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Springflut

Dies ist die Verfilmung des gleichnamigen Bestseller der Autoren Rolf u. Cilla Börjlind. Das Buch habe ich nicht gelesen und deswegen kann ich auch nicht beurteilen, wie stimmig die beiden sind.
Springflut“ umfasst fünf Episoden von jeweils ca. 90 min. Schauplatz ist Stockholm und Umgebung sowie teils auch Costa Rica. Wer nordische Krimi-Verfilmungen mag, der wird hier einige bekannte Gesichter entdecken.  Die Hauptrollen haben Julia Ragnarsson als Olivia Rönning und Kjell Bergqvist als Tom Stilton übernommen.
Die beiden finden sich als Ermittler erst im Verlauf der Handlung zusammen. Olivia studiert noch an der Polizeihochschule und bekommt als Übungsfall einen echten „Cold Case“, der sich 1990 auf einer der vielen Inseln in Schweden ereignete.  Damals hatte man eine hochschwangere Frau am Strand so tief im Sand eingegraben, dass sie sich nicht selbst befreien konnte und dann im Verlauf ertrank. Sie wurde nie identifiziert und nachdem die umfangreichen polizeilichen Ermittlungen im Sande verliefen, ist dieser Fall immer noch ungelöst…..
Während ihrer Recherchen findet Olivia heraus, dass einer der beiden damaligen Ermittler ihr bereits verstorbener Vater war. Der andere  heißt Tom Stilton, der aber nicht mehr als Polizist arbeitet.  Als Olivia ihn endlich ausfindig gemacht hat, ist er nicht sonderlich erbaut darüber, ihr bei diesem Fall zu helfen…
Parallel zu diesem Handlungsstrang sind noch andere Straftaten ins Geschehen eingewoben  wie z.B. brutale Übergriffe auf Obdachlose oder es gibt Einblick in dubiose Geschäftspraktiken, wo man nach außen hin Wohltätigkeit signalisiert und im Geheimen aber nur auf Profit aus ist und kriminelle Machenschaften an der Tagesordnung sind…
Die vielen „Baustellen“ an denen neben der eigentlichen „Cold-Case-Ermittlung“ gearbeitet/ermittelt wird, verknüpfen sich teils mit diesem alten Fall und durch aktuelle Ereignisse kristallisiert sich dann auch der eine oder andere Zusammenhang heraus. Tatsächlich ergeben sich neue Ermittlungsansätze im ungelösten Fall….
Eine etwas straffere Erzählung/Verfilmung hätte mir auch gereicht, die Morde/Straftaten an sich haben es in sich und lassen einen vor der Brutalität erschaudern.
Die Auflösung des Falls bzw. den Täter hatte ich recht schnell ins Auge gefasst, da man leider immer wieder bekannte Darsteller in augenscheinlich kleine Rollen zwängt, die dann zum Schluss als Täter abgeführt werden. Allerdings fiel mir dies bis jetzt nur in deutschen Krimis auf, aber mittlerweile habe ich so viele nordische Krimiverfilmungen gesehen, so dass es mir hier dann auch aufgefallen ist.
Wie sich das Leben von Olivia durch den Cold-Case-Fall plötzlich ändert, fand ich etwas sehr konstruiert bzw. „zu viel des Guten“.
Da die Buchreihe bereits fortgesetzt wurde und auf dem Cover –Staffel 1 – steht, gehe ich davon aus, dass sie fortgesetzt wird, wo dann hoffentlich auch die offenen Fragen, die hier in einigen Nebenschauplätzen/-handlungen wie z.B. den Escort-Service aufgekommen sind, beantwortet werden.
Fazit: Eher durchschnittliche Krimi-Kost aus dem hohen Norden, wo aber die Darstellung der jungen engagierten Polizei-Studentin  besonders punkten kann und man auf die Fortsetzung der Reihe gespannt sein darf!
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Kelley Armstrong: Dunkles Omen – Ein Cainsville-Thriller

