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Gustav Skördeman: Geiger

Lübbe

Die Handlung beginnt im Haus der bekannten Fernseh- und Entertainer-Legende Stellan Broman, der in ganz Schweden als „Onkel Stellan“ bekannt ist. Seine rauschenden Feste, wo sich Prominente aus allen Bereichen des Showbusiness, aber auch hohe Politiker aus dem In- und Ausland trafen, sind legendär. Er ist mittlerweile seit vielen Jahren aus dem Showgeschäft heraus und genießt nebst Ehefrau Agneta seinen Ruhestand. Gerade sind die Enkelkinder von ihren Eltern abgeholt worden und es kehrt wieder Ruhe im Hause Broman ein. Doch die ist nur von kurzer Dauer, denn das Telefon klingelt. Als Agneta den Hörer abnimmt, ertönt das Wort „Geiger“ und die Idylle ist dahin….
Agneta hat es plötzlich eilig, sie holt aus einem Versteck eine Waffe, die sie kurze Zeit später auf den Hinterkopf ihres Mannes richtet und abdrückt. Dann verlässt sie das Haus….
Kommissarin Sara Nowak wird von einer Kollegin um Mithilfe gebeten und zu einem Tatort gerufen…
Als Sara die Adresse hört, ist sie elektrisiert, denn sie hat dort die meiste Zeit ihrer Kindheit verbracht, da ihre alleinerziehende Mutter als Haushaltshilfe bei der Familie Broman angestellt war. Sara und sie wohnten auf dem Grundstück und Bromans Töchter Lotta und Malin waren lange Zeit ihre Spielkameradinnen gewesen.
…. und dann betritt Sara das Haus. Die Zeit scheint stehengeblieben zu sein, obwohl sie schon lange nicht hier war, ist alles noch so wie früher –  nur dass nun Stellan Broman erschossen in einem Sessel sitzt….
Im Verlauf der Handlung wird aus dem umjubelten Entertainer, dann jemand, der offenbar eine sehr dunkle Seite hatte, was nicht nur bei Sara Nowak für Entsetzten sorgt, sondern den Mord an „Onkel Stellan“ plötzlich in ein ganz anderes Licht rückt….
Das Buch liest sich gut und den Beginn der Geschichte fand ich interessant und spannend. Doch dann tauchen recht schnell Worte wie „Spionage, kalter Krieg etc.“ auf, was zu einem recht umfangreichen Handlungsteil führt, wo der Autor Zusammenhänge erklärt und auf das politische Geschehen in der damaligen Zeit eingeht, was zwar einerseits hilfreich für das bessere Verstehen ist, andererseits aber den Spannungsbogen abflachen lässt, zumal man auch noch die vielen undurchsichtigen Mitwirkenden richtig einordnen muss…
Keine der „Hauptfiguren“ war mir sonderlich sympathisch und die „dunkle Seite“ des Mordopfers überraschte mich dann auch nicht sonderlich. Auch was sonst noch „aufgedeckt/enttarnt“ wurde, hatte ich schon recht schnell vermutet und lag dann letztendlich auch richtig.
Da dies ja das Debüt einer mehrteiligen Reihe ist, möchte ich von den oben erwähnten „Unebenheiten“ aber noch erst absehen und den weiteren Verlauf im nächsten Buch abwarten, so dass ich hier drei von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Wendungsreiches, aber eher durchschnittliches Thriller-Debüt
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Kommissar Wallander – Staffel 3

