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Max Bentow: Das Porzellanmädchen

Diesmal schickt der Autor nicht seinen Berliner Kommissar Nils Trojan auf Mördersuche, sondern er hat einen ganz eigenständigen Thriller mit Gänsehautfaktor geschaffen. Axel Milberg hat die Lesung übernommen, was echt klasse ist, denn hier zeigt er mal wieder wie wandelbar doch seine Stimme ist und besonders die krächzenden, unheimlichen Puppenstimmen bzw. die Stimme des Insekts machen das Hörbuch „Das Porzellanmädchen“  zu einem Hörerlebnis mit Gruselfaktor!
Die Handlung dreht sich immer wieder, bzw. wird aus einem anderen Blickwinkel erzählt, was ungewöhnlich, aber ganz besonders spannend gelungen ist, so dass die über neun Stunden lange Lesung wie im Pflug vergeht!
Zum Inhalt:
Im Juni 2003 gerät ein 16-jähriges Mädchen in die Fänge eines Mannes, der sich ihr nur mit einer ganz besonderen Maske präsentiert und dadurch einem Insekt ähnelt. Was das Mädchen erleiden muss ist bizarr und nur eine Porzellanpuppe mit unterschiedlichen Augen hilft ihr ihre Ängste zu unterdrücken…
Es erfolgt ein Szenenwechsel und man lernt die erfolgreiche Schriftstellerin Luna Moor kennen, die besonders einfühlsam über menschliche Abgründe schreibt. Was niemand ahnt, ist,  dass sie in ihrer Jugend entführt und für einige Zeit festgehalten wurde bis sie fliehen kann….
Das Haus, in dem sie gefangen gehalten wurde, steht zum Verkauf und deswegen wagt sie den Schritt und will sich ihren schlimmen Ängsten und Erinnerungen an damals stellen.  Sie mietet sich für einige Zeit in dem Haus ein, was im Nachhinein kein so guter Gedanke war, denn es fangen an merkwürdige Dinge zu passieren….
Mehr möchte ich von diesem spannenden und ganz besonders fesselnden, aber auch Gänsehaut erzeugenden Hörbuch nicht verraten. Nur so viel möchte ich noch sagen: Axel Milberg als Vorleser ist die perfekte Besetzung für diesen Thriller und Max Bentow zeigt sich hier von einer ganz anderen schriftstellerischen Seite, obwohl mir seine Bücher wie z.B. Das Hexenmädchen auch gut gefallen haben.
Fazit: Nervenkitzel vom Feinsten hat Max Bentow niedergeschrieben und Axel Milberg macht daraus ein Hörerlebnis der besonderen Art! Unbedingt anhören!

 

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Dora Heldt: Jetzt mal unter uns….

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Besonders gut gefallen mir neben den eigentlichen Büchern von Dora Heldt auch die Cover ihrer Veröffentlichungen. Auch diesmal ist es wieder sehr gut gelungen und ganz schnell habe ich mich bildlich gesprochen in den weißen Dünensand gesetzt und habe die Autorin, die dort am Tischchen sitzt,  sagen hören: „Jetzt Mal Unter Uns…“ Das kann jeder nachmachen, denn das Hörbuch wird von Dora Held selbst vorgetragen.
Mir gelingt das besonders gut, denn ich hatte bereits das Vergnügen und habe der Autorin bei einer ihrer Lesungen aus der ersten Reihe lauschen dürfen.
Auf den zwei CD’s sind ihre Kolumnen zusammengefasst, die sie in der Zeitschrift „FÜR SIE“ veröffentlicht hat.
Gleich zu Anfang schildert sie wie sie in einem Telefongespräch versucht ihrer Mutter zu erklären, was denn eigentlich eine Kolumne ist. Die versteht sie nämlich falsch und denkt, die Autorin soll jetzt von dieser  Frauenzeitschrift Tipps für ihr neues Outfit oder eine neue Haarfarbe bekommen.
Nachdem der Irrtum erklärt ist, macht die Mutter den Vorschlag Dora Heldt solle doch über Läuse auf Begonien schreiben, das wäre doch bestimmt ein Thema, das jede Frau interessieren würde….
So erfährt man auch in den kleinen Alltagsgeschichten etwas über Tischmanieren von Kindern, die Bikinifigur, wie man sinnvoll einen Keller entrümpelt oder sie lüftet auch das Geheimnis ihrer schwarzen Strickjacken. Ein anderes Thema ist Kochen mit Freunden, das dann zu einer Art Wettkampf ausartet. Auch schildert sie, wie kurfristig angesetze Besuche ihrer Eltern bei ihr eine einer Art Putzpanik auslösen und ihre blitzeblanke Wohnung trotz allem ihre Mutter nicht zufriedenstellt.
Schon nach der ersten kleinen Geschichte der Autorin ertappe ich mir dabei, dass ich zustimmend nicke, denn in vielen Dingen habe ich die gleiche Erfahrung gemacht, auch kann ich vieles nachempfinden, was sie hier treffsicher niedergeschrieben hat.
Dora Heldt hat eine erfrischende Beobachtungsgabe und hat dies wörtlich auf den Punkt gebracht und in ihren Kolumnen niedergeschrieben. Es aus ihrem eigenen Mund vorgetragen zu bekommen, macht es noch einmal persönlicher und sie spricht bestimmt nicht nur mir aus der Seele, wenn sie von ihren Erlebnissen und Alltagssituationen berichtet, wie z.B. Porzellan zum Abwinken, dass von der Oma für sie seit ihrem 14. Lebensjahr gesammelt wird und von der Mutter dann noch in Panik in riesiger Menge als Restkauf angeschafft wird, denn es könne ja mal etwas kaputt gehen…..
Fazit: Einfach herrlich! Diese Kurzgeschichten treffen voll ins Schwarze!
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