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Vera – ein ganz spezieller Fall – Staffel 4

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Im September 2015 hatte ich hier die dritte spannende Staffel dieser Serie vorgestellt.
Jetzt ist Staffel 4 mit vier weiteren spannenden und nicht auf den ersten Blick zu durchschauenden Kriminalgeschichten herausgekommen.
Wie auch schon die vorherigen Staffeln hat das Team um die immer etwas „grummelig“ wirkende Ermittlerin Vera Stanhope nebst ihrem treuen Kollegen Joe Ashworth wieder alle Hände voll zu tun um die Täter zu überführen, denn sie müssen meistens sehr tief graben um an des Rätsels Lösung zu kommen.
Im ersten Fall ist Jessie, die Tochter von Joe Ashworth eine wichtige Zeugin, denn als sie mit ihrem Vater im Zug nach Hause fährt, hat sie Augenkontakt mit einer älteren Dame. Als alle Passagiere unplanmäßig den Zug verlassen müssen, bleibt die ältere Dame sitzen, sie scheint eingeschlafen zu sein. Als Jessie noch einmal in den Zug geht um sie aufzuwecken, macht sie eine schreckliche Entdeckung, denn die alte Dame ist tot und wie sich später herausstellt ermordet worden. ..
Im nächsten Fall wird am Strand David Kenworthy tot aufgefunden. Am gleichen Abend fand eine große Familienfeier statt, wo er eigentlich erwartet wurde. Bei den Ermittlungen im Kreis dieser Familie kommt so einiges zu Tage, denn vor 40 Jahren gab es einen Raubüberfall im Haus der Kenworthys, wo ein Jugendlicher zu Tode kam. Der Vater dieses Jugendlichen betreibt im Ort ein Geschäft und kurze Zeit vor seinem Tod sah man David noch mit ihm streiten…..
Bei einer Quad-Tour finden zwei Jugendliche ein Auto, das mitten in der Moorlandschaft steht. Beim näheren Betrachten finden dann einen Toten, der offensichtlich erschossen wurde. Ein ausgebrannter Lkw wird in der Nähe des Fundortes entdeckt. Auf der Ladefläche kann man noch die Überreste eines Hirsches ausmachen. Waren hier Wilderer unterwegs?
Besonders der vierte Fall ist sehr knifflig und Vera muss sehr viele Steinchen umdrehen um den wahren Mörder ausfindig zu machen: Von Ruderern wird eine im Wasser treibende männliche Leiche gefunden. Niemand ist als vermisst gemeldet. Als die Identität dann feststeht, wird bald klar, dass der Tote offenbar ein Doppelleben geführt hat und dies scheinbar gut vor seiner Familie hat  verbergen können….
In der vierten Staffel muss der neue Pathologe im Team sich auch erst einmal Vera Gunst erarbeiten, aber das gelingt ihm gut, denn er weiß sie zu nehmen und fügt sich somit gut ins Team ein. Die vier Fälle aus „Vera: Ein ganz spezieller Fall – Staffel 4“ haben viel mit Geschehnissen in der Vergangenheit zu tun und sie sind niemals vorhersehbar, was mir sehr gut gefällt. Die raue Moorlandschaft ist eine tolle Filmkulisse und passt sehr gut zu den spannenden Fällen, die auch menschliche Tragödien und Schicksale umfasst und man sicher sein kann, hier ist nie etwas offensichtlich und kein Fall ist einfach zu lösen, aber wenn Vera sich einmal in etwas verbissen hat, dann lässt sie nicht locker und stochert so lange bis sie auf des Rätsels Lösung gekommen ist.
Fazit: Es gibt Serien und Ermittler, die sind einfach nicht mehr aus dem Krimilandschaft wegzudenken und werden nie langweilig und können immer wieder begeistern und Vera gehört auf jeden Fall dazu!
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Am Sonntag bist Du tot

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Nachdem Brendan Gleeson bereits in THE GUARD als Polizist, den man nicht so schnell aus der Bahn werfen kann, eine hervorragende Performance abgeliefert hat, spielt er nun die Rolle des gutmütigen Priesters James Lavelle, der in einem kleinen irischen Dörfchen die Gemeinde betreut. Er versucht durch Nächstenliebe für seine Schäfchen da zu sein, doch die Gemeinde erstaunt ihn immer wieder, denn auch er kann nicht hinter jede Fassade schauen, obwohl ihm so manches Geheimnis im Beichtstuhl anvertraut wird.
Ein Gespräch im Beichtstuhl ist dann auch Ausgangspunkt für die gesamte Filmhandlung. Jemand erzählt Pater James davon, dass er in seiner Jugend Schreckliches durch einen anderen katholischen Priester erlebt hat. Da dieser Priester bereits verstorben ist, soll jemand anderes dafür büßen. Im Verlauf der Beichte fallen dann folgende Sätze:
„Ich werde Euch töten, weil ihr nichts falsch gemacht habt, aber noch nicht jetzt, aber „Am Sonntag bist du tot “.
Ob das alles nur so dahingesagt wurde oder tatsächlich eine Morddrohung ist, kann ich hier natürlich nicht erzählen, aber so viel sei noch gesagt, wegen dem Beichtgeheimnis kann der friedliebende Priester sich nicht an die Polizei wenden und so stellt er seine eigenen Recherchen an, wer die Worte an ihn gerichtet hat und so viel Hass in sich trägt, dass man ihn fürchten sollte…