Edel Motion VÖ 19.03.21

Lange brauchten die Fans der Reihe nicht auf eine Fortsetzung warten, denn nach „Staffel 1“ im November 2020 und „Staffel 2“ im Januar 2021 gibt es nun drei weitere Buchverfilmungen von Henning Mankell unter dem Titel „Kommissar Wallander – Staffel 3“:
Ein Mord im Herbst:
Zu Beginn der Handlung beziehen Kurt Wallander und seine Lebensgefährtin Vanja nebst dem kleinen Peter und dem Hund Jussi ein Häuschen mit Blick auf die Ostsee. Während die „Menschen“ drinnen arbeiten, erkundet Jussi den Vorgarten und es dauert nicht lange, da findet er menschliche Knochen…..
Wäre dies nicht schon genug Trubel und Aufregung während der Kommissar sein neues Haus bezieht, da muss er sich parallel auch noch mit neuen Fall befassen, denn am Strand bei Ystad wird ein angespülter abgetrennter weiblicher Arm gefunden. Durch ein Schmuckstück daran führen die Ermittlungen zu einer Ostseefähre, die zwischen Schweden und Polen hin- und herfährt…
Hunde von Riga:
Mittlerweile lebt Kurt Wallander wieder allein. Durch ein auf der Ostsee in Küstennähe treibendes Schlauchboot mit zwei auffällig tätowierten männlichen Leichen kommt ein Major Karlis Liepa – ein letterischer Kriminalkommissar – aus Riga nach Ystad. Er kann die toten Männer als einschlägig bekannte lettische Drogenkuriere identifizieren, weswegen er bald wieder abreist…
Kaum in Lettland angekommen, wird Major Liepa auf brutalste Weise ermordet. Für Wallander ist es selbstverständlich die offenen Ermittlungen in Riga fortzusetzen bzw. den Kollegen vor Ort „behilflich“ zu sein, weswegen er sich sofort auf den Weg macht. Doch die „Ermittlungen“ dort gestalten sich so ganz anders als erwartet und bald weiß Wallander nicht mehr, wem er noch trauen kann, nur Karlis Witwe Baiba ist ihm wohlgesonnen, denn auch sie will wissen, wer ihren Mann getötet hat….
Vor dem Frost
Dieser Fall setzt sich aus vielen verschiedenen Puzzleteilchen zusammen: Plötzlich taucht bei Wallander zuhause Anna, eine Jugendfreundin seiner Tochter Linda auf.  Sie wirkt gehetzt und verwirrt. Kaum dass Wallander sein Telefon in die Hand genommen hat, um Annas Mutter zu kontaktieren, ist die junge Frau wieder spurlos verschwunden. Und das bleibt sie auch….
Brennende Schwäne über einem Waldsee, eine vermisste Kartographin, ein entflohener Psychiatrie-Insasse und kurz hintereinander stattfindende bizarre Selbstmorde sind weitere Teile dieses Puzzles, das Wallander und sein Team Stück für Stück zusammensetzen müssen, um diesen komplexen Fall zu lösen…..
Was soll ich noch sagen, auch diese Staffel ist spannend und fesselnd gelungen und erneut nah an den „Vorlagen“, die der verstorbene schwedische Autor Henning Mankell geschrieben hat. Die raue Küstenlandschaft dient als Kulisse und man hat das Gefühl, der Autor hatte sie genau so vor Augen, als er seine Krimis schrieb.
Auch diesmal wird der zuletzt etwas melancholische Kurt Wallander wieder bravourös von Kenneth Brannagh verkörpert. Das ihn umgebene gut besetzte Schauspiel-Ensemble hat durch die gleichbleibende Rollenbesetzung einen guten Wiedererkennungswert, so dass man gleich wieder mitten im Geschehen ist und das Dargebotene genießen kann.
Hier gibt es schon mal einen kleine Vorgeschmack auf die 3. Staffel: Trailer
Fazit: Auch Staffel 3 der Wallander-Reihe hält das hohe Niveau an Schauspielkunst und punktet erneut mit passender Kulisse, gelungener Buchverfilmung  und spannender Unterhaltung! Bitte weiter so!
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Tina Frennstedt: Cold Case – Das gezeichnete Opfer –

