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Sabine Kornbichler: Das Richterspiel

Piper Verlag

Im Vorfeld habe ich zwei Bücher der Autorin gelesen. Mit „Wie aus dem Nichts“ war ich auf sie aufmerksam geworden und obwohl ich den Inhalt noch etwas „unrund“ fand, war ich begeistert als ich „Das böse Kind“ gelesen hatte. „Das Richterspiel“ lautet der Titel des neuen seitenstarken Kriminalromans von Sabine Kornbichler, dessen Inhalt ich hier kurz zusammenfasse:
Eigentlich ist Marlene Biologin, aber durch die Krankheit ihres Vaters, den sie bis zum Schluss gepflegt hatte, hat sie diesen Beruf aufgegeben und sie verdient nun ihren Lebensunterhalt mehr recht als schlecht mit der Alltagsbetreuung von Senioren. Eine ihrer Kundinnen ist Heidrun Momberg, die durch einen häuslichen Unfall kurzfristig ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Da Frau Momberg auch ein Haustier hat, das versorgt werden muss, schaut Marlene abends noch mal nach dem Tier und findet dabei in der Wohnung die Leiche einer Frau. Später stellt sich heraus, dass es sich um eine der Töchter von Frau Momberg handelt, die ermordet wurde…
Im Verlauf der Handlung wendet der ehemalige Kriminalbeamte Claussen, der bereits im Ruhestand ist, sich an Marlene und bittet sie um Hilfe. Doch die erbetene Hilfe gestaltet sich ganz anders als Marlene es vermutet. Besagter Kripo-Beamter ermittelt „verdeckt“ bzw. auf eigene Faust im Mordfall der Frau, die Marlene tot aufgefunden hat und sie soll ihn dabei unterstützen. Obwohl sich in Marlene alles dagegen sträubt und sie diesen Auftrag nicht annehmen will, gerät sie doch immer wieder und weiter in den Fall hinein, was dann bald für Claussen und auch sie bald lebensgefährlich wird…
So in der Zusammenfassung klingt der Inhalt noch interessant und spannend. Tatsächlich ist es bis zur Auflösung des Geschehens aber ein weiter und ehrlich gesagt etwas mühseliger Weg, zumal es viele Mitwirkende gibt, die befragt werden und deren Angaben immer wieder von allen Seiten beleuchtet werden.  Ansatzweise gibt es Spuren und Verdächtige, aber obwohl ich es anfangs noch für einen recht kniffligen Mordfall hielt, nahm dies dann im Verlauf immer mehr ab.  Besonders diese Kombination des „Privat-Ermittler-Duos“ aus Claussen und Marlene ist für mich unrealistisch und passt irgendwie nicht. Aber mal davon abgesehen, ist auch die „Ermittlung“ selbst etwas zu langatmig geraten und als dann der wegweisende Hinweis in Richtung Auflösung kommt, hätte ich ihn fast überlesen…, was schade ist, war ich doch von dem vorherigen Buch so begeistert.
Diesmal ist es für mich nur durchschnittliche Krimi-Kost, dessen Auflösung am Ende ein bißchen wie aus „dem Hut“ gezaubert, wirkt.
Fazit: Drei von fünf Punkten – entspricht durchschnittlicher Krimi-Kost

 

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Dora Heldt: Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen!

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Das Cover und der Titel des Buches lassen schon etwas erahnen, um was es diesmal geht und man wird nicht enttäuscht, denn der Autorin ist wieder ein vergnüglicher Roman um Christine Schmidt und ihre Familie gelungen, wobei diesmal ihr Onkel Walter Müller und Vater Heinz im Mittelpunkt der Handlung stehen.
Walter Müller hat eine Reise gewonnen, und was für eine! Er gehört zu dem exklusiven Kreis von gut betuchten Menschen, die zu einer  informativen  Busreise an die Schlei eingeladen werden. Sein Schwager Heinz  versteht die Welt nicht mehr, denn er hat keine Einladung zu so einer tollen exklusiven Reise bekommen. Er quengelt und tüftelt so lange bis er schließlich mit Walter diese Reise antritt. Die Ehefrauen sind zwar etwas skeptisch, ob das mit den beiden gut geht, aber wenn die beiden Herren nun mal entschlossen sind, dann kommt ihnen dabei niemand in die Quere. Beide packen in ihre Koffer nur ihre besten Anzüge, denn es ist ja eine Reise, die nur so von hohem Standard strotzt.
Die Busreise beginnt in Bremen und so müssen die beiden Herren erst einmal – natürlich mit dem Mercedes von Walter – von Sylt nach Bremen fahren. Unterwegs geht nicht alles glatt,  so wie sie es laut ihrem ausgeklügelten Zeitplan vorgesehen hatten, aber als sie dann doch noch in Bremen ankommen, warten dort schon die restlichen Gewinner. Alle haben sich herausgeputzt und es sind zumeist ältere Herrschaften, die auf den Bus warten.
Doch so ganz exklusiv scheint die Reise dann doch nicht zu sein, denn schon nach kurzer Zeit hat  Walter stichwortartig eine Mängelliste verfasst, die die Reise in einem anderen Licht erscheinen lässt. Besonders als sie an dem schicken Hotel, welches sie bereits aus einiger Entfernung sehen können, vorbeifahren und selbst in einem unscheinbaren Hotel einchecken müssen, welches dann auch noch zu wenig Einzelzimmer frei hat, ist die Stimmung bei Walter und Heinz ganz am Boden, denn sie müssen sich dann auch  noch ein Zimmer mit Doppelbett teilen…..
Dies soll nur ein kleiner Vorgeschmack auf dieses Buch sein, denn das Lesevergnügen möchte ich keinem nehmen. „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen!“ ist amüsant, verleitet zum herzhaften Lachen und ist so geschrieben, das man das Gefühl hat, man ist selbst dabei gewesen.
Fazit: Dieses Lesevergnügen sollte man nicht verpassen!

 

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