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Lisa Regan: Blutige Wahrheit

Bookouture

Immer auf der Suche nach neuen spannenden Büchern, bin ich auf „NetGalley“ auf das Buch „Blutige Wahrheit“ von der amerikanischen Schriftstellerin Lisa Regan gestoßen.  Der Thriller wurde vor ein paar Jahren unter dem Original-Titel „Vanishing Girls“ veröffentlicht und ist jetzt in Deutschland als E-Book erschienen. Es ist der Auftakt zu der „Josie Quinn-Reihe“, dessen englischsprachige Ausgabe schon mehr als zehn weitere Bücher umfasst!
Bevor ich einen kleinen Einblick über den Inhalt gebe, schon mal eins vorweg:
Dieser Thriller hat mich von der ersten Seite an gefesselt, so dass die Seiten nur dahinflogen und es mir schwerfiel, das Lesen zu unterbrechen!
Zum Inhalt:
Die Handlung ist in der fiktiven Stadt Denton im ländlichen Pennsylvania angesiedelt. Detective Josie Quinn ist die Hauptfigur in der Handlung, allerdings ist sie gerade wegen ihres überschäumenden Temperaments suspendiert worden!
Während Josie mehr aus Langeweile an einer Tankstelle tankt, wird sie von den aktuellen Ereignissen um das Verschwinden der 17jährigen Isabelle Colemann über einen der dort angebrachten  Bildschirme informiert. Von dem jungen Mädchen fehlt seit mehreren Tagen jede Spur, nun hat man in einem Waldstück in der Nähe ihres Zuhauses ihr Handy entdeckt. Weiter wird in den Nachrichten berichtet, – ohne auf die näheren Umstände einzugehen – dass die Ermittlungsbehörden jetzt von einem Entführungsfall ausgehen…
Mehrfach hatte Josie ihren Vorgesetzten gebeten, die Suspendierung aufzuheben, damit sie an der Suche nach Isabelle mitarbeiten kann,  jedoch ohne jeden Erfolg. Nach den eben gehörten Neuigkeiten, brodelt es in Jodies Inneren und doch ist sie gezwungen untätig die „Zeit totzuschlagen“, weswegen sie sich noch einen Kaffee gönnt um die weitere laufende Berichterstattung auf dem Bildschirm zu verfolgen. Und dann kann sie nicht anders und wählt die Telefonnummer ihre Noch-Ehemannes Ray, der ebenfalls als Polizist im gleichen Revier arbeitet, um an Hintergrundinformationen zu kommen, was ihr aber nicht wirklich gelingt, denn plötzlich fallen in nächster Nähe Schüsse und ein von Einschusslöchern durchsiebter Wagen steuert auf den Tankstellenparkplatz und genau auf Josie zu……
Was dieser Vorfall an der Tankstelle und der Fall Isabell im Verlauf gemeinsam haben, findet Josie auf ihre ganz besondere Art und Weise dann heraus. Wie ihr das gelingt, verrate ich hier nicht, denn dazu ist die Gesamthandlung viel zu spannend, wendungsreich und nervenaufreibend und sicherlich nicht unbedingt für zartbesaitete Leser geeignet. Durch die rechts anschaulich geschilderten Szenerien hat man das Geschehen deutlich vor Augen, weswegen einem durchaus der eine oder andere Schauer über den Rücken läuft…
Wie bereits oben erwähnt, hat mich dieser Thriller von Anfang an in seinen Bann gezogen und ich habe mich beim Lesen bestens – mit Gänsehautgarantie – unterhalten gefühlt, weswegen ich hier von einem spannungsgeladenen Page-Turner sprechen möchte, dessen weitere Folgen hoffentlich bald ebenfalls in Deutschland erscheinen!
Fazit:  Fesselndes, spannungsgeladenes und nervenaufreibendes und unbedingt lesenswertes Thriller-Debüt!
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Mord auf Shetland/Sammelbox – Staffel 1 – 3