Während Olivia Taylor-Jones mit ihrem Freund James ein Wohltätigkeits-Dinner besucht, ist ihre Welt noch in Ordnung, denn es fehlt ihr an nichts und demnächst sollen auch die Hochzeitsglocken für die Zwei läuten. Doch bis dahin läutet erst einmal Olivias Handy und ihre Mutter bittet sie um ein Gespräch…
Kaum bei ihrer Mutter angekommen, klingelt es an der Haustür und als Olivia öffnet, blitzen Kameras auf und Mikrofone werden auf sie gerichtet und dann platzt die große Seifenblase in der Olivias bisheriges Lebens sich befand und nichts ist mehr wie es einmal war…..
Was Olivia dann erfährt, ist ein Schock: Sie wurde adoptiert und ihre leiblichen Eltern heißen Pamela und Todd Larsen und sie sitzen beide im Gefängnis, denn sie sind verurteilte Serienmörder…
Aufgrund des großen Medien-Interesses und infolge eines Streits mit James taucht Olivia ab und kehrt ihrem bisherigen Lebensstandart den Rücken. Während sie auf Arbeits- und Wohnungssuche in Chicago auf aussichtslosem Posten zu sein scheint, bekommt sie durch Zufall eine Adresse in Cainsville, wo dann die Geschichte erst richtig in Fahrt kommt……
Was bin ich froh, dass ich keine Sekunde gezögert habe, als man mir „Dunkles Omen “ zum Rezensieren angeboten hat, denn es ist ein außergewöhnliches, spannendes und besonders fesselndes Buch, das mich sofort in seinen Bann gezogen hat. Durch die besondere Erzählweise der Autorin und die Vorkommnisse in der Handlung stellen sich doch dann und wann beim Lesen die Nackenhaare hoch, denn seien wir doch mal ehrlich, so ein bisschen Aberglauben kennen wir doch alle….
Neben der spannenden Kriminalgeschichte, die einen hier erwartet, kommen Elemente wie Aberglauben oder auch Omen zum Einsatz. Auch die Kleinstadt Cainsville verströmt einen mysteriösen Charme und die Einwohner dort scheinen irgendein Geheimnis zu hüten.
Ich muss gestehen, Mysterie-Thriller gehörten bisher nicht zu meinem Leserepertoire. Kelley Armstrong hat mich da eines besseren belehrt und ich kann kaum erwarten wie es weiter geht…..
Fazit: Fesselnde Spannung und mysteriöse Ereignisse verbinden sich zu einem Page-Turner, dessen Fortsetzung hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lässt!

 

 

 

 

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Jenny Rogneby: Leona – Die Würfel sind gefallen

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Dieses spannende Hörbuch wird von Julia Nachtmann einfühlsam vorgetragen. Die Autorin ist selbst als Ermittlerin bei der schwedischen Polizei in Stockholm tätig gewesen. Bei ihrer Arbeit kam ihr die Idee zu der etwas anderen Polizistin Leona. Und ihr Erstlingswerk ist ihr wirklich gelungen, hat sie doch den richtigen „Riecher“ gehabt, als sie sich entschieden hat, sich nach Malta zurückzuziehen um dieses Buch zu schreiben.
Olivia ist sieben Jahre alt und sie steht nackend und blutüberströmt mit einem Teddy in einer Bank. Aus einem mitgebrachten Kassettenrekorder kommt folgende Meldung: „Hören Sie mir genau zu, was ich zu sagen habe….
Die Mitarbeiter und Kunden in der Bank bleiben entsetzt zurück und das
Mädchen entkommt unerkannt und spurlos nebst ihrem geliebten Teddy und mehreren Millionen Kronen.
Für die schwedischen Medien ist dies die Schlagzeile schlecht hin.
Mit den Ermittlungen in diesem Fall wird Leona Lindberg beauftragt, die selbst zweifache Mutter ist. Obwohl sie lieber allein arbeitet, bekommt sie zwei unerfahrene junge Kollegen aufs Auge gedrückt. Als diese dann im Verlauf tatsächlich den Fehler begehen und wichtige Hinweise nicht weiterleiten, kommt das Leona gerade recht…
Als die Ermittlungen zu keinem Ergebnis führen, setzt Leonas Vorgesetzter zu ihrem Missfallen auch noch ein Medium ein, der bei der Suche nach dem verschwundenen Mädchen helfen soll….
Das ein siebenjähriges Mädchen nicht allein einen Banküberfall plant, steht von vorn herein fest, doch wer ist der Mittelsmann bzw. der Kopf des Unternehmens?
Als dann sich ein Journalist mit angeblich wichtigen Hinweisen an Leona wendet, nimmt die gesamte Handlung eine unvorhersehbare Wendung……….
Welche? Nun, ich erzähle das bestimmt nicht, denn dieses wirklich gelungene spannende Hörbuch, kann ich nur empfehlen, denn „Leona – Die Würfel sind Gefallen“ endet nicht nur mit einem so genannten open end, so dass man auf eine Fortsetzung hoffen kann, sondern der ganze Erzählstil mit vielen Sichtweisen und nicht vorhersehbaren Wendungen ist so fesselnd, dass ich mir alle vier CD’s hintereinander angehört habe, was natürlich auch mit der Vortragsweise von Julia Nachtmann zusammenhängt, denn mit Hilfe ihrer Stimme kann man sehr gut auf die Suche nach Olivia gehen und sitzt gebannt vorm Lautsprecher.
Fazit: Gelungenes, etwas ungewöhnliches, aber  außergewöhnlich spannendes Krimi-Debüt, das gekonnt von Julia Nachtmann vorgetragen wird. Unbedingt anhören!

 

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