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Donna Leon: Das goldene Ei

978-3-257-06891-7

Fall Nr. 22 für Commissario Brunetti!
Doch einen richtigen Kriminalfall gibt es diesmal eigentlich gar nicht zu lösen für den Commissario, denn nur durch Zufall stolpert er durch eine kurze Bemerkung seiner Frau Paola auf einen Todesfall, der ihn nicht mehr loslässt:
Paola erzählt vom Tod des staubstummen und wohl auch geistig behinderten „Jungen“, der mit kleinen Hilfsdiensten in der Reinigung beschäftigt war, wo Familie Brunetti seit vielen Jahren ihre Kleidung hinbringt.
Ein Anruf in der Pathologie und Brunetti erfährt, das der „Junge“ an einer Überdosis Schlaftabletten verstorben ist, ob in suizidaler Absicht oder aus Versehen ist noch unklar. Doch ganz besonders hellhörig wird der Commissario als er erfährt, dass keine organischen Missbildungen oder Erkrankungen bei dem als staubstumm geltenden Toten zu finden sind.
Da Brunetti nur einen diskreten Auftrag von Patta hat, wo es um Verbindungen zum Bürgermeister geht, hat er Zeit sich mit dem Tod des Jungen zu beschäftigen. Bei einer Nachfrage in der Reinigung wie der Name des Toten sei und wie man seine Familie bezüglich Identifizierung erreichen könne, bekommt er nur wage Andeutungen, was ihn skeptisch macht.
Der Namen des Toten wird mit Davide Cavanella angegeben und seine Mutter heißt Ana.
Commissario Brunetti bittet Signorina Elettra um Mithilfe bei der Suche nach Einträgen in den amtlichen Registern um etwas über Davide Cavanella zu erfahren.
Der erste Kontakt mit der Mutter des Toten ist merkwürdig, denn sie blockt alle Fragen, die der Commissario stellt ab.
Es wird noch merkwürdiger als Brunetti erfährt, das der Tote nirgends registriert war, kein Personalausweis, kein Nachweis, dass er überhaupt existiert hat!
Jeden den er nach Ana und Davide Cavanella fragt, blockt ab oder er stößt auf eine Mauer des Schweigen, erst als Ana schwer verletzt im Krankenhaus aufgenommen wird, kommt Bewegung in den Fall.
Brunetti setzt alle Hebel in Bewegung um Licht in diese Geschichte zu bringen. Er begegnet dabei Menschen, deren Verhaltensweisen durchaus als böse zu bezeichnen sind und langsam entschlüsselt er welche Qualen der „Junge“ vor seinem Tod zu erleiden hatte.
Donna Leon schafft es in „Das goldene Ei“  aus einem Todesfall in der Nachbarschaft eine spannende Geschichte zu machen, die dann zu einem dunklen Familiengeheimnis führt, was sich erst am Ende des Buches ganz entschlüsselt.
Fazit: Dieser Fall ist eher als große Tragödie zu bezeichen und doch darf man als Brunetti-Fan ihn keinesfalls verpassen.

 

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Ken Bruen: Jack Taylor fährt zur Hölle

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Ich muss ganz ehrlich sagen, so einen Kriminalroman habe ich bisher noch nicht gelesen.  Wahrscheinlich muss man sich erst einmal einen guten irischen Whiskey einschenken um die Einsichten und Ansichten eines ehemaligen irischen Polizisten, nämlich Jack Taylor, zu verstehen.  Ich hatte Mühe den Gedankengängen und Rezitationen der verschiedensten Bücher zu folgen und was am schwierigsten war,  diese von der eigentlichen Krimihandlung rauszufiltern.
Trotz aller Mühe muss ich gestehen, habe ich aber auch einige Male herzlich über die Schreibweise bzw. Gedanken und Äußerungen von Jack Taylor lachen müssen.
Zum Inhalt des Buches:
Jack Taylor, ehemaliger Polizist in Galway, Irland ist Jemand, der ständig mit dem Genuss oder der Abstinenz von Alkohol und später auch Tabletten und Drogen aller Art kämpft. Viele sagen von ihm, wenn er dieses Laster nicht hätte, hätte mal ein angesehener Polizist aus ihm werden können…, hätte!
So hält er sich als Privatdetektiv irgendwie über Wasser und tatsächlich bekommt er einen Auftrag von Terence Boyle, der ihn auch gleich großzügig im Voraus bezahlt, denn er soll den Verdacht erhärten, dass Terence Stiefmutter Kirsten seinen Vater getötet hat.
Ehe sich Jack versieht muss er aber noch an einem Fall arbeiten, denn er ist noch Jemanden etwas schuldig. Dieser Jemand ist eine Unterweltgröße mit Namen Bill Cassell, dem Jack noch „zweimal“ etwas schuldet. Bill ist schwer erkrankt und will vor seinem Ableben noch eine Rita Munroe finden.
Besagte Frau war in den 50ziger Jahren eine Nonne im Magdalenen-Stift, wo zu der damaligen Zeit junge unverheiratete Mädchen von ihren Familien oder der Kirche untergebracht wurden. Diese mussten unter entsetzlichen Bedingungen in der Wäscherei des Stiftes arbeiten. 
Eine ganz besonders verhasste Nonne wurde Luzifer genannt, denn sie zeichnete sich durch besondere Härte aus. So schlug sie besonders gern mit ihrem Rosenkranz in die Gesichter der Mädchen oder sie wickelt sie in feuchte Laken, in denen diese dann stehend die Nacht verbringen mussten, sie nannte es „die Reinigung“
Nur eine hat den jungen Frauen zur Flucht verholfen und diese sollte Jack Taylor nun finden.
Beide Fälle löst dieser auf seine Weise, was ihn zwischenzeitlich selbst ins Gefängnis bringt…
Hier muss jeder Leser selbst entscheiden, ob „Jack Taylor fährt zur Hölle“ ein Geniestreich ist oder man sich einen Whisky zum Lesen holt……Sláinte oder Prost für alle Nichtiren.
 Fazit: Ungewöhnlicher Schreibstil trifft auf Humor
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