 

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Brendan Gleeson verkörpert auch diese Rolle voll und ganz, was für seine Wandlungsfähigkeit spricht. Gleich zu Beginn des Film ist er der Sympathieträger und seine ganze Art der Darstellung macht diesen Film erst aus. Der Zuschauer hat es schwer durch teils schnelle Filmschnitte sich zwischen Lachen und Weinen zu entscheiden, denn schräge Dialoge, schwarzer Humor und eine Handlung, die einen bewegt, wechseln sich hier ab.
Auf der Blu-ray gibt es als Bonus noch einen Blick hinter die Kulissen, Interviews und Trailer
Fazit: Brendan Gleeson verkörpert diesen Priester, als wenn er diesem Beruf auch im wirklichen Leben nachgeht. Diese schrägen Dialoge, den schwarzen Humor und die bewegende Handlung sollte man sich nicht entgehen lassen.

 

 

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Carina Bergfeldt: Die Vatermörderin

Die Vatermoerderin von Carina Bergfeldt

Das Buch ist in zwei große Handlungsstränge geteilt:
Im schwedischen Skövde wird eine seit 58 Tagen vermisste Frau tot aus dem Simsjön-See geborgen. Anfangs geht die Polizei von Selbstmord aus, da eine Art Abschiedsbrief gefunden wird, doch die Obduktion ergibt dann doch etwas anderes und es muss wegen Mordes ermittelt werden.
Ein Täter ist lange Zeit nicht in Sicht. Zwei Reporterinnen der örtlichen Zeitung befassen sich mit dem Fall und sie bringen viele Dinge ans Licht, die der Polizei verborgen geblieben sind. Zwar entpuppen sich viele Hinweise und Spuren als falsch, doch am Ende ist es ihren Recherchen zu verdanken, dass der Mord an Elisabeth Hjort aufgeklärt wird.
Im zweiten Handlungsteil erfährt der Leser anfangs, dass ein bewusstloser nackter Mann mit Namen Valdemar, in Folie gewickelt auf einer Campingliege seine letzten Lebensminuten verbringt.
Seine eigene Tochter war es, die ihn in diese Lage gebracht hat. Sie hat 78 Tage damit verbracht diese Tat bis in letzte Detail zu planen, damit sie keine Fehler macht und unerkannt bleibt…..
Aus der Sicht der Tochter, in der Ich-Erzählweise, wird in großen zeitlichen Rückblenden geschildert, wie es zu dieser Tat gekommen ist, denn besagter Valdemar ist kein sehr netter Mensch:  Zwar hat er seine Tochter nie geschlagen, aber durch Psychoterror so diszipliniert, dass sie schon anhand einer kleinen Geste von ihm genau erkennt, wenn er mal wieder wie vom Blitz getroffen sich in einen Tyrannen verwandelt. Ein Versuch die Situation abzumildern, geht dann meistens schief…..
Und nicht nur besagte Tochter wurde durch den Psychoterror seelisch beeinflusst, Valdemars ganze Familie leidet unter seinen Gewaltausbrüchen und jeder seiner drei Ehefrauen kann etwas zu Schlägen und Tritten, sogar in der Schwangerschaft aussagen, wenn sie sich denn trauten, doch unter Valdemars Herrschaft, ist nie eine Anzeige bei der Polizei eingegangen.
Ausschlaggebend für die Umsetzung des Mordplans war Valdemars letzter Gewaltausbruch: Einer seiner jüngeren Söhne liegt mit schweren Kopfverletzungen im Krankenhaus und hat nur mit knapper Not überlebt….
Bis kurz vor Ende des Buches erfährt man nicht wer von den Frauen, die im Buch einen Part übernommen haben, „Die Vatermörderin“ ist. Dies in den Handlungsabläufen geschickt zu verschleiern, ist der Autorin gut gelungen.
Die sehr ins Detail gehenden Gedankengänge sowie die Listen und die tagebuchartigen Aufzählungen bei der Suche nach der besten Art den Vater zu töten, fand ich etwas zu langatmig und mir ging dabei etwas die Spannung verloren.
Fazit: Sehr viele Details lassen die Spannung etwas absinken
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