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Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenmelodie

JumboVerlag
Was für eine Freude! Hier hat Kommissar Rupert seinen ganz speziellen Fall zu lösen!  Klaus-Peter Wolf liest die Hörbuchfassung selbst und erweckt durch seine ganz besondere und passende Vortragsart  die ganze Szenerie zum Leben.
Als Zuhörer ist man schnell im Geschehen verankert, kämpft anfangs noch mit dem „Lachmuskeln“, bis man nicht mehr kann. Es sind die ganz speziellen Situationen, in denen Ruperts kriminalistisches Gespür gefordert wird  und die vom Autor so wunderbar bildhaft beschrieben und stimmlich wiedergegeben werden. Am Ende habe ich Tränen vom vielen Lachen in den Augen und der arme Rupert hat es am Rücken…..
Aber von Anfang an:
Rupert und seine Frau Beate haben sich ein neues Eigenheim zugelegt. Rupert hoffte inständig, dass sich die räumliche Distanz zu seiner Schwiegermutter Gertrud positiv auswirken würde, denn früher konnte sie einfach mal kurz vorbeischauen um dann kein gutes Haar an ihm zu lassen. Aber die Freude über das neue Haus ist nur kurz, denn zum Leidwesen Ruperts Ohren wohnt seit kurzem in unmittelbarer Nachbarschaft ein Musiklehrer, der sein Eigenheim offenbar mit privatem Musikunterricht finanziert. Misstöne dringen in letzter Zeit ständig aus der immer offen stehenden Balkontür seines Nachbarn und verderben Rupert seine Freizeit.
Aber auch vor seiner Schwiegermutter ist er nicht in Sicherheit, denn nun muss er sie für Kaffee und Kuchen auch noch wegen der Entfernung mit dem Wagen abholen und ihre nervige Art während der Fahrt ertragen. Genauso eine Fahrt hat er gerade hinter sich und ist so genervt von ihr, dass er einfach aus dem Wagen aussteigt ohne sich weiter um sie zu kümmern und bereits gedanklich bei Kaffee und Erdbeerkuchen auf seiner Terrasse angekommen ist. Jäh wird sein Gedankengang unterbrochen als es plötzlich einen Knall gibt und etwas auf Ruperts Windschutzscheibe knallt. Rot-matschig erläuft etwas auf dem Glas, das offenbar einer Möwe aus dem Schnabel gefallen ist. Bei genauerer Betrachtung entpuppt sich die Hinterlassenschaft dann als menschlicher Finger….
Ab hier geht es jetzt erst richtig los und ich möchte „Ostfriesenmelodie“ allen Rupert-Fans ans Herz legen, denn wie man es von ihm erwartet, tappt er von einem Fettnäpfchen ins andere und kann es seiner Schwiegermutter überhaupt nicht rechtmachen, aber trotz Einsatz und Hilfe von Kommissarin Ann-Kathrin Klaasen nebst Team steht Rupert hier im Rampenlicht und das ist auch gut so!
Fazit: Hat der Fall auch so seine Tücken, Kommissar Rupert am Ende es am Rücken, so ist eins doch sonnenklar, er ist hier der Star! Und das ist wunderbar! Herrlich, was für ein gelungenes Hörbuch!

 

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Shari Lapena: The Couple Next Door

Lübbe

Durch die auf der Coverrückseite abgedrucktem lobenden Worte der Medien, „angelockt“ , habe ich den Debüt-Krimi “The Couple Next Door“ von Shari Lapena nun selbst gelesen.
Zum Inhalt:
Anne und Marco sind die glücklichen Eltern von Baby Cora. Ihre Nachbarn haben sie zu einer „kinderfreien“ Geburtstagsparty eingeladen, weswegen sie einen Babysitter engagiert haben. Doch der sagt kurzfristig ab. Um die Party nicht platzen zu lassen, überlegen sie hin und her und entscheiden nebst Babyfon nach drüben zu gehen und halbstündig nach der Kleinen zu schauen.
Anfangs geht auch alles gut, doch zu fortgeschrittener Stunde und dem einen oder anderen Glas Wein gehen Anne und Marco dann zurück nach Haus, wo sie die Haustür offenstehend vorfinden und das Bett der kleinen Cora ist leer!
Nach dem ersten Schock rufen sie die Polizei, die dann alles auf den Kopf stellt, einschließlich dem Leben des jungen Elternpaares, denn Cora wird nicht gefunden….
Wäre der Verlust der Kleinen und die Schuldgefühle der Eltern, dass sie ihr Kind allein gelassen haben um zu feiern, nicht schon schlimm genug, setzt die Polizei dann noch einen drauf, denn sie vermutet, dass zumindest ein Elternteil in die Entführung des Baby verstrickt ist…
Der Verlauf der Handlung ist wendungsreich, das eine oder andere Geheimnis wird zu tagegefördert, war aber durch die Personenbeschreibungen bzw. die Charakterisierung  mancher Mitwirkender teils vorhersehbar….
Besonders schwer tue ich mich immer, wenn in Krimis/Thrillern mit medizinischen Diagnosen/Erkrankungen „gearbeitet“ wird um z.B. das Gefühlsleben einer Person zu beschreiben, wie es hier auch der Fall ist. Auch das „Herumspekulieren“ in welche Richtung diese Erkrankung sich ausufern könnte, um damit bei den Lesern Ängste zu schüren oder um die Spannung aufzubauen, finde ich entbehrlich, denn da habe ich schon bessere Formulieren über Gemütszustände gelesen.
Doch da es sich um einen Debüt-Krimi handelt, würde ich hier 3 von 5 möglichen Punkten geben, da zumindest der gradlinige, zwar etwas kühl wirkende Schreibstil gut lesbar sowie der rote Faden immer erkennbar ist. Durch die eingebauten Wendungen ist der Verlauf insgesamt gut gelungen, auch wenn mich als „Vielleser“ das Ende nicht unbedingt „verblüfft“ hat.
Fazit: Hochgelobtes Krimi-Debüt, das für mich allerdings an einigen Stellen noch „Wackler“ hat und daher nur 3 von 5 Punkten erhält

 

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