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Jussi Adler-Olsen: Selfies

Im April 2015 hatte ich hier „Verheissung“ vorgestellt, nun kommt endlich Fall Nr. 7 für das Sonderdezernat Q!
Die ungekürzte Lesung (über 17 Stunden!) hat erneut Wolfram Koch übernommen, was ich persönlich sehr gut finde. Durch die bekannten Klangnuanchen seiner Stimme hat man als Zuhörer ganz schnell wieder die verschiedenen Team-Mitglieder um den Vizepolizeikommissar Carl Mørck vor Augen und kann so gleich ins Geschehen eintauchen…
Handlungsmäßig ist hier diesmal ganz schön was los, denn nicht nur ein ungelöster „alter“ Fall steht auf der Tagesordnung des Sonderdezernat Q, sondern auch aktuelle Ereignisse/Fälle kreuzen ihre Ermittlungen, was zu einigem Gerangel bezüglich der Zuständigkeit führt.
Der Prolog beginnt 1995, wo man Einblick in die Familie Kirschmeier bekommt, einige Mitglieder dieser Familie trifft man dann in der Haupthandlung wieder, die 2016 angesiedelt ist.
Durch Besuche auf dem Sozialamt lernen sich die drei jungen Frauen Denise, Michelle und Jasmin kennen, da für sie ein und dieselbe Sozialarbeiterin zuständig ist. Die ist nicht sonderlich gut auf die drei Frauen zu sprechen, denn sie glaubt, dass sie sich das Geld vom Sozialamt nur erschleichen…
Jede dieser drei Frauen hat so ihr Päckchen zu tragen und durch äußere Umstände schließen sie sich zusammen und entfalten dabei kriminelle Energie, die dann allerdings aus anfänglicher Euphorie über einen gelungenen Coup in einer Spirale aus Gewalt endet….
Der besorgniserregende Gesundheitszustand von Carls Mitarbeiterin Rose spielt in Selfies“ eine ganz wichtige Rolle, denn sie hat psychische Probleme, deren Ursache offenbar in ihrer Jugend/Kindheit liegen, die hier diesmal auch Teil der Handlung ist.
Wer die Bücher von Jussi Adler-Olsen kennt, der weiß, auch wenn man anfänglich die Verbindungen zwischen den vielen Geschehnissen in der Handlung noch nicht sieht, es gibt sie und der Autor führt einen durch seinen wunderbaren Erzählstil langsam aber unaufhaltsam darauf zu, so dass man letztendlich erkennt, wie alles zusammenhängt. Durch gut gezeichnete Personen- und bildhafte Situationsbeschreibungen sowie erfrischende Dialoge, ist alles sehr gut nachvollziehbar und man hört gefesselt zu, so dass die mehrstündige Lesung wieder einmal viel zu schnell vorbei ist!
Fazit: Jussi Adler-Olsen ist ein wunderbarer Geschichtenerzähler und Wolfram Koch lässt durch seine Stimmnuancen die Figuren aus diesen spannenden Büchern lebendig werden, so dass Fall Nr. 7 für das Sonderdezernat Q in dieser Kombination wieder exzellent gelungen ist!

 

 

 

 

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Jussi Adler-Olsen: Verheissung

978-3-86231-503-1-380x400
Wolfram Koch schlüpft wieder in die Rolle des Erzählers bzw. Vorleser in Sachen Sonderdezernat Q, das mit „Verheißung“ in die 6. Runde geht. Wer den Schreibstil von Jussi Adler-Olsen und den Vortragsstil von Wolfram Koch genauso mag wie ich, dem lege ich das ungekürzte Hörbuch auf zwei mp3-CD’s ans Herz, denn da wird Hören zum Erlebnis!
Das Team um Carl Mørck besteht neben Assad und Rose nun auch noch aus den „langen Lulatsch“ Gordon, den Carl immer noch nicht ganz akzeptieren kann, da er vermutet, dass er von „oben“ ins Team eingeschleust wurde um ihm auf die Finger zu sehen und außerdem hat er mit seiner ganzen naiven Art so seine Schwierigkeiten.
Christian Habersaat, ein kurz vor der Pensionierung stehender Kollege mit dem Carl vor Urzeiten einmal zusammengearbeitet hat, wendet sich an ihn, da er sich Hilfe vom Sonderdezernat Q bei einem siebzehn Jahre alten Fall erhofft. Er selbst hatte damals die Leiche einer jungen Frau mit nach unten hängendem Kopf in einem Baum gefunden. Alle Versuche diesen Fall aufzuklären, verliefen im Sande. Noch ehe Carl es in Erwägung zieht Ressourcen darauf zu verwenden, wird ihm vom spektakulären Tod seines ehemaligen Kollegen berichtet und auf Betreiben von Rose nehmen sie sich des Falls an.
Sie müssen sich durch Aktenberge arbeiten und es führt sie in die Zeit der Flower-Power-Ära mit Kommunenleben und dem Praktizieren der freien Liebe. Die losen Fäden an Informationen führen dann in den Bereich Esoterik  und zu einer Art Glaubensgemeinschaft, deren Anführer ein charismatischer Mann zu sein scheint, denn die Frauen haben alle einen verklärten Blick, wenn sie über ihn reden…
Während der Ermittlungen  geraten Carl und Assad dann in Lebensgefahr, da sie dem Mörder anscheinend zu nah gekommen sind und es wird sehr brenzlich für beide…
Das Buch endet dann ganz anders als erwartet bzw. nicht so ausgeklügelt wie man es aus den vorherigen Fällen kennt, was einen kleinen Punktabzug gibt, denn dass ein altgedienter Polizist, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, diesen Fall zu lösen, dann den Mörder regelrecht übersieht, passt irgendwie nicht so ganz…
Aber nichtsdestotrotz kommt man am sechsten Fall von Carl Mørck und Co. nicht vorbei, zumal auch der Unterhaltungswert hier wieder ganz im Vordergrund steht, denn durch die geschickte Kombination aus Kriminalgeschichte und Humor kommt keineswegs Langweile auf und ich hoffe die Aktenberge im Sonderdezernat Q lassen noch auf weitere Fälle hoffen…..