Lübbe

Nach dem spannenden DebütDas verschwundene Mädchen“  geht die schwedische  „Cold-Case-Reihe“ mit dem Titel „Das gezeichnete Opfer“ weiter.
Die Existenz des Cold-Case-Teams um Hauptkommissarin Tess Hjalmarsson in Malmö steht auf wackligen Beinen, denn es sind Umstrukturierungen angesagt, da die Bandenkriminalität in letzter Zeit extrem zugenommen hat und sich die Fälle in dieser Richtung häufen, macht die Chefetage der Polizei Druck. Die will Ergebnisse sehen, um wieder Ruhe auf die Straßen zu bringen, so dass dies oberste Priorität hat und alle verfügbaren Mitarbeiter zur Bearbeitung der aktuellen Fälle eingesetzt werden sollen…
Dann wird unterhalb eines Leuchtturms die Leiche der Künstlerin Mischa Lindberg gefunden. In der Gegend war sie allerdings nicht bei jedermann beliebt, denn sie eckte mit ihren provokanten Arbeiten oftmals an. Gerade war sie wieder in den Medien vertreten, denn bei einem Einbruch  wurde eines ihrer umstrittenen Bilder, das demnächst bei einer Kunstausstellung präsentiert werden sollte, mutwillig zerstört..
Schnell wird aus dem Leichenfund ein Mordfall. Besondere Aufmerksamkeit erregt der Fall dann bei Tess, als die Spurensicherung eine ganz besondere Art hellen Lehms sicherstellt, der im Verlauf dann zu einem ungeklärten Mordfall aus dem Jahr 2004 führt:
In einer verregneten Nacht wurde auf dem Nachhauseweg der Musikstudent und aufstrebende Pianist Max Lund brutal ermordet. Obwohl die Polizei in alle Richtungen ermittelte und es durchaus Verdächtige gab, konnte der Fall nie zum Abschluss gebracht werden. Auf dem Pullover des Opfers wurden damals ebenfalls Spuren von dieser hellen Lehmart sichergestellt, dessen Herkunft man aber bis heute nie ermitteln konnte. Tess hofft, dass durch die neuen wissenschaftlichen Untersuchungsmethoden hier schnell hilfreiche Erkenntnisse gezogen werden können…
Bis hier „das Böse“ sein Unwesen treibt und die Ermittler aktiv werden, dauert es etwas, denn – wie auch im ersten Buch – hat die Autorin dem Privatleben der Ermittler reichlich Raum gegeben, was für meinen Teil entbehrlich wäre, denn auch ohne dieses „Beiwerk“  ist die eigentliche Kriminalhandlung spannend und lesenswert. Insgesamt liest sich das Buch flüssig, die Spannung baut sich langsam auf und durch die eingebauten Twists dauerte es recht lange bis ich eine klitzekleine Ahnung hatte, wer sich hinter der Maske des Bösen versteckt, was aber den Lese- und Unterhaltungswert keinesfalls schmälert und die Reihe gern fortgeführt werden darf.
Welcher reale Fall die Autorin hierzu inspiriert hat, erzählt sie übrigens am Ende des Buches.
Fazit: Fiktion und Realität sind hier gut kombiniert, so dass spannende Unterhaltung garantiert ist!

 

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Kommissar Wallander – Staffel 2