Edel Motion VÖ 03.09.21

Es gibt Krimi-Serien, an denen kommt man einfach nicht vorbei und die britische Reihe „Mord auf Shetland“ gehört auf jeden Fall dazu. Die Verfilmungen basieren auf den Romanen von Ann Cleeves und beeindrucken nicht nur landschaftlich, sondern auch durch ihre darstellerische Besetzung und den spannungsgeladenen Kriminalgeschichten, deren Lösung/Aufklärung auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist, was mir besonders gut gefällt.
Nun ist eine Sammelbox erschienen, dessen Inhalt sich auf jeden Fall sehen lassen kann, denn fast 20 Stunden Krimikost vom Feinsten gibt es hier im Pilotfilm und in Staffel 1 – 3  zu sehen!
Schon gleich bei den ersten Landschaftsaufnahmen, kam mir der Gedanke, wo liegen eigentlich genau die Shetland-Inseln?
Ein Blick in den Atlas und ein wenig Internet-Recherche später war ich schlauer:
Die Shetland-Inseln gehören zu Schottland und liegen in der Nordsee und im Nordatlantik. Die Ortschaften bzw. Inselnamen, die hier in der Krimi-Serie vorkommen, sind real.
Die Landschaft wirkt düster und karg, ist teils flach, aber auch hügelig und die felsige Küste bildet den Abschluss. Grün und braun sind die vorherrschenden Farben. Wind und die ständig wechselnden Wetterverhältnisse fließen in den Alltag der hier lebenden und arbeitenden Menschen hinein, die besonders auch durch ihre Sitten und Gebräuche geprägt sind, was hier als Rahmenhandlung in die Kriminalfälle einfließt. Zwar ist man in der modernen Technikzeit auf den Inseln angekommen, aber Handyempfang ist nicht überall gegeben und Funklöcher erschweren die Arbeit der Ermittler hier nicht nur einmal….
Der auf Shetland geborene Ermittler DI Jimmy Perez, der nach dem Tod seiner Frau mit seiner Stieftocher Cassie zurück vom Festland auf die Inseln kommt, will hier neu anzufangen. Seine Eltern und der leibliche Vater von Cassie leben ebenfalls hier.
DI Perez ermittelt mit einem kleinen, aber feinen Team, das Köpfchen hat, sich mit den Sitten und Gebräuchen und ganz besonders mit dem hier lebenden Menschenschlag bzw. den eher wortkargen Einheimischen sehr gut auskennt und auch mal ganz konsequent durchgreift, wenn es die Situation notwendig macht.
Auf die eigentlichen Kriminalfälle will ich an dieser Stelle gar nicht eingehen, dazu sind sie zu unterschiedlich, vielschichtig und wie bereits erwähnt, nicht vorhersehbar, so dass  sich auch mancher Fall erst durch die Beharrlichkeit der Ermittler lösen lässt. Ich finde diese Serie einfach nur gelungen, sehr spannend, unterhaltsam und sehenswert, weshalb ich diese Sammlung  nur jedem Krimi-Fan empfehlen kann!

Hier gibt es schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf den Inhalt: Trailer

Fazit: Gelungene Kriminalroman-Verfilmung, die mit einem tollen Schauspiel-Ensemble und passender Landschaftskulisse noch zusätzlich punkten kann!
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Andreas Gruber: Todesschmerz