 

Fazit: Wolfram Koch ist die Stimme und Jussi Adler-Olsen der Schöpfer eines kriminalistischen Dreamteams, das man nicht mehr missen möchte
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Jussi Adler-Olsen: Erwartung – Der Marco-Effekt

978-3-86231-306-8

Es weht ein neuer Wind durchs Sonderdezernat Q: 
Der Alte Chef geht vorzeitig in Pension. Carl Morck bekommt einen neuen Vorgesetzten und der heißt ausgerechnet Lars Björn!  Da dieser einmal die Idee hatte, das Sonderdezernat Q einzurichten,  lässt er auch nicht mit sich reden, als er einen neuen Mitarbeiter als Controller zum Team hinzufügt. Carl hält nicht viel von diesem schlaksigen Typen mit Namen Gordon Taylor, der in seinen Augen eher noch als Kind durchgeht.  Zu Carls großer Verwunderung hat Rose gar nichts gegen den Neuen im Team und bald kommen die beiden sich auch zwischenmenschlich näher,  was dann alle im Büro geräuschvoll mitbekommen……
Das Hörbuch beginnt im afrikanischen Kamerun, wo der Zuhörer Zeuge wird,  wie der Leiter eines Hilfsprojekts zu Tode kommt. Dieses Hilfsprojekt wird von Dänemark unterstützt. Doch wer dahinter etwas Gutes vermutet, liegt falsch, denn es ist ein dubioses Geldgeschäft, das sich hinter der Wohltätigkeit versteckt. Als Schwierigkeiten aufkommen wird William Stark, ein Mitarbeiter des Ministeriums nach Kamerun geschickt um vor Ort Nachforschungen anzustellen.  Stark bleibt kürzer als geplant in Afrika und nachdem er in Dänemark wieder gelandet ist, verliert sich seine Spur. ..
Parallel zur Vermisstensache wird die Geschichte des 15-jährigen Marco erzählt.  Er gehört zu einem großen Clan, dessen Anführer sein Onkel Zola ist. Marco und noch einige Kinder in seinem Alter leben vom Betteln oder wenn sie etwas älter sind von Taschendiebstählen. Onkel Zola führt den Clan mit strenger Hand und so sind Bestrafungen an der Tagesordnung.  Doch Marco ist ein helles Köpfchen und  so hat er sich selbst mehrere Sprachen beigebracht, was ihn bald in den Augen seines Onkels zu einer Bedrohung werden lässt und er will ihn „beseitigen“. Marco flüchtet daraufhin aus der gemeinsamen Wohnung in den Wald, wo er sich in einem Erdloch versteckt. Nur knapp kann er seinen Verfolgern entkommen. Doch im Erdloch ist er nicht allein, denn Marco findet dort eine Leiche, die eine auffallende Kette trägt….
Besonders gut hat mir diesmal gefallen, wie durch Rose, die jetzt auch als Außendienstmitarbeiterin eingesetzt wird, der Zusammenhang zwischen den beiden Fällen hergestellt wird. Wie auch in den vorherigen Krimis schwenkt der Autor zwischen Geschehnissen und Personen hin und her, doch das wieder so geschickt und gut beobachtet, dass man als Zuhörer durch die bildhafte Sprache das Gefühl hat man befände sich in einem Film.
Nach 8 CD’s voller Spannung ist meine „Erwartung“ nicht enttäuscht worden, denn dem Autor ist  erneut ein gut beobachteter, fesselnder, mit ganz speziellem Humor angereicherter Thriller gelungen. 
Gesprochen wird das Hörbuch wieder von Wolfram Koch, der es schafft, dass man sofort nach Einlegen der ersten CD die unterschiedlichen Charaktere an den Stimmnuancen wiedererkennt und somit die Hörbuchfassungen des Sonderdezernat Q  mit dem Vorleser mittlerweile eine unverwechselbare Einheit bilden.
Fazit: Spezieller Humor, fesselnde Handlung und bildhafte Sprache verschmelzen zu einem ganz besonderen Thriller, den man sich nicht entgehen lassen sollte!
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