Edel Motion VÖ 22.01.21

Erneut schlüpft Kenneth Branagh in die Rolle des schwedischen Ermittlers Kurt Wallander, der mit seiner Darstellung bereits in „Staffel 1“ Schauspielkunst vom Feinsten zeigte.
Drei weitere „Fälle“ jeweils in Spielfilmlänge –  beruhend auf den Bestsellern von Henning Mankell –  beinhaltet „Kommissar Wallander – Staffel 2“ – :
 „Mörder ohne Gesicht: Ein älteres Ehepaar lebt allein auf einem abgelegenen, etwas marode wirkenden Bauernhof, wo es zu einem brutalen Überfall auf sie kommt. Während der Mann an seinen schweren Verletzungen stirbt, trifft Wallander gerade noch rechtzeitig vor Ort ein um die sterbende Frau zu fragen, wer sie überfallen hat. Ihre letzten Worte sind kaum verständlich……
Durch ein Leck in den eigenen Reihen der Polizei, bekommt die Presse einen Hinweis auf den/die möglichen Täter. Durch die mediale Berichterstattung wird eine Welle des Hasses ausgelöst, die die Ermittler kaum stoppen können…
Der Mann, der lächelte: Der Kommissar ist durch die letzten Ereignisse traumatisiert, wo er in Folge eines Schusswechsels jemanden tötete. Ein bißchen melancholisch angehaucht war er ja schon von Anfang an, doch dieses Ereignis wirft ihn regelrecht aus der Bahn und er nimmt eine Auszeit vom Dienst und zieht sich monatelang in eine abgelegene Unterkunft zurück, wo Alkohol und Tabletten seinen Alltag bestimmen und er grübelnd und „betäubt“ seinem Dasein fristet.
Irgendwann taucht dann sein alter Freund Sten auf, der ihn bittet einen Blick auf den als Unfall eingestuften Tod seines Vaters zu werfen, woran er große Zweifel hegt. Doch Wallander fühlt sich nicht arbeitsfähig und Sten fährt unverrichteter Dinge nach Haus. Einige Zeit später rafft sich Wallander dann doch auf und macht sich auf den Weg um Sten aufzusuchen, doch da ist es schon zu spät…
Die fünfte Frau: Wallander ist zurück im Polizeidienst. Das gesamte Ermittler-Team bekommt es mit einer Reihe von sehr brutalen Morden zu tun, wo anfangs in einer großen Grube, die auf spitzen Stäben aufgespießte Leiche eines alten Mannes gefunden wird. Kurze Zeit später ereignen sich weitere Morde, bei denen Wallander einen Zusammenhang vermutet, obwohl sie auf den ersten Blick nichts gemeinsam haben, bis man ihr Privatleben näher durchleuchtet….
Die Dinge, die sich im Verlauf der drei Kriminalfälle ereignen, lassen Kommissar Kurt Wallander eine Achterbahn der Gefühle durchleben, die durch berufliche, aber auch ganz besonders gravierende private Ereignisse ausgelöst werden.
Kenneth Branaghs Gesichtsausdruck ist so wandelbar und wirkt so realitätsnah, dass man das Gefühl hat, die anfängliche Melancholie, die sich dann durch schwerwiegende Ereignisse in Depressivität mit Grübelneigung bishin zum psychischen Ausnahmezustand steigert, hat den Schauspieler selbst befallen, so ausdrucksstark ist seine Darstellung!
Die Verfilmung dieser drei Kriminalfälle ist wieder sehr nah an den Buchvorlagen gelungen. Kenneth Branaghs emotionale Darstellung des schwermütigen Kommissars lässt einen als Zuschauer nicht kalt und verleitet einen dazu, ein Taschentuch griffbereit zu haben…
Fazit: Die Achterbahn der Gefühle des schwermütigen Kommissars darzustellen, ist Kenneth Branagh meisterhaft gelungen. Die Verfilmungen sind wieder dicht an Buchvorlagen, spannend umgesetzt und unbedingt sehenswert! Bitte weiter so!
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Quick: Die Erschaffung eines Serienkillers

Koch Media VÖ 10.12.20

Dieser Film basiert auf realen Ereignissen und dem Bestseller „Der Fall Thomas Quick: Die Erschaffung eines Serienkiller“ des schwedischen Investigativ-Journalististen Hannes Råstam.
Im Mittelpunkt steht Thomas Quick (David Dencik) oder auch Sture Bergwall (wie er eigentlich heißt), der lange Zeit als Schwedens gefährlichster Serienmörder galt, denn er gestand, mehr als 30 Menschen getötet zu haben. Im Verlauf wurde er wegen acht dieser Morde verurteilt. Ein unbeschriebenes Blatt ist dieser Thomas Quick nicht, denn schon seit seiner Jugend ist er straffällig geworden, neigt zu Gewalttaten und er landete immer wieder in psychiatrischen Einrichtungen, wo er wegen seiner Drogensucht behandelt wurde….
Hannes Råstam (Jonas Karlsson) und seine junge Kollegin Jenny Küttim (Alba August) recherchieren im Fall Thomas Quick und sind bald der Meinung, irgendetwas ist hier nicht stimmig und sie durchkämmen Aktenberge und durchleuchten die Mordfälle erneut und stoßen auf so manche Ungereimtheit, die sie gern mit dem“Mörder“ erörtern würden, doch der lehnt seit Jahren jeden Kontakt zu Journalisten ab.
Im Verlauf gelingt es Råstam doch sich mit dem – nach seiner Verurteilung immer noch in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung verbliebenen – Quick zu treffen. Tatsächlich ist Quick mit weiteren Gesprächen einverstanden. Was bei diesen Kontakten dann für eine unglaubliche,  aber wahre Geschichte aufgedeckt wird, bringt Schwedens Polizei-Apparat und das Justizsystem in „Wanken“ und wurde hier sehenswert verfilmt!
Nach dem Anschauen von „Quick, die Erschaffung eines Serienmörders“ war ich erst einmal sprachlos. Was hier alles fehlgelaufen ist und was sich durch die anfänglichen Behauptungen eines psychisch Kranken dann für eine Maschinerie in Gang gesetzt hat, ist beängstigend und wiederholt sich hoffentlich nicht wieder!
Im Bonusmaterial kommt der „echte“ Thomas Quick übrigens auch zu Wort.
Fazit: Sehenswerte, gelungene Aufarbeitung eines weitreichenden schwedischen Justizskandals!
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Kommissar Wallander – Staffel 1

