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Hanna  Svensson – Blutsbande – Staffel 2

EdelMotion VÖ 03.12.21

Zwei Jahre hat es gedauert bis nun endlich die spannende Serie um die Stockholmer Polizistin „Hanna Svensson“ mit acht neuen Folgen weitergeht bzw. Staffel 2 auf DVD fürs Heimkino erschienen ist.
Die erste Staffel – sollte man im Vorfeld schon kennen, damit man die Hintergründe der aktuellen Geschehnisse besser einordnen kann –  endete ja spektakulär …
Nach dem gelungenen „Undercover-Einsatz“ von Hanna Svenssons Sohn Christian, war es ja gelungen Einblick in die kriminellen Machenschaften der Familie Mimica zu bekommen, so dass es der Polizei gelang einige große Drogengeschäfte zu vereiteln. Den Mimicas wird bald klar, dass Christian Informationen an die Polizei bzw. seine Mutter Hanna weitergegeben hat. Sie sinnen auf Rache, weswegen Christian bald in großer Lebensgefahr schwebt. Er flieht aus Schweden und taucht unter…
Während Hanna ihren Sohn in Sicherheit wähnt, hat sie sich auf die Fahnen geschrieben, ein für alle Mal dem Mimica-Clan das Handwerk zu legen, damit Christian nach Schweden zurückkehren kann. Sie sucht nach einem Leck in den eigenen Reihen, da bereits im Vorfeld wichtige Informationen an die Mimica gelangen.
Durch die gravierenden Verluste in der Clan-Struktur der Mimicas ändern sich die Machtverhältnisse im kriminellen Milieu. Es taucht eine gut organisierte Gruppe von korrupten, machthungrigen und landesweit agierenden Polizisten auf, die sich „Der Ring“ nennt.  Recht schnell haben sie nicht nur ihre „Finger“ im Drogen- und Waffenhandel, sie schrecken auch vor Mord und Totschlag nicht zurück.
Gerade ist der Maulwurf bei der Polizei enttarnt, erfährt Hanna, dass er an den „Ring“ verkauft wurde…
Da niemand genau weiß, wer zu dieser Organisation gehört, kann Hanna bei ihrer Suche nach den Mitgliedern, die es nun zu enttarnen und zu stoppen gilt, eigentlich niemanden trauen, so dass sie und ihr Kollege Björn, auf den sie sich 100% verlassen kann, auf sich alleingestellt sind…
Doch ob es gelingt den Mimicas Einhalt zu gebieten und die Mitglieder des „Rings“ zu enttarnen, bleibt dahingestellt, denn die führenden Köpfe des „Rings“ sind mächtig und halten Hanna nicht nur beruflich auf Trapp, denn einige sind ihr privat sehr gut bekannt, was zu einigen Turbulenzen führt und ganz besonders das Verhältnis zu ihrem Sohn ins Wanken bringt….
Tatsächlich habe ich alle acht Folgen der neuen Staffel an einem Stück angesehen, denn einmal angefangen, ist man ganz schnell wieder im Geschehen gefangen und will nur eins: unbedingt wissen, was weiter passiert..
Ich vergebe hier die volle Punktzahl für Spannung, Wendungsreichtum, schauspielerische Besetzung und fesselnde Unterhaltung!
Fazit: Hält das Niveau der ersten Staffel, ist spannungsgeladen, wendungsreich und schauspielerisch exzellent besetzt!
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Ragnar Jónasson: Frost