der Hörverlag

Der aktuelle und mittlerweile sechste Fall für den BKA-Profiler Maarten S. Sneijder, Sabine Nemez und dem dazugehörigen Team wird – wie gewohnt  – von Achim Buch vorgetragen, was ein ganz großes Plus bei diesem sehr spannenden Hörbuch ist.  Denn seit Beginn dieser Thriller-Reihe hat er stimmlich der Figur des BKA-Profilers seine besondere Note „aufgedrückt“ und als Fan dieser Reihe erkenne ich diese markante Stimme sofort und kann sie dieser Figur „blind“ zuordnen. Durch den besonderen Erzähl-Stil des Autors und der gelungenen Vortragsart des Sprechers ist man als Zuhörer ganz schnell mitten im Geschehen von „Todesschmerz“  und eins kann ich schon mal vorweg verraten, der Titel des Thriller ist gut gewählt, lässt aber nichts Gutes erahnen:
Hatte das Ermittlerteam es zuletzt in „Todesmal“ noch mit einer merkwürdigen Nonne zu tun, bekommt man aktuell im Prolog eine Szenerie geboten, die einem die Nackenhaare hochstehen lässt…
Während Sneijder gemeinsam mit Mark, dem IT-Experten  intensiv auf der Suche nach einem Maulwurf in den eigenen Reihen ist, gehen die anderen des Teams anfangs noch ganz unterschiedlichen Beschäftigungen nach. Doch das ändert sich schnell, denn in Norwegen wird die deutsche Botschafterin ermordet und von „ganz oben“ bekommt Sneijder mit seinen Mitarbeitern den Auftrag sich nach Norwegen zu begeben und den Mord aufzuklären.
Dieser Auftrag ist so ganz gegen Sneijders Pläne in Wiesbaden den Maulwurf ausfindig zu machen, aber trotz seiner Gegenwehr muss er sich der Obrigkeit fügen. Er versucht seine Vorgesetzten zu überzeugen, dass er nur mit Sabine Nemez reisen wird und der Rest des Teams in Deutschland bleibt. Doch als Duo lässt man die beiden nicht reisen, sie bekommen eine Dame vom BND an die Seite gestellt, die mit ihren Sprach- und Ortskenntnissen punkten soll…
In Norwegen gestalten sich die Recherchen schwierig, zumal die Kooperationsbereitschaft der Polizei vor Ort nicht sonderlich ausgeprägt ist. Also sind Sneijder und Nemez nebst „Anhängsel“ auf sich gestellt, was sie im Verlauf in zwielichtige Kreise führt und in Deutschland die Vorgesetzten die Hände ringen und ohne Vorwarnung den Rest des Teams „hinterherschicken“…
Die Ereignisse, die in Oslo, Tonsberg, Kaliningrad, Wiesbaden und München dann passieren, werden „von unsichtbarer Hand geleitet“, sind unvorhersehbar und das gesamte Team gerät nach und nach in höchste Lebensgefahr…..
Andreas Gruber ist es erneut gelungen, einen unvorhersehbaren, wendungsreichen, spannungsgeladenen und nervenaufreibenden Einsatz für Sneijder und sein Team aufzuschreiben. Neben dem ganz besonderen „Charme“ á la Maarten S. Sneijder  – der diese Reihe ausmacht –  und dem herrlichen Schlagabtausch mit seinem „Eichkätzchen“ passiert hier diesmal auch viel Schmerzliches im Bereich des Einsatz-Teams und besonders der Schluss-Akkord hat es in sich! Mehr als die volle Punktzahl kann ich ja nicht vergeben, aber meine unbedingte Empfehlung für dieses Hör-Erlebnis vom Feinsten abgeben!
Fazit: Rundum gelungene nervenaufreibende Fortsetzung der Thriller-Reihe, die in der Hörbuch-Fassung Hörgenuss vom Feinsten bietet!
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Judith Merchant: Schweig!