Edel Motion VÖ 27.11.20

Gelesen habe ich alle Bücher von Henning Mankell über den schwedischen Kommissar Wallander.  In der ersten Verfilmung der Bücher hatte der schwedische Schauspieler Rolf Lassgård diesem Kommissar „ein Gesicht“ gegeben und der Figur Kurt Wallander nachhaltig und mit Wiedererkennungswert Leben eingehaucht, weswegen es für mich eigentlich keinen anderen Schauspieler geben konnte, der diese Figur verkörpert.
Nun hat Kenneth Branagh mich eines besseren gelehrt, denn er hat hier die Rolle des Kommissar Wallander übernommen. Und tatsächlich ist ihm die Darstellung des immer etwas in sich gekehrten, grüblerischen, aber dann und wann auch mal aufbrausenden Kommissars sehr gut gelungen!
Zwar sind alle drei Verfilmungen sehr nah an den Buchinhalten, nur sind sie nicht in chronologischer Reihenfolge gedreht worden, denn die Buchreihe beginnt mit dem Titel Mörder ohne Gesicht und „Kommissar Wallander – Staffel 1“ mit  „Die falsche Fährte (dieser Titel wurde erst als 5. Buch veröffentlicht), was aber nicht unbedingt wichtig ist bei dieser DVD-Sammlung, denn die Kriminalfälle sind jeweils abgeschlossen und die Rahmenhandlung ist gut angepasst worden!
Hier gibt es einen kleinen Vorgeschmack, was man hier zu sehen bekommt:
Die Verbrechen mit denen Kommissar Wallander und sein Team konfrontiert werden, passieren in und um den idyllisch gelegenen Ort Ystad in Südschweden.
„In die falsche Fährte“ läuft ein verängstigte wirkendes Mädchen in ein gelbblühendes Rapsfeld und zündet sich vor den Augen des entsetzten Kommissars an und verbrennt… Den schockierten Wallander treibt die Frage um, wer das Mädchen ist und warum sie so einen qualvollen Selbstmord gewählt hat. Doch lange darüber nachdenken kann er nicht, denn es passieren bizarre Morde u.a. wird der ehemalige Justizminister am Strand vor seinem Haus niedergeschlagen und skalpiert… Gibt es bei dem Selbstmord und den bizarren Morden einen Zusammenhang???
Die Brandmauer“ beginnt mit einem brutalen Mord an einem Taxifahrer. Warum die 17-jährige Sonja den Mann getötet hat, will sie bei der Festnahme nicht preisgeben, sondern sie schaltet auf stur und zeigt keinerlei Reue an der Tat. Dann gelingt der jungen Frau die Flucht aus der Haft und sie verschwindet spurlos –  bis jemand ihre Leiche findet…
Mitsommermord„: Eine Gruppe junger Leute feiert edel kostümiert auf einer Waldlichtung Mitsommer. Doch was danach passiert, davon wissen ihre Eltern nicht wirklich etwas, zwar haben sie sich die jungen Leute nicht „abgemeldet“, aber einige haben durch Postkartengrüße wissen lassen, dass es ihnen gut geht und sie sich auf einer spontanen Reise durch Europa befinden. Doch dann werden einige Monate später ihre Leichen gefunden….
Schon nach kurzer Zeit hat mich Kenneth Branagh’s Interpretation „seines“ Kommissar Wallanders überzeugt. Man hat das Gefühl, er ist mit der Rollenfigur „verschmolzen“ und zeigt damit meisterhafte Schauspielkunst! Auch die weiteren Rollen der Reihe sind darstellerisch sehr gut gelungen und runden das „Bild“ ab.
Um es kurz zu machen: Unbedingt sehenswerte Verfilmung dreier Wallander-Bücher, die man nicht verpassen sollte.
Fazit: Kenneth Branagh „verschmilzt“ mit seiner Rollenfigur Wallander und zeigt hier Schauspielkunst vom Feinsten! Die drei Buchverfilmungen sind gelungen und spannende Unterhaltung ist hier garantiert!
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Hakan Nesser: Barbarotti und der schwermütige Busfahrer