btb

Das Cover-Design des Buches erinnerte mich gleich an die sehr spannende rückwärts erzählte Hulda-Trilogie des Autors, wo die isländische Kommissarin in „Dunkel“ in den Vorruhestand geschickt wird und man in „Insel“ und zuletzt in „Nebel“ noch ihre kriminalistische Vorgeschichte erfährt.
Tatsächlich taucht besagte Hulda in der Handlung von „Frost“ sporadisch auf. Die Gesamthandlung setzt sich aus verschiedenen Zeitebenen zusammen und wird dort von mehreren Personen erzählt, wie z.B. den Kriminologie-Studenten Helgi Rykdal, der dann 2016 Kommissarin Huldas Stelle bei der Polizei in Reykjavik  übernimmt.
Bevor Helgi tatsächlich den Polizeidienst antritt, beschäftigt er sich für seine Abschlussarbeit in Kriminologie mit einem rätselhaften alten (eigentlich nicht aufgeklärten) Kriminalfall aus dem Jahr 1983, wo es zu Todesfällen in einem Tuberkulose-Sanatorium gekommen war. Eine der dort tätigen Krankenschwestern wurde ermordet und der Tod des des leitenden Arztes warf ebenfalls Fragen auf. Helgi kontaktiert die ehemaligen Mitarbeiter des Sanatoriums um ihre Sicht der damaligen Ereignisse zu erfragen. ..
…doch die wollen nicht wirklich über die Geschehnisse sprechen und blocken Helgis Kontaktaufnahme eher ab, was den noch mehr motiviert die Todesfälle zu hinterfragen und bald argwöhnt er, dass bei den damaligen polizeilichen Ermittlungen vielleicht etwas übersehen wurde, weshalb er auch unbedingt noch Hulda befragen will, denn neben einem weiteren Kollegen war sie in die Aufklärung der Fälle involviert….
…. dann passiert 2016 ein weiterer Mord an einer ehemaligen Krankenschwester des Sanatoriums, so dass Helgi alles daran setzt, diese Todesfälle aufzuklären…
Das Buch liest sich gut und auch die Einordnung der verschiedenen Zeitebenen gelingt mühelos. Alle Mitwirkenden in der Handlung haben ihr „Päckchen“ zu tragen und so richtig sympathisch war mir keiner von ihnen. Es liegt zwar eine gewisse Anspannung und bis zum Schluss reichende Ungewissheit darüber vor, was damals zu den Todesfällen geführt hat bzw. wer dafür verantwortlich ist, aber erst ganz zum Schluss kommt eine gewisse Spannung zum Zuge, so dass ich hier eher von einem weitreichenden Sozialdrama sprechen möchte, denn genau beleuchtet werden die einzelnen Todesfälle nicht, die polizeilichen Ermittlungen von damals werden ebenfalls nur kurz erwähnt, so dass mir hier noch einiges fehlt, um von einen spannenden Thriller zu sprechen.
Da mir aber die Hulda-Trilogie (die sollte man zuvor unbedingt gelesen haben, damit man die kleinen bezugnehmenden Hinweise  auf die dortige Handlung besser einordnen kann) sehr gut gefallen hat, möchte ich gern abwarten und sehen wie sich die Fortsetzung der Helgi- Reihe gestaltet, denn ein gewisses Potential und guter Unterhaltungswert sind dieser Geschichte nicht abzusprechen, weshalb ich hier von fünf möglichen Punkten nur erst drei (mit der Tendenz nach oben) vergebe.
Fazit: Reicht (noch) nicht an die Hulda-Trilogie heran, auch fehlt noch „das gewisse Etwas“ um von einem Thriller zu sprechen, hat aber gutes Potential und Unterhaltungswert und darf gern in die Fortsetzung gehen!
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Frank Kodiak: AMISSA – Die Vermissten