Kiwi

Vor zwei Jahren meldete sich die Autorin mit „Atme!“ zurück an die „Thriller-Front“. Als E-Book ist jetzt bereits ihr neuestes Werk „Schweig!“erschienen.
Angelockt von dem markanten Covertext „Was würdest du tun, um deine Schwester zu retten? Und was, um sie loszuwerden?“ und in Kenntnis der bereits zuvor erschienen Bücher der Autorin, war ich gespannt was mich hier erwartet:
Von drei Personen wird die Geschichte erzählt, die einen Tag vor Heiligabend beginnt. Doch niemals darf man auf das „Erstgelesene“ vertrauen, denn ganz schnell wendet sich das Blatt, wenn eine andere Person „zu Wort“ kommt und dann sieht wieder alles ganz anders aus und das eben Gelesene erscheint in einem ganz anderen Licht!
Esther und Martin sind verheiratet und haben zwei Kinder. Die Familie bereitet sich mit dem üblichen Trubel rund um Weihnachten auf die Feiertage vor. Alles könnte in bester Ordnung sein, wäre da nicht Sue, Esthers jüngere Schwester….
Esther fühlt sich irgendwie verantwortlich für Sue, was durch Geschehnisse in ihrer Kindheit verankert ist. Obwohl im letzten Jahr an Weihnachten Sues Besuch bei ihnen mit reichlich Stress und Turbulenzen verbunden war – denn einer von ihnen landete im Krankenhaus – kann Esther nicht anders und sie macht sich mit einem kleinen Geschenk und einer Flasche Wein auf den Weg zu ihrer Schwester.  Die lebt nach einer unschönen Trennung nun ganz allein in einem viel zu großen Haus im Wald. Der Weg dorthin ist beschwerlich, zumal reichlich Schnee gefallen ist….
Das Wiedersehen der beiden Schwestern gestaltet sich schwierig. Am liebsten hätte Sue sich unsichtbar gemacht, damit ihre Schwester sie nicht findet, doch daran ist nicht zu denken. Sue liebt ihre selbstgewählte Einsamkeit im Wald und will nur ihre Ruhe, ganz besonders will sie kein zweites Weihnachten wie im Jahr zuvor…
Nach einem recht emotionalen und aufreibenden Gespräch zwischen den beiden Schwestern, will Esther nur noch eins  – nach Hause, doch das ist nicht möglich, denn ein schwerer Schneesturm hindert sie daran, auch kann sie Martin nicht erreichen, denn es gibt keinen Netzempfang hier draußen…
Martin hatte Esther noch dringend gebeten nicht zu Sue zu fahren, denn die Ereignisse des letzten Jahres klingen bei ihm immer noch nach. Mehrfach versucht er seine Frau zu erreichen, doch sie antwortet nicht. Langsam wird er unruhig und ihm kommen die schlimmsten Gedanken. Um diese zu vertreiben, helfen ihm auch diesmal nicht wie sonst die „flüssigen Geister“, kurzum setzt er sich ins Auto um nach dem Rechten zu schauen…..
…. dann nimmt das Unheil seinen Lauf!
Das Buch liest sich gut, obwohl an manchen Stellen mir eine etwas kürzere Passage besser gefallen hätte. Ganz besonders gelungen finde ich den flüssigen „Perspektivwechsel“ von einer erzählenden Figur zur anderen, so dass man von „Null auf Gleich“ eine völlige andere Version der Ereignisse präsentiert bekommt. Ein Psycho-Duell der besonderen Art erlebt man zwischen den beiden Schwestern, was einen tiefen Abgrund offenbart, aber auch der dritte im Bunde – Martin – entpuppt sich als „Überraschung“ (- obwohl –  ich ahnte schon so etwas).
Ganz ehrlich, keine der drei Hauptfiguren war mir sympathisch und kennenlernen würde ich sie auch nicht wollen. Durch die wunderbare Erzähltechnik der Autorin hat man die ganze Szenerie bildhaft vor Augen und ist bei ihren „Scharmützeln“ direkt vor Ort. Auch wenn manche Wendung nicht unbedingt überraschend für mich kam, habe ich das Buch gern gelesen und mich dabei gut unterhalten gefühlt, weshalb ich durchaus vier von fünf möglichen Punkten vergebe!
Fazit: Toller Erzählstil, der ein wendungsreiches Psycho-Duell offenbart,  das seines gleichen sucht! Lesenswert!
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Harlan Coben: Nichts bleibt begraben

Goldmann Verlag

Von dem amerikanischen Schriftsteller Harlan Coben habe ich schon einige spannende Bücher gelesen, zuletzt „Der Junge aus dem Wald„, aber auch sein vor zwei Jahren erstmals in Deutschland erschienenes Debüt „Honeymoon“ aus dem Jahr 1990, wo er erste Gehversuche in Sachen Thriller unternahm. Mittlerweile hat er eine Vielzahl an Büchern geschrieben und ist bereits mehrfach für seiner Werke mit Preisen ausgezeichnet worden.
Neben seinen „standing alone“- Büchern wie z.B. „Suche mich nicht“ oder auch „In Deinem Namen“ hat er auch eine Thriller-Reihe geschrieben, wo der ehemalige Profi-Basketballer/Sportagent Myron Bolitar die Hauptrolle spielt. Dessen bester Freund und Geschäftspartner Windsor Horne Lockwood III, kurz Win genannt, stammt aus reichem Haus und ist in dieser Buchreihe eigentlich immer in der einen oder anderen Form ins Geschehen „verwickelt“ bzw. durch die gemeinsame Zeit beim FBI „lösen“ die beiden Freunde so manchen Fall auf ihre ganz besondere Art und Weise…
In der Danksagung des Autors am Ende von „Nichts bleibt begraben“ erwähnt er, dass diesmal auf Wunsch seiner Leser, Myrons bester Freund Win die Hauptrolle spielt und allein „ermittelt“.
Tatsächlich berühren die Ereignisse des aktuellen Thrillers die ganze Familie Lockwood und die Handlung wird daher auch passenderweise von Win aus der „Ich-Perspektive“ erzählt:
Anfangs bittet das FBI Win zu einem Gespräch, in dessen Verlauf er mit einem unbekannten Mordopfer und einem wertvollen Gemälde konfrontiert wird. Dieses Kunstwerk katapultiert ihn gedanklich in seine Jugend, wo dieses Bild sich noch im Besitz der Familie Lockwood befand. Während eines Raubüberfalls vor vielen Jahre wurden dieses und ein weiteres kostbares Bild gestohlen, sein Onkel Aldrich ermordet und Wins Cousine Patricia entführt, schwer misshandelt und längere Zeit gefangen gehalten. Obwohl ihr die Flucht gelang, wurden die Ereignisse von damals nie aufgeklärt, kein Täter für die Verbrechen zur Rechenschaft gezogen und die Gemälde waren spurlos verschwunden ……  – bis jetzt!
Dies ist ein Teil des roten Fadens, der sich durch das gesamte Buch zieht und wo nicht nur das FBI, sondern ganz besonders Win sich mit der Frage beschäftigt, wer der namenlose Tote ist, ob er den Raubüberfall verübt, seine Cousine entführt und seinen Onkel ermordet hat…
Da ich bereits durch einige „Einsätze“ von Win an seine etwas spezielle „Persönlichkeit“ gewöhnt bin und seine ganz besonderen „Fähigkeiten“ kenne, hatte ich keine Schwierigkeiten mit  seinen „Ecken und Kanten“ bzw. seinem teils „explosivem Agieren“, denn er hat auch eine – zwar gut verborgene – angenehme Seite.
Das Buch liest sich gut, ist unterhaltsam und spannend. Zwar fand ich an manchen Stellen die Handlung etwas „unrund“, aber schriftstellerische Freiheiten möchte ich hier nicht überbewerten. Bis zum Schluss das Rätsel gelöst wird, kann man selbst versuchen hinter die Masken, der zahlreichen Verdächtigen zu schauen. Im Verlauf hatte ich im Hinterkopf  immer ein kleines Fragezeichen über einer Figur schweben, die mir nicht ganz geheuer war. Tatsächlich lag ich richtig, aber den Schluss-Akkord selbst, hatte ich so nicht vorhergesehen, was mir gut gefallen hat und ich daher vier von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Unterhaltsam, spannend, unvorhersehbar und lesenswert!
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Ellison Cooper: Totenschrein

