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Nele Neuhaus: Im Wald

Ein neuer Fall für Oliver von Bodenstein und Pia Sander (ehemals Kirchhoff)!
Julia Nachtmann hat die gekürzte Lesung – die aber immerhin doch noch neun CD’s umfasst! – des achten Falls des Ermittlerduos mit dem Titel „Im Wald“ übernommen:
Im Prolog erfährt man, dass 1972 nach einem Kind gesucht wird, das spurlos verschwunden ist…
2014: Felicitas Molin wird durch eine Explosion aus dem Schlaf gerissen und als sie aus dem Fenster schaut, sieht sie dann den brennenden Wohnwagen und im Feuerschein ganz in der Nähe eine Person stehen….
Von Bodenstein und Sander werden zu dem völlig ausgebrannten Wohnwagen, der auf einem einsamen Campingplatz mitten im Wald steht, gerufen. Die kurze Hoffnung, dass es sich nur um eine gefährliche Brandstiftung handelt, verflüchtigt sich schnell, denn neben den Spuren von Brandbeschleuniger wird in den Überresten des Wagens die verkohlte Leiche gefunden….
Dies ist der Anfang einer Mordserie, die bald ganz Ruppertshain in Aufruhr versetzt. Nachdem die Eigentumsverhältnisse des Wohnwagen geklärt sind, will man die Besitzerin zum Brand befragen, doch die lebt mittlerweile in einem Hospiz und ehe Oliver und Pia die Frau befragen können, wird sie ermordet aufgefunden. Ganz prekär wird die Ermittlung dann, als der Geistliche, der die kranke Frau zuletzt im Hozpiz besucht hatte, ebenfalls tot aufgefunden wird……
Und auch hier hört die Reihe der zu untersuchenden Todesfälle noch lange nicht auf….
Als Oliver v. Bodenstein den Namen der Frau erfährt, die im Hospiz ermordet wurde,  ist er erschüttert, kannte er diese doch gut aus seiner Kindheit…..
Und genau in diese Kindheit bzw. ins Jahr 1972 führt ein Großteil der Handlung, wie man schon im Prolog erahnen konnte. Der damals spurlos verschwundene Junge war Olivers bester Freund und im Verlauf der Handlung muss sich der Kommissar mit seiner Kindheit und mit seinem damaligen Freundeskreis auseinandersetzen, denn offenbar scheinen die Morde alle mit dem Verschwinden des Jungen von damals in Verbindung zu stehen….
Jetzt beim Schreiben der Rezension klingt das alles ganz gut nachvollziehbar, doch wenn man bei Julia Nachtmanns Vortrag nicht genau zuhört, dann kann man schon mal den roten Faden verlieren, denn es wimmelt hier von Mitwirkenden, die sich allesamt auf die eine oder andere Art kennen und sich teils nicht sonderlich mögen. Es gibt für mich hier zu viele Verwicklungen, die man erst einmal durchschauen und einordnen muss, was dann Abzug bei der Spannung gibt. Schade eigentlich, denn der Schreib- bzw. Erzählstil der Autorin gefällt mir gut und ich hoffe auf die Verfilmung (alle anderen Fälle sind ja schon im Fernsehen zu sehen gewesen), die dann vielleicht durch markante Gesichter die Einordnung der vielen Personen einfacher macht, denn der Vorleserin ist es durch Stimmenmodulation nicht gelungen hier Hilfestellung zu geben.
Fazit: Schade, das Hörbuch konnte mich nicht unbedingt fesseln, denn bei den vielen Mitwirkenden und deren Verwicklungen wird die Handlung undeutlich, was dann auf Kosten der Spannung geht und man Mühe hat den Täter auszumachen, obwohl die Autorin sonst einen guten Erzähl- bzw. Schreibstil hat.

 

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