Droemer

Anfang diesen Jahres hatte ich hier den  spannungsgeladenen Auftakt der Thriller-Trilogie „AMISSA – Die Verlorenen“ vorgestellt.
Nun, geht es mit „Amissa – Die Vermissten„ weiter und eins kann ich schon vorweg verraten, der Autor nimmt seine Leserschaft von der ersten Seite an mit auf eine „Reise“, die an menschliche Abgründe führt und schwört Szenerien herauf, die Alptraumcharakter haben…
Im ersten Buch der Reihe lernt man das Ehepaar Rica und Jan Kantzius kennen, die als Privatdetektive arbeiten. Rica ist für die private Hilfsorganisation AMISSA tätig, die recht erfolgreich nach vermissten Personen sucht. Jan, einst Polizist unterstützt seine Frau bei den weitreichenden und teils recht schwierigen Ermittlungen, wie zuletzt als junge Mädchen, die neu an einen Ort gezogen waren, spurlos verschwanden. Rica und Jan war es zwar gelungen diesbezüglich einen Menschenhändlering zu zerschlagen, was aber auch einen bitteren Beigeschmack nach sich zog, denn sie mussten feststellen, dass ein Mitarbeiter von AMISSA in die Sache verwickelt war. Da sie bei ihren Recherchen auf undurchsichtige Strukturen bei der Hilfsorganisation gestoßen sind, stellt sich ihnen immer noch die Frage, ob es hier noch weitere kriminelle Verwicklungen im weit verzweigten Geäst von AMISSA gibt…
Zu Beginn der aktuellen Handlung wird man „Zeuge“ wie ein harmloser Pizzabote in einen Hinterhalt gelockt wird und dann spurlos verschwindet. Im Verlauf begleitet man seine Schwester bei der Suche nach ihm, die allerdings „dem Bösen“ zu nahe kommt und auch von der Bildfläche verschwindet. Und das sind nicht die einzigen Personen, die hier von jetzt auf gleich verschwinden. Was einigen Vermissten passiert, daran lässt der Autor seine Leserschaft teilnehmen, grrrhhh!
Jan und Rica Kantzius bekommen einen anonymen Hinweis in Sachen AMISSA. Die unbekannte Person bittet um ein Treffen an einem geheimen Ort, das zwar zustandekommt, allerdings in einem Fiasko endet und Jan nur noch den ihn unbekannten Begriff „Missing Order“ zugeflüstert bekommt…..
Der markante „Spruch“ auf der Rückseite des Buches „Wer Geld hat, kann sich alles kaufen – auch Dich!“ ist der rote Faden, der sich durch die aktuelle Handlung zieht. Was sich Frank Kodiak (hinter diesem Pseudonym verbirgt sich ja bekanntermaßen der Bestseller-Autor Andreas Winkelmann) hier wieder hat einfallen lassen, ist nichts für schwache Nerven und wird aus  unterschiedlichen Perspektiven so fesselnd erzählt, dass man trotz Gänsehautgarantie nicht anders kann, als Seite um Seite zu „verschlingen“
Mehr möchte ich und darf man vom Inhalt dieser gelungenen Fortsetzung der Reihe einfach nicht preisgeben, denn, wer gern fesselnde und spannungsgeladene Geschichten liest, der ist hier an der richtigen Stelle. Seite um Seite entwickelt sich aus harmlosen Begebenheiten von jetzt auf gleich eine unheilvolle Atmosphäre, die dann in so anschaulich geschilderte Situationen führt, die menschliche Abgründe aufzeigt, einem die Nackenhaare hochstehen lässt und man sich fragt, wer um Himmels Willen tut so etwas?
Nun, die Frage werde ich hier sicherlich nicht beantworten, dafür ist der Autor zuständig und ich kann nur sagen, egal ob er sich wie hier Frank Kodiak nennt oder als Andreas Winkelmann seine Geschichten veröffentlicht, seine  Bücher sind Spannungsliteratur vom Feinsten, haben Sogcharakter, Gänsehautgarantie und sind empfehlenswerte, unbedingt lesenswerte Page-Turner, denen man sich nicht entziehen kann!
Fazit: Gelungene nervenaufreibende Fortsetzung der Thriller-Reihe, die menschliche Abgründe aufzeigt, einem die Nackenhaare hochstehen lässt, aber auch so fesselt, dass man die Fortsetzung kaum erwarten kann!
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Jens Henrik Jensen:  SØG – Schwarzer Himmel