Ullstein

 „Todeskäfig“, den Beginn der Reihe habe ich mit Begeisterung gelesen, wo die FBI-Agentin Sayer Altair „ins kalte Wasser“ geworfen wurde und ihren Bereich in der Forschung verlassen musste um direkt von einem Tatort aus die Ermittlungen in einem aufsehenerregenden Mordfall zu übernehmen.
Nun ist mit „Totenschrein“, das dritte Buch der Reihe erschienen. Fall Nr. 2 ist irgendwie an mir vorbeigegangen, was schade ist. Aber auch ohne Vorkenntnisse kann man den aktuellen Thriller problemlos verfolgen.
Das besondere Fachwissen der Autorin im Bereich Anthropologie, Neurowissenschaft oder auch Archäologie wird „sichtbar“, denn dies ist thematisch in die Ermittlungen, die Sayer Altair als leitende Agentin diesmal bewerkstelligen muss, eingewoben.
Während eines Kontrollgangs wird in Washington D.C. ein Polizist erschossen. Beim Auffinden seiner Leiche wird in direkter Nähe eine weitere Leiche entdeckt. Es ist ein bizarrer Anblick, der sich der FBI-Ermittlerin bietet: Ein totes Mädchen mit einer Axt in der Hand liegt drapiert auf den Stufen des Einstein Memorials. Um sie herum im Kreis sind Tierfiguren aufgestellt, eine merkwürdige Textnachricht und weitere Hinweise/Details lassen an einen Ritualmord denken…
Nachdem die Identität des Mädchens feststeht, haben Sayer und ihr Team keine ruhige Minute mehr, denn sie gehörte zu einer Gruppe von 24 Highschool-Schülern, die mit einem Bus zu einem Wissenschaftswettbewerb unterwegs war, den man auf offener Straße entführt hat und von dem und seinen Insassen seit geraumer Zeit jede Spur fehlt….
Das Buch liest sich gut und die Handlung wird spannend erzählt. Was alles weiter noch passiert und warum es für Sayer ein ganz persönlicher Fall wird, darauf möchte ich nicht weiter eingehen, damit der Lesespaß nicht verloren geht.
Alles in allem habe ich den neuen Fall um die FBI-Agentin gern gelesen, allerdings reicht er ans Debüt der Reihe nicht heran. Auch dauerte es nicht lange und ich hatte eine Idee wer sich hinter der Maske „des Bösen“ verbirgt und lag richtig, genau wie bei dem in das Privatleben von Sayer eingreifenden „Teil“ des Geschehens, der mich trotz eingebautem „Überraschungseffekt“ nicht sonderlich verblüfft hat.
Nichtsdestotrotz war die Thematik und der Aufbau der Gesamthandlung spannend, interessant und unterhaltsam. Da es auch einen gewissen Hinweis auf eine Fortsetzung gibt, möchte ich das weitere Geschehen erst einmal noch abwarten und schauen wie sich die Rahmenhandlung weiterentwickel und was für andere Kriminalfälle noch zu lösen sind, weswegen ich hier vier von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Spannender Thriller, der aber an manchen Stellen etwas vorhersehbar ist