btb

Es ist schon einige Jahre her als in „ Am Abend des Mordes“ der schwedische Inspektor Gunnar  Barbarotti  seinen letzten Fall gelöst hatte.
Aber nun hat das lange Warten ein Ende „Barbarotti und der schwermütige Busfahrer“  ist erschienen:
Im Privatleben des Ermittlers hat sich etwas getan, denn nun lebt er bereits einige Zeit mit seiner langjährigen Kollegin und mittlerweile auch Lebensgefährtin Eva Backman zusammen.  Bevor die beiden Ermittler sich dem im Buchtitel verankerten schwermütigen Busfahrer zuwenden, dauert es noch etwas und was es mit diesem Mann – sein Name ist übrigens Albin Runge –  auf sich hat, bekommt man aus unterschiedlichen Sichtweisen und verschiedenen Zeitebenen vom Autor erzählt.
In der Jetztzeit – 2018 – muss Eva Backman während eines Einsatzes ihre Schusswaffe gebrauchen um eine bevorstehende Katastrophe abzuwenden, was allerdings für einen jungen Mann dann tödlich endet…
Nicht nur Eva ist nach dem folgenschweren Einsatz „reif für die Insel“ auch Gunnar Barbarotti fühlt sich schon längere Zeit ausgelaugt und so kommen sie mit ihrem Vorgesetzen überein, dass sie sich eine zweimonatige Auszeit nehmen, die sie dann auf der Insel Gotland verbringen wollen.
Dort angekommen, passiert es, dass Barbarotti in einem zufällig vorbeifahrenden Radfahrer an einen Mann erinnert wird, der vor mehr als fünf Jahren auf die Polizeiwache kam und von Drohbriefen und –anrufen erzählte, die er bekommen habe. Er selbst vermutete einen Zusammenhang mit einem fürchterlichen Unfall in den er als Busfahrer verwickelt war und bei dem viele Menschen ihr Leben verloren…
In Rückblenden erfährt der Leser, was dann im weiteren Verlauf passiert und wie es dazu kam, dass der Busfahrer Albin Runge trotz umfangreicher polizeilicher Schutzmaßnahmen selbst Opfer eines Verbrechens wurde….
Wie es handlungsmäßig dann auf Gotland weitergeht, bleibt hier unerzählt….
Ich mag den ganz besonderen Erzählstil von Hakan Nesser. Er ist ein sehr guter Geschichtenerzähler, der genau weiß, wie er seine Leser fesselnd unterhalten kann. Das ist ihm auch in seinem neuen Buch wieder gelungen.
Allerdings hatte ich dann irgendwann eine Ahnung wie bzw. was geschehen sein könnte und lag im Großen und Ganzen richtig, weswegen ich hier einen kleinen Punkt abziehe. Nichtsdestotrotz war es wieder einmal schön vom Inspektor zu hören bzw.  zu lesen, der auch weiterhin in kniffligen Situationen Zwiesprache mit Gott hält.  Auch wie sein Privatleben sich weiterentwickelt hat, nachdem er ja im letzten Buch in eine schwere Krisensituation geraten war, ist gut eingewoben und ein angenehmer Bestandteil der Rahmenhandlung.
Ich für meinen Teil würde gern noch weitere Fälle mit diesem besonderen Ermittler-Pärchen lesen.
 Fazit: Lesenswerter, spannend abgefasster sechster Fall mit Inspektor Barbarotti
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