DAV

Fall Nr. 2 für Nina Portland
Genau wie beim Debüt-Auftritt der dänischen Polizistin Nina Portland in  „SØG Dunkel liegt die See“ hat Britta Steffenhagen auch dieses Mal die ungekürzte Lesung von „SØG – Schwarzer Himmelübernommen, was eine gute Wahl ist, denn mit ihrer wandelbaren Stimme schafft sie schnell die passende Atmosphäre und man hört ihr gebannt zu:  
Der Titel des Hörbuchs passt zum Wetterbild, das sich gleich zu Beginn der Handlung über dem dänischen Örtchen Esbjerg zeigt und Blitz und Donner mit sich bringt. Während Nina mit ihrem Sohn zuhause dieses Wetterspektakel genießt, wird bei der Polizei ein Leichenfund auf der örtlichen Kohlehalde gemeldet. Offenbar hatte es dort einen schweren Blitzeinschlag gegeben, wobei sich Kohlestücke von der Oberfläche gelöst und dadurch die Leiche eines Mannes zu Tage befördert wurde. Nina übernimmt die Ermittlungen in dem Fall.
Um den Toten, den man offenbar vorher gefoltert und dann „zum Schweigen“ gebracht hat, zu identifizieren, braucht es einige Zeit.
Parallel zu den Ermittlungen in diesem Fall, recherchiert Nina noch in einem fragenaufwerfenden Todesfall einer alten Dame, dessen einziger Sohn dann im Verlauf noch einen wichtigen Part in der Geschichte übernimmt. In seinem Besitz befindet sich hochbrisantes Filmmaterial, das nicht in die falschen Hände geraten darf.  Er fühlt sich seit geraumer Zeit verfolgt, weswegen er untertaucht und sich versteckt hält, bis Ninas „Bauchgefühl“ zum Einsatz kommt und sie mal wieder ohne Rückendeckung und auf eigene Faust anfängt nach ihm zu suchen…
Nicht nur der Sohn der alten Dame fühlt sich verfolgt, bald bemerkt auch Nina „merkwürdige“ Gestalten, die an ihren Recherche-Orten auftauchen, so dass ihr der Verdacht kommt, das hier „geheime Dienste und Mächte“ aus irgendwelchen Gründen involviert sind, die nicht nur bei den Ermittlungen in Dänemark immer wieder in Erscheinung treten, sondern auch bei der Spurensuche in der Türkei und Deutschland sie immer im Blick behalten. Während die Dienstreisen nur wenig Aufschluss bei den weitreichenden Ermittlungen bringen, wird es dann in Dänemark plötzlich nicht nur für Nina lebensgefährlich….
Nina Portlands Einsatz Nr. 2 hat auch wieder ein bißchen „James-Bond-Charakter“, denn wie zuvor bei ihrem ersten Einsatz sind geheime Mächte im In- und Ausland involviert, denen sich die engagierte Ermittlerin nicht nur mit Köpfchen und ihrem „Bauchgefühl“ entgegenstellen muss. In die Gesamthandlung hat der Autor aktuelles politisches Geschehen eingewoben, was gut passt und die Szenerie noch besser nachvollziehbar und verständlich macht. Zwar ist die Handlung an manchen Stellen etwas vorhersehbar, was aber den Unterhaltungswert nicht schmälert und man hier gut unterhalten wird.
Fazit: Die spannende bildhaft beschriebene Szenerie des Buches wird durch Britta Steffenhagens Lesung zum Leben erweckt, so dass man hier gut unterhalten wird! 
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Alexander Schuller: Der Kuckuck

