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Wendy Walker: Dark Memories

978-3-8398-1490-1
Die Lesung der Hörbuchfassung hat Sascha Rothermund übernommen. Er  hat eine angenehme einfühlsame Stimme, was sehr gut zur Handlung von  „Dark Memories“ passt, denn die Tortur, die die sechszehnjährige Jenny Kramer über sich ergehen lassen muss, wird hier sehr detailliert erzählt:
Sie schafft es mit letzter Kraft aus dem Wäldchen heraus, wo der maskierte Täter sie nach der brutalen Vergewaltigung hat liegen lassen, so dass Passanten auf sie aufmerksam werden und man sie ins Krankenhaus bringt. Dort kann man zwar alle inneren und äußeren Verletzungen behandeln und die Ärzte versichern ihr und ihren Eltern, dass sie wieder gesund wird, aber so ein Trauma psychisch zu verarbeiten, das ist eine ganz andere Hürde, die Jenny meistern muss.  Auf Wunsch ihrer Eltern hatte man ihr im Krankenhaus ein Medikament verabreicht, das jegliche Erinnerung an den brutalen Übergriff und somit auch an den Täter ausgelöscht hat.  Doch Jenny kommt damit nicht gut zurecht, denn sie hat körperlich so viel durchgemacht, dass sie die „Schwärze“ in ihrem Kopf nicht mehr ertragen kann….
Hier kommt dann der Psychiater Dr.  Alan Forrester ins Spiel und gemeinsam mit Jenny will er Licht ins Dunkeln bringen, damit der Täter endlich gefasst wird…
Der Psychiater hat in diesem Buch auch den Part des Erzählers übernommen. Doch dieser Erzählstil ist etwas gewöhnungsbedürftig, denn ich finde seine Art etwas überheblich und im Verlauf  auch sein Handeln egoistisch und manipulativ. Außerdem dreht es sich nicht nur um die Aufarbeitung von Jennys Schicksal, sondern auch die Probleme ihrer Eltern kommen zur Darstellung und Dr. Forrester therapiert sie dann gleich noch mit. Außerdem öffnet er noch weitere Krankenakten wie z.B. die von Shaun, einem ehemaligen Soldaten, der nach einem Auslandeinsatz traumatisiert ist.  Einen seriösen Eindruck macht der liebe Doktor auf  mich nicht  und seine medizinischen „Erklärungen“ fand ich auch entbehrlich, denn man hatte schon als Zuhörer genug damit zu tun, die ganzen Lebensläufe nicht durcheinander zu bringen und besonders den Täter fand ich dann „wie aus dem Hut gezaubert“, denn so richtig nachvollziehen konnte ich nicht warum Jenny sein Opfer wurde….
Fazit: Sascha Rothermunds Lesung ist es zu verdanken, dass ich das Hörbuch überhaupt zu Ende gehört habe. Fesselnde Spannung kam durch den eigenwilligen Erzählstil, die teils sehr detaillierten Situationsbeschreibungen und die Öffnung zu vieler Patientenakten hier für mich nicht auf.

 

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