 

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Christoffer Carlsson: Unter dem Sturm

Rowohlt

Der Autor, Christoffer Carlsson wuchs an der Westküste Schwedens auf, genauer gesagt etwas außerhalb von Marbäck, wo auch die Handlung des Buches spielt. 2013 erhielt er für sein Buch „Der Turm der toten Seelen“ den schwedischen Krimipreis
Unter dem Sturm“ ist im Jahr 1994 angesiedelt und wird in unterschiedlichen Zeitebenen und aus verschiedenen Sichtweisen erzählt:
Es ist November und in dem kleinen Örtchen Marbäck brennt ein Haus lichterloh, während das Besitzerpaar Markström außer Haus ist und mit dem Leben davonkommt, wird später in den Überresten des Gebäudes die Leiche ihrer Tochter Lovisa gefunden. Doch Lovisa scheint nicht durch das Feuer zu Tode gekommen zu sein, denn die Polizei geht von Mord aus.
Der junge Polizist Vidar eilt  zum Brand um zu helfen, dabei entdeckt er im nahe gelegenen Wald den von Brandwunden übersäten, völlig erschöpften Edvard Christensson..
Schnell kursiert die Gerüchteküche im Ort, wo jeder jeden kennt und bald steht Edvard, der Freund der jungen Lovisa vor Gericht. Er bekommt lebenslange Haft, obwohl er immer seine Unschuld beteuert.
Edvards Neffe Isak ist sieben Jahre alt als der Brand passiert und sein geliebter Onkel aus seinem Leben verschwindet.
Während hinter vorgehaltener Hand es schon jeder „vorhergesehen“ hatte, dass es mal ein schlimmes Ende mit Edvard nehmen würde, kommt er doch aus einer Familie, wo häusliche Gewalt und Straftaten von Generation zu Generation immer wieder an der Tagesordnung sind, bleibt dies auch Isak nicht verborgen und er sorgt sich um seine Zukunft, denn er könnte ja auch „das Böse“ in sich haben…
Zwar gab es schnell einen Verurteilten im „Fall Lovisa“, aber so ganz schlüssig ist der Fall für Vidar auch nach zehn Jahren noch nicht und er stochert in den alten Akten herum, kommt aber zu keinem Ergebnis. Es vergehen weitere Jahre und Vidar beschäftigt sich gedanklich immer noch mit dem fragenaufwerfenden Fall, bis dann plötzlich Isaks Lebensgefährtin ihn um Hilfe bittet, da Isak spurlos verschwunden ist, nachdem er zuvor auf „etwas von damals“ gestoßen ist, was ihn „unruhig“ hat werden lassen…
So zusammengefasst, vermutet man eine interessante Krimihandlung, aber ganz ehrlich, ich hatte Schwierigkeiten dieses Buch zu lesen.  Zum einen konnte  mich der „ausgedehnte“ Erzählstil des Autors nicht begeistern. Aber auch wegen der an manchen Stellen, nicht sinnmachender Sätze (vielleicht bei der Übersetzung entstanden?), war das Lesen erschwert.
Die recht langatmig geratene Geschichte ist für mich kein fesselnder Krimi. Zwar ist der rote Faden mit dem Brand von 1994 immer erkennbar, aber es ist einfach zu viel an Handlung „nebenbei“, auch die Frage bezüglich „ist das Böse erblich“, die hier thematisiert wird, lenkt eher vom Geschehen ab, als das dies zur Spannungsbildung beiträgt. Die Gesamthandlung ordne ich eher als Roman mit eingewobenen Kriminalfall ein, weswegen ich hier auch nur drei von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Sehr ausgedehnter Erzählstil, zwar mit rotem Faden, aber ohne wirklich Spannung aufzubauen
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