Knaur

Thriller nach einer wahren Geschichte
Der Autor kennt sich in Sachen „Schreiben“ aus, denn das Handwerk hat er mal gelernt und war dann einige Jahre für das Hamburger Abendblatt tätig. Der geborene Münchener lebt mittlerweile in Hamburg, wo er seit fünf Jahren auch eine Weinbar betreibt.
Die Idee zu diesem True-Crime-Thriller ist ihm kommen, da „Der Kuckuck„, der hier in der Geschichte Lukas Friedrich heißt, einst sein Mitarbeiter, Untermieter und auch Freund gewesen ist, der ihn – ahnlungslos wie er war – getäuscht, manipuliert, bestohlen und ganz besonders menschlich enttäuscht hat!
Der Autors selbst „verbirgt“ sich in der Geschichte hinter der Figur Stephan Engler und aus seiner Sicht wird ein Teil der Handlung erzählt, die zeitlich im Juli 1993 beginnt:
Lukas Friedrich stammt aus gutem Haus, gelernt hat er eigentlich keinen Beruf, nur „hineingeschnuppert“ ins Gastrogewerbe seiner Familie, wo er allerdings recht schnell aneckt, die Tätigkeit einstellt und den familären Kontakt abbricht.  Er hangelt sich von Job zu Job und angekommen im Jahr 1993 arbeitet er seit einiger Zeit in einem Tennis-Club als Barmann. Dieses Metier beherrscht er gut. Mit seinem ganz besonderen Charme und seinem Auftreten kann er sich gut in Szene setzen und sein Hauptaugenmerk liegt im Club bei den etwas älteren gutbetuchten Damen der Gesellschaft. Dort kommt dann auch der Kontakt zur Unternehmerin Hannelore Plattner zustande, die zwar „verbandelt“, aber offenbar nichts gegen einen Flirt einzuwenden hat; bald geht das Gerücht im Club rum, dass Lukas und Hannelore „etwas am Laufen“ haben…
…. bis dann Hannelore Plattner ermordet in ihrem Haus aufgefunden wird.
…. Lukas gerät neben Hannelores Lebensgefährten in Verdacht den Mord begangen zu haben, doch obwohl DNA-Spuren am Tatort sichergestellt werden, steckt die Kriminaltechnik zu der Zeit noch in den Kinderschuhen, weswegen niemandem der Prozess gemacht werden kann.
Lukas taucht für viele Jahre im Ausland unter, bis er dann 2009 wieder in Deutschland auf der Bildfläche erscheint, wo er sich bei seinem neuen Arbeitgeber Stephan Engler einnistet, erst als Barmann und dann zusätzlich auch noch als Untermieter.
Die Vorliebe für reifere Frauen bringt ihn mit der Witwe Sabine Dallmeyer zusammen. Dass das „zufällige“ Zusammentreffen von ihm im Vorfeld ausgeklügelt und mit seinem Charme und Geschick arrangiert wurde, geht der Frau erst viel zu spät auf. Da hat Lukas sie bereits in seinen Klauen und treibt sein perfides Spiel mit ihr…
Lukas Friedrich ist ein meisterhafter Manipulator. Die Menschen, in deren Leben er sich hineinzwängt, sich an ihnen bereichert und die er für sein „Machtgehabe“ auserkoren hat, die haben kaum eine Chance sich ihm zu widersetzen, denn wenn man ihm in die Quere kommt, da kennt er kein Erbarmen…
Immer in Hinterkopf, dass es sich hier um ein auf Tatsachen beruhendes Geschehen handelt, stellen sich einem schon die Nackenhaare hoch.
Das Buch liest sich gut. Da man aber von Anfang an den „Übeltäter“ kennt, liegt zwar eine gewisse An(Spannung) in der Luft, aber das Level –  um hier von einem spannungsgeladenen Thriller zu sprechen – wird für meinen Geschmack nicht erreicht.
Durch die „Überschriften“ gelingt die Einordnung des zeitlichen Ablaufs problemlos. Die Szenerien sind bildhaft, werden allerdings an manchen Stellen in einer recht deftigen Wortwahl beschrieben, was ich entbehrlich fand.  Etwas Schwierigkeiten habe ich immer, wenn psychiatrische Diagnosen/Begriffe benutzt werden um Charaktereigenschaften eines Menschen zu beschreiben, wie hier „Narziss oder Soziopath“. Da hier im Kapitel, wo es um die Gerichtsverhandlung geht, aber nie ein psychiatrisches Gutachten erwähnt oder ein Gutachter aus diesem Bereich zitiert oder zu Worte kommt, fände ich es besser,  man würde auf solche „Fachbegriffe“ verzichten.
Nichtsdestotrotz hat mich dieses Buch gut unterhalten und im Hinblick auf den realen Hintergrund auch die Nackenhaare hochstehen lassen und einmal mehr erinnert, dass man nicht hinter die Fassade eines Menschen blicken kann!
Fazit: Reicht spannungsmäßig nicht an einen Thriller heran, aber für Fans des Genre „True Crime“ ist dies Buch sicherlich unterhaltsam und lesenswert!
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Aimee Molloy: Das Therapiezimmer

