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Lone Theils: Hexenjunge

rororo

Die dänische Autorin – selbst einige Jahre lang als London-Korrespondentin für eine dänische Tageszeitung tätig – hat im aktuellen Buch „Hexenjunge“, wieder einen turbulenten und aufregenden Fall für ihre Hauptakteurin Nora Sand aufgeschrieben.
Immer auf der Suche nach einer spannenden Story oder einem interessanten Interview, freut sich Nora über die SMS, die sie von Professor Abioni erhält. Denn der Nigerianer ist in Sachen Terrororganisationen ein angesehener Experte. Lange Zeit hatte er nicht auf ihre E-Mails oder Anrufe reagiert. Doch nun hält er sich in London auf, gibt sich aber Nora gegenüber etwas geheimnisvoll und er besteht auf absolute Geheimhaltung und Diskretion bezüglich ihres Treffens.
Nora ist damit einverstanden und trifft sich dann mit ihm zu einer Führung auf einem Londoner Friedhof. Doch ihr Gespräch entwickelt sich in eine ganz andere Richtung als Nora geplant und erwartet hat, denn der Professor erklärt ihr, dass er „unsichtbar“ bleiben muss, da er einem Netzwerk bzw. einer Organisation auf der Spur ist, die in Nigeria im großen Stil Kinder entführt, eines davon ist offenbar der kleine Neffe seiner langjährigen Assistentin Maria, die ihn bei der Suche nach dem Jungen um Hilfe gebeten hat….
Während Nora versucht so viele Informationen über dieses brisante Thema herauszubekommen, ist der Professor immer auf der Hut und willigt nur zögerlich noch auf ein abschließendes Kaffeetrinken im naheliegenden Cafe ein. Während Nora kurz die Toilette aufsucht, verschwindet der Professor spurlos….
Einen Tag später findet man bestialisch ermordet auf….
Nora will den Informationen von Abioni unbedingt nachgehen und auch über seinen Mord recherchieren, doch ihr Chef will davon nichts hören. Nora soll unbedingt über die medienwirksame Scheidung eines russischen Oligarchen und von seiner dänischen Frau, einem einstigen Reality-Sternchen, umfassend berichten. Und es geht dabei nicht nur ums Geld, sondern das Paar streitet in aller Öffentlichkeit über das Sorgerecht für ihren achtjährigen Sohn Nicholas….
Doch Nora lässt der schreckliche Tod des Professors keine Ruhe und während sie über die Scheidung recherchiert und Berichte für die Zeitung verfasst, wird der kleine Nicholas entführt….
Was für ein komplexer Fall aus beiden Handlungssträngen sich hier entwickelt, ist zum einen nichts für schwache Nerven, andererseits ist die Geschichte aber so fesselnd und spannend aufgemacht, dass man gar nicht anders kann, als sie Seite um Seite zu „verschlingen“.
Genau wie die beiden vorherigen Bücher „Das Mädchen von der Englandfähre“ und „Das Meer löscht alle Spuren“ hat mich auch diesmal die Thematik nachhaltig berührt. Ich hoffe Nora Sand behält ihren Mut und Spürsinn auch wenn es mal  – wie im aktuellen Fall – lebensbedrohlich wird!
Fazit: Nervenaufreibender, spannend erzählter Pageturner! Bitte weiter so und mehr davon!
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Catherine Shepherd: Artiges Mädchen

Kafel Verlag

Ein neuer Fall für die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz, die zuletzt in „Dunkle Botschaft“ dem „Bösen“ sehr nahe kam.
Schauplätze der Verbrechen sind in dieser spannenden Handlung verschiedene Kinderspielplätze in Köln, wo man in kurzer Abfolge weibliche Leichen findet, die man dort drapiert hat. Alle sind herausgeputzt, ihr blondes Haar wurde zu Zöpfen geflochten und sie tragen weiße Rüschenkleider und Riemchenschuhe. Der Ablageort und die ganze Inszenierung bilden ein bizarres Bild, das sich den Ermittlern bietet.
Der ermittelnde Kommissar Florian Kessler bittet Julia Schwarz um Mithilfe bei diesen Todesfällen, denn einige der Leichen weisen merkwürdige Wunden auf und auch die Todesart ist nicht immer gleich…
Im Prolog der Handlung von