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Yrsa Sigurdardóttir: R.I.P.

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Es geht handlungsmäßig in den Hohen Norden, nach Island,  wo Kommissar Huldar und die Psychologin Freyja in ihrem dritten gemeinsamen Fall ermitteln.
Nachdem Huldar in „DNA“ die Leitung der Ermittlungen übertragen bekam, war dies dann in „Sog“ schon nicht mehr der Fall, da er im Debut nicht so gut bei seinen Vorgesetzten punkten konnte.
Nun arbeitet er mit einem jüngeren, etwas scheuen, aber klugen Kollegen zusammen und Erla leitet das Team. Allerdings ist sie nicht sonderlich gut auf Huldar zu sprechen, weswegen sie ihn gern bei der Arbeit „übersieht“. Doch der brutale Mord an der 16-jährigen Stella erfordert alle Kapazitäten, die sie einsetzen kann und daher sind Huldar und sein junger Kollegen dann doch in die Ermittlungen involviert…
Der Mord an Stella wird von ihrem Mörder gefilmt und auf einer viel benutzten Internetplattform gepostet, so dass alle ihre „Freunde“ die Brutalität des Mordes und ihr Flehen um Entschuldigung sehen konnten…
Da alle Jugendlichen, die die Posts gesehen haben und alle „Freunde“ von Stella befragt werden müssen, wird die Psychologin Freyja zu den Befragungen dazu geholt.
Niemand kann den Ermittlern allerdings eine plausible Erklärung nennen, warum Stella ermordet wurde.
Freyja äußert dann ihre Vermutung, dass „Mobbing“ ein Ermittlungsansatz sein könnte….
Tatsächlich bleibt der Mord an Stella nicht der einzige, den das Ermittler-Team untersuchen muss und sich bald Zusammenhänge herauskristallisieren….
Die Autorin ist thematisch am Puls der Zeit. Man bekommt als Leser hier einen Einblick in die heutige Schulatmosphäre, die für so manchen Schüler kein Zuckerschlecken ist. Was als kleine Neckerei vielleicht anfangs gedacht war, artet in der aktuellen Handlung dann aber dermaßen aus, dass einem die Nackenhaare hochstehen, wenn man liest, was hier „Sache“ ist. Was dann hier mit Hilfe der sozialen Netzwerke noch so verbreitet wird, ist nur schwer zu verdauen und wer dieses Buch mit dem Titel „R.I.P“ liest, sollte schon gute Nerven haben, denn die Autorin beschönigt hier nichts.
Das Buch liest sich gut, obwohl es für mich an einigen Stellen etwas „zäh“ handlungsmäßig weiter ging. Den Ausgang der Geschichte konnte man zu keiner Zeit vorhersehen, was dann wieder ein Pluspunkt ist und wer hier „das Böse“ verkörpert, muss jeder für sich entscheiden, denn die Thematik regt durchaus zum Nachdenken an.
Fazit: Lesenswerte Spannung, aber nichts für schwache Nerven. Die Thematik ist am Puls der Zeit und regt außerdem zum Nachdenken an.
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I remember you

Concorde Home Entertainment VÖ 18.01.18

Die Handlung des Films basiert auf der Buchvorlage „Geisterfjord“ der isländischen Schriftstellerin Yrsa Sigurdardottir.
Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern wie ich vor einigen Jahren dieses unheimliche, an den Nerven zerrende, aber sehr spannende und fesselnd geschriebene Buch gelesen habe. Auch die Handlung war mir immer noch einigermaßen präsent, so nachhaltig hat mich dieser Thriller beeindruckt!
Der Film „I remember you “ setzt sich aus zwei Handlungssträngen zusammen:
Ein junges Ehepaar und eine gute Freundin wollen auf der verlassenen isländischen Insel Hesteyri eine Frühstückspension eröffnen, dazu fahren sie bei Wind und Wetter hinaus um ein altes Haus zu renovieren. Da es keine Elektrizität gibt, ist Kerzenlicht angesagt und ein Holzofen ist die einzige Wärmequelle während draußen der Wind heult.
Die Drei beginnen trotz der schlechten Witterungsverhältnisse mit den Renovierungsarbeiten. Was sie anfangs noch als „Ächzen des alten Hauses“ abtun, wird zu einer intensiven unheimlichen Geräuschkulisse, dann es dauert nicht lange und es passieren merkwürdige Dinge und bald haben sie das unbestimmte Gefühl, dass sie jemand beobachtet….
Der zweite Handlungsstrang erzählt von dem traumatisierten Psychiater Freyri, dessen Sohn Benni vor einiger Zeit spurlos verschwand. Über diesen Verlust ist er bis heute nicht hinweg,  aber er hat nie aufgehört nach Benni zu suchen…
Freyri wird von der Polizei bei dem Selbstmord einer alten Frau zu Rate gezogen, denn auf ihrem Rücken finden sich merkwürdige Male. Gewisse Umstände durch den Tod der alten Frau lassen plötzlich das Verschwinden seines Sohnes wieder aktuell werden und er beginnt mit der zuständigen Ermittlerin in alten Akten zu stöbern…
Wie sich dann beide Handlungsstränge zusammenfügen, werde ich hier nicht verraten..
Nachdem ich den Film nun angesehen habe, bin ich doch sehr beeindruckt, wie dicht am Buch die Handlung filmisch in eindrucksvoller isländischer Landschaft umgesetzt wurde. Ich könnte mir fast vorstellen, dass die Autorin während des Buchschreibens auf der abgelegenen Insel gesessen hat, denn ich habe einige beschriebene markante Punkte der Handlung im Film durchaus wiederkennen können. Die unheimliche Atmosphäre des alten Hauses mit seinen knarren Dielen nebst okkulten Elementen der Handlung  wurde filmisch toll umgesetzt, so dass hier die „Nackenhaare reichlich Arbeit“ bekommen.
Die mitwirkenden Figuren wurden darstellerisch passend besetzt.  Die eindrucksvolle isländische, mal schneebedeckte, mal düstere und windgepeitschte Kulisse und die spannende, zum Teil auch unheimliche Handlung fügt sich hier filmisch sehr gut zusammen und es ist den Filmemachern ein sehenswerter Thriller mit Gänsehauteffekt gelungen, der der Buchvorlage wirklich gerecht wird, was ich hier besonders erwähnen möchte, denn meist hat mich die filmische Umsetzung eines spannendes Buches eher enttäuscht.
Fazit: Spannende, gelungene und sehenswerte Verfilmung mit Gänsehauteffekt, die sehr nah an die Buchvorlage herankommt und somit eine tolle virtuelle Umsetzung des Thrillers ist!
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Yrsa Sigurdardottir: Nebelmord

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Man nehme drei unterschiedliche Handlungsstränge, zerteile sie in Puzzleteilchen und hefte sie wieder so zusammen, dass daraus als Gesamtbild dieser spannende und unheimliche isländische Thriller wird.
Alle Bücher die ich bisher von der Autorin gelesen habe, haben mich begeistert, aber wie auch diesmal gegruselt, denn sie schreibt sehr anschaulich und durch die isländische Landschaft, die Einsamkeit und Kälte vermittelt, kann es einen schon beim Lesen frösteln und beim Abtauchen in die Handlung schon beim kleinsten Geräusch in der Umgebung zusammenzucken lassen….
Hier kommt ein kleiner Einblick in die unterschiedlichen Handlungsstränge:
Wegen schlechter Witterung müssen vier Personen auf einer abgelegenen kleinen Leuchtturminsel ausharren bis sie von einem Hubschrauber wieder aufs Festland geflogen werden können.  Anfangs sind es wie erwähnt vier, als der Hubschrauber endlich wieder bei der Insel ankommt, hat sich die Anzahl der Lebenden auf mörderische Weise verringert…
Eine isländische Familie tauscht im Urlaub mit einer amerikanischen Familie die Häuser. Als die isländische Familie zurückkommt, haben sie den Eindruck das mit den amerikanischen Gästen etwas Schreckliches passiert ist, denn die Spuren im Haus weisen daraufhin und auch eine ergebnislose Kontaktaufnahme lassen nichts Gutes ahnen…..
Der dritte Teil erzählt von der jungen Polizistin Nina, die aus persönlichen Gründen ins Archiv der Polizei verbannt wird. Dort entdeckt sie alte Akten, in denen der Name ihres seit einem Suizidversuch im Koma liegenden Ehemannes auftaucht….
Wer nun interessiert ist und wissen will was diese drei so unterschiedlichen Handlungsteile dann am Ende zu einem Gesamtbild werden lässt, dem kann ich nur diesen wirklich spannenden Thriller mit dem Titel „Nebelmord empfehlen.

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Wer aber lieber eingekuschelt in eine Decke dem Hörbuch Nebelmord“ lauschen möchte, dem sei gesagt, die unheimliche Stimmung dieses isländischen Thrillers hat Daniel Drewes in seiner Lesung wunderbar eingefangen und durch seine Stimme zieht er einen regelrecht in die Handlung hinein und man atmet nach über sieben Stunden Spannung am Ende erst einmal vorsichtig auf und ist in der Realität wieder angekommen.

 

Fazit: Ob als Hörbuch sehr packend gelesen von Daniel Drewes oder als Taschenbuch für Selbstleser kann man diesen fesselnden Thriller nur jedem empfehlen!

Auch von der Autorin und unheimlich spannend:

Todesschiff

Geisterfjord

 

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