Rowohlt Verlag

Die in West-Massachusetts lebende und in den USA bereits erfolgreiche Autorin  Aimee Molloy war mir bis dato unbekannt. Durch die kurze Inhaltsangabe aufmerksam geworden, worum es im Thriller „Das Therapiezimmer“ geht, war ich gespannt, was mich hier erwartet:
Dr. Sam Statler ist Psychotherapeut. Er zieht aus New York mit seiner Frau Anni in die Kleinstadt Chestnut Hill, wo er einst aufgewachsen ist und seine schwer erkrankte Mutter nun in einem Altenheim lebt.
Nachdem das Paar sich in ihrem neuen Zuhause eingerichtet hat, eröffnet Sam seine eigene Praxis im Souterrain eines  „geschichtsträchtigen“ Hauses. Schon nach kurzer Zeit ist sein Terminbuch gut gefüllt und er hat viel zu tun.
Annie dagegen hat viel Zeit für sich und langweilt sich etwas, obwohl sie eine Gastprofessur an der Uni angenommen hat.
Während sich die beiden langsam an den Ortswechsel gewöhnen und abwechselnd Sams Mutter im Heim besuchen, erfährt die Leserschaft, wie sich sonst ihr unterschiedlicher Tagesablauf gestaltet…
Aus immer wieder wechselnden Perspektiven bekommt man Einblick in die Therapiesitzungen, die Dr. Statler abhält. Er ahnt nicht, dass sich an der Decke seines Therapiezimmer ein Lüftungsschlitz befindet…
…. wodurch die Gespräche belauscht werden können….
Anfangs konnte ich der Handlung noch gut folgen, doch dann wechseln häufig die Perspektiven, „Nebenszenen“ häufen sich, die dann auch mal in die Vergangenheit führen und nicht nur das Ehepaar Sam und Anni betreffen, so dass man gut aufpassen muss, damit man nicht den „roten Faden verliert.
…. und dann verschwindet Dr. Statler spurlos und taucht auch nach Tagen und Wochen nicht wieder auf…..
Mir fiel beim Lesen in einigen Nebensätzen die wiederholte Nennung eines Buchtitels auf, der für mich dann das bisher Gelesene in ein anderes Licht rückte und der weitere Verlauf leider vorhersehbar wurde, weswegen die Spannung nicht bis zuletzt gehalten werden kann.
Zusammenfassend kann ich sagen, ich hatte mir etwas anderes bzw. mehr von diesem Buch versprochen. Die immer wieder wechselnden Perspektiven aus der die Geschichte erzählt wird, waren anfangs noch nachvollziehbar, später dann aber eher verwirrend, was auch zum Nachlassen der Spannung führte. Besonders die Bezugnahme auf einen Klassiker der Spannungsliteratur konnte mich nicht begeistern, weshalb ich hier nur zwei von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Schade, das anfängliche Spannungspotential verliert sich schnell durch zu viel Perspektivwechsel und die Bezugnahme auf einen Klassiker der Spannungsliteratur
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Professor T – Staffel 1

EdelMotion VÖ 12.11.21

Ben Miller hat in dieser britischen Version der belgischen Krimi-Reihe (die ich nicht kenne und daher keine Vergleiche ziehen kann) die Hauptrolle übernommen. Was für mich schon mal ein ganz besonderer Anreiz war, um mir diesen „Professor T“ anzuschauen.
Nun, wer noch überlegt, woher er, den auf dem Cover abgelichteten Schauspieler kennt, dem sei verraten, dass er in den ersten Staffeln der Krimi-Reihe „Death in Paradise“ den etwas spleenigen, aber äußerst scharfsinnigen DI Richard Poole verkörperte, der in der Karbik ermittelte und sich mit einem Gecko als Hausgast arrangieren musste. Seit damals bin ich Fan von Ben Millers Schauspielkunst!
Ohne zu viel von der aktuellen Handlung vorwegzunehmen, kann ich nur sagen, mir kommt es vor, als wenn DI Poole seine Identität gewechselt hat, um hier als Kriminologie-Professor Jasper Tempest, wieder aufzutauchen…
Wer auf etwas „schräge“ Typen und unterhaltsame Kriminalgeschichten steht, der kommt in dieser ersten Staffel sicherlich auf seine Kosten:
Auf dem Campus der Universität in Cambridge beginnt der erste Teil der Handlung, wo es zu einem Überfall auf eine Studentin kommt. Da die Polizei bei der Aufklärung des Falls nicht recht weiterkommt, hat die junge engagierte Ermittlerin Lisa Donckers die Idee, ihren ehemaligen „Lehrer“ Professor Tempest, der ja an der Uni immer noch unterrichtet, um Rat zu fragen…
Dieser ist kein einfacher Charakter und hat so seine Eigenarten. Er hält anfänglich auch nicht viel davon als Berater für die örtliche Polizei tätig zu werden.
…doch im Verlauf ändert sich das, sein umfangreiches Fachwissen ist gefragt und er erweist sich als sehr hilfreicher „Kopf“ bei der Verbrechens-Aufklärung.
Auf die einzelnen Fälle möchte ich hier nicht eingehen, denn wer sich auf diese Serie einlässt, der sollte sie auch genießen können.
Ein besonderes „Markenzeichen“ des Professors sind seine in Latexhandschuhen steckenden Hände, er hat einen ausgeprägten Ordnungssinn und er ist stets makellos gekleidet.
Nicht unerwähnt lassen, möchte ich auch noch, die ganz spezielle Mutter-Sohn-Beziehung im Hause Tempest, denn auch wenn er innerlich rebelliert und einige Anstrengungen unternimmt, sich seiner (ebenfalls toll besetzt mit Frances de la Tour) „klammernden“ Mutter zu entziehen bzw. zu entfliehen, gelingt ihm das nicht wirklich….
Neben den polizeilichen Ermittlungen in unvorhersehbaren Kriminalfällen gibt es auch einen „Blick in die Gedankenwelt“ des Professors – sei es nun bei der Analyse der Verbrechen oder auch wenn er sich an seine Kindheit oder andere Ereignisse aus seinem Privatleben erinnert – . Was den Machern der Serie hier dazu eingefallen ist, passt in die etwas „andere Welt“ bzw. zu dieser besonderen Art von unterhaltsamer Krimi-Kost.
Wie bereits erwähnt, lag mein Hauptaugenmerk auf der darstellerischen Besetzung mit Ben Miller in der Hauptrolle. Was sich im Nachhinein als vortreffliche Wahl herausgestellt hat und ich diese Serie genossen habe. Doch da gehen sicherlich die Meinungen auseinander. Ich für meinen Teil mag diese besondere Art von Humor und die eigenwillige titelgebende Figur und hoffe, die Reihe wird fortgesetzt.
Als Bonus gibt es auf der DVD einen umfangreichen Blick hinter die Kulissen nebst Interview mit Ben Miller
Fazit: Ben Miller verkörpert die etwas schräge und eigenwillige Hauptfigur mit einer ganz besonderen und unnachahmlichen Präsenz, was diese britische Kriminal-Serie aus- und sehenswert macht! Gerne mehr davon!

 

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