bekannt. Seine Stimme kann er sehr gut modulieren und somit die Stimmung des Moores wunderbar damit einfangen!
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Meterdicke Schichten aus abgestorbenen Pflanzen lässt ein Moor in die Höhe wachsen und kann dadurch gewaltige Regenmengen speichern. Dies ist ein ganz besonderer Lebensraum für Tiere und Pflanzen, den diese Dokumentation in wunderbaren Bildern und Zeitrafferaufnahmen vorstellt.
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Es werden Birkhühner im Schnee und bei der Balz vor die Kamera gelockt, man sieht abgestorbene Häute, die von Kreuzottern stammen, die ebenfalls in diesem Lebensraum zu finden sind.
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Besonders faszinierend fand ich schon immer fleischfressende Pflanzen wie z.B. den Sonnentau, der ebenfalls im Moor zu finden ist. An seinen klebrigen Tentakeln bleibt so einiges haften und diesen Einblick in die Natur kann man hier von ganz nah bestaunen.
Raupen im Fressrausch, bunte Schmetterlinge und Moorameisen, aber auch spielende Bärenkinder sind nur einige der Lebewesen, die man im Moor findet.
Im Wechseln der Jahreszeiten, von oben betrachtet oder von ganz nah, die Schönheit dieser Landschaftsform wird hier eindrucksvoll gezeigt und ist neben den schönen Aufnahmen auch sehr lehrreich und informativ.
Ein Booklet mit einem Vorwort von Axel Milberg und einem Interview mit ihm und dem Drehbuchautor Jan Haft, angereichert mit sehr schönen Bildern, gibt es noch dazu.
Fazit: Faszinierender Einblick in den Mythos Moor mit seiner Tier- und Pflanzenwelt! Empfehlenswert und lehrreich!
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Klaus-Peter Wolf: Ostfriesen Moor

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Ein Hobbyfotograf beobachtet ein Kranichpärchen, das sich im Nestbau übt. Als einer der Vögel an einem aus dem Moor ragenden Ast zieht, glaubt der Mann nicht richtig zu sehen: An dem Ast hänge ein kleiner menschlicher Arm. Nachdem die Polizei erst den Kinderarm und dann auch noch nach einiger Suche den Rest des Körpers geborgen hat, wird klar, dass der Tod des Kindes schon einige Zeit her sein muss. Die Obduktion ergibt dann etwas Gruseliges: Der Leichnam wurde – wie man es mit Tieren zuweilen macht – ausgestopft!
Parallel zu diesem Leichenfund müssen sich Ann Kathrin Klaassen und ihre Kollegen von der Kripo in Aurich noch mit einem Familiendrama befassen.  In Norddeich vor einer Apotheke wird aus dem Kinderwagen, in dem sich die Zwillinge Ina und Tina befinden, eines der Mädchen entführt. Die 13-jährige Lucie, die auf die Kleinen aufpassen sollte, war für kurze Zeit durch ein Gespräch mit einem netten Jungen abgelenkt und kann es nun kaum fassen, was passiert ist.
Dann erfolgt eine Lösegeldforderung.  Während die Polizei noch mit dem Entführer verhandelt, wird  auch der zweite Zwilling aus der Wohnung entführt und wieder hatte die Aufsicht auf das Baby die große Schwester Lucie…
Die ganze Familie steht unter Schock und der Vater der Zwillinge versucht dann auf eigene Faust den in seinen Augen für die Entführung seiner Töchter Zuständigen dingfest zu machen, was dann deutlich schiefgeht….
Dieses Krimi-Hörbuch liest der Autor höchstpersönlich! Unbedingt als  Krimi kann ich „Ostfriesenmoor“ aber nicht ganz einordnen. Es ist eher eine Erzählung mit morbiden und psychologischen Puzzleteilen, die in die Handlung eingewoben wurden.  Leider wusste ich recht schnell wer der Täter sein könnte, was sich dann am Ende auch bewahrheitete. 
Vielleicht sollte der Autor mal ein Buch nur über Rupert schreiben, denn seine sarkastische und etwas andere Weltanschauung kommen als humorvolle Einlage ganz gut rüber.
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