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FATMAN

Splendid Film VÖ 11.12.20

Dieser Film unterscheidet sich von den heimeligen und „heile Welt“ zeigenden, üblichen Weihnachtsfilmen. Auch hat der Weihnachtsmann, Santa oder auch mit „richtigem Namen“ Christ Cringle, den Mel Gibson hier darstellerisch verkörpert, nichts mit dem liebenswürdigen, Geschenke bringenden „knuddeligen“, etwas übergewichtigen Mann zu tun, der mit einem Rentierschlitten an Weihnachten die Geschenke verteilt, nein dieser hier, ist definitiv anders:
Er sieht auf den ersten Blick etwas „abgebrannt“ und „verlebt“ aus. Zusammen mit seiner Ehefrau (übrigens toll besetzt mit Marianne Jean-Baptiste) wohnt er irgendwo in Alaska in einem unscheinbaren Haus. Er ist Unternehmer und hat viele „kleine“ fleissige Angestellte, die für die Produktion der Spielsachen zuständig sind. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Die Auftragslage ist nicht gut und so muss er auch mal etwas andere Aufträge annehmen, um Geld in die Kasse zu bekommen…
Das ist ein Sorgenpunkt, der ihn betrübt, aber es wird noch schlimmer, denn der traditionelle  „Geist von Weihnachen“ ist seiner Meinung nach in der modernen Welt irgendwo verloren gegangen und er fühlt sich überflüssig. Mehrfach wurde er schon von Rüpeln und aufmüpfigen Kindern und Jugendlichen angegriffen und verletzt. Und wer kann es ihm da verdenken, nun hat er langsam aber sicher die Schnau.. voll! Doch seine Frau ermutigt ihn zum Weitermachen….
Parallel dazu lernt man als Zuschauer einen kleinen, verzogenen, aus wohlhabenden Elternhaus stammenden Jungen kennen, der immer nur eins will:  SEINEN WILLEN durchsetzen! All die Jahre hat er immer wieder nur einen Weihnachtswunsch…., doch der wird ihm auch diesmal wieder nicht erfüllt. Nachdem er dann in seinem Päckchen nur Kohle findet, wird er so wütend auf Santa, dass er auf Rache sinnt, weswegen er kurzerhand einen Auftragskiller engagiert, der den Weihnachtsmann töten soll….
Ab hier übernimmt Walton Goggins: In einem anfangs noch schneeweißen Mantel macht er sich als Auftragskiller auf den Weg um seinen Vertrag  zu erfüllen…..In seinem Gepäck hat er allerdings kein Geschenk für Santa, sondern er ist mit Gewehr, reichlich Munition und anderem explosiven Equipment ausgestattet. Am Schluss des Film ist dann der schneeweiße Mantel blutbefleckt….
FATMAN“ ist auf jeden Fall ein etwas anders gearteter „Weihnachtsfilm“ und meiner Meinung nach auch nichts für die jüngere Generation. Neben einigen kleinen humorvollen Szenen, gibt es hier reichlich schwarzen Humor und Action im Schnee!
Da durch die Pandemie dieses Jahr alles anders ist, hat es der Film noch nicht in die Kinos geschafft, ist jetzt aber als „Video on Demand“ erschienen.
Mel Gibsons Darstellung des etwas „anderen Weihnachtsmanns“ ist okay. Doch Walton Goggins, den ich aus der Serie „The Shield“ kenne und ihn dort schon als tollen Schauspieler eingestuft hatte, ist hier eine gelungene Besetzung für den Auftragskiller. Mit seiner smarten, coolen Art „verschmilzt“ er irgendwie mit Rolle und läuft darstellerisch in meinen Augen dem Weihnachtsmann den Rang ab. Aber das nur am Rande….
Alles in allem ein Weihnachtsfilm für Erwachsene, die den schwarzen Humor hier erkennen und verstehen können. Schauspielerisch punktet hier für mich der „böse Mann“ höher als der Weihnachtsmann, der aber auch charakterlich mal ganz andere Seiten zeigt, als man es von diesem Mythos erwarten würde.
Fazit: Mal etwas anderer Weihnachtsfilm für Erwachsene, die schwarzen Humor und Action mögen!
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The Hateful 8

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Fast drei Stunden lang läuft der neue Film von Quentin Tarantino! Zudem gibt es auf der Blu-ray noch Bonusmaterial mit Blick hinter die Kulissen von ca. einer Viertelstunde! Und nun sitze ich hier und versuche in Worte zu fassen, was ich gesehen habe und das fällt mir echt schwer!
Das Cover deutet auf einen Western hin, die abgelichteten Schauspieler Samuel L. Jackson, Kurt Russell, Jennifer Jason Leigh oder Walton Goggins, Demian Bichir, Tim Roth, Michael Madson und Bruce Dern sind sicherlich vielen bekannt und eigentlich ist da ja schon gute Unterhaltung garantiert, aber so ganz kann ich da nicht zustimmen….
Für meinen Geschmack ist  bei „The Hateful 8“ anfangs handlungsmäßig wenig los, dafür wird viel geredet und man muss erst einmal den roten Faden finden, um zu verstehen, um was es hier eigentlich geht:

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Eine Postkutsche besetzt mit einem Kopfgeldjäger (Kurt Russell) und seiner Gefangenen (Jennifer Jason Leigh) schlängelt sich mühsam durch die schneelastige Landschaft Wyomings. Der amerikanische Bürgerkrieg ist ein paar Jahre her und hat seine Spuren hinterlassen. Die Besatzung der Postkutsche wird von einem Anhalter, ebenfalls ein Kopfgeldjäger (Samuel L. Jackson), um Hilfe gebeten, der dann auch in der Kutsche mitfährt. Ein weiterer Fahrgast – der sich als zukünftiger Sheriff (Walton Goggins) ausgibt –  erweitert die Gruppe.
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Ein aufkommender Schneesturm zwingt die Besatzung der Postkutsche zu einem Zwischenstopp in Minnies Miederwarenladen. Dort gibt es Kaffee  und Suppe zum Aufwärmen und bereits einen weiteren Gast. Im Verlauf kommen noch weitere Personen hinzu, die alle undurchsichtig sind und die Stimmung in der Unterkunft wird durch Misstrauen, unterschiedliche Ansichten und durch die Anwesenheit der Gefangenen immer angespannter und ab hier beginnt jetzt die Handlung, die man sonst so aus Western kennt: Es fliegen reichlich blaue Bohnen…….
Der Film – unterteilt in einzelne  Kapitel  –  war teils dialoglastig, manche Szenen brutal und eklig und sollte irgendwo versteckter Witz (Reparatur Ladentür) eingearbeitet worden sein, war er nur flüchtig und kaum fassbar…..
Ennio Morricone hat für die beigesteuerte Filmmusik einen Oscar bekommen. Aber erwähnenswert finde ich auch noch den ins Ohr gehenden Titel von Roy Orbison „There won’t be many coming home“, den man im Abspann hört, denn diese Textzeile des Liedes fasst dann eigentlich das ganze Geschehen des Filmes zusammen und bringt es auf den Punkt…
Fazit: Meinen Geschmack hat der Film nicht so ganz getroffen, obwohl schauspielerisch toll besetzt. Aber eins kann ich mit Sicherheit sagen, keinem der berüchtigten Acht möchte ich je begegnen, denn es sind echt schräge Figuren und sie sind alle „mordsmäßig“ unterwegs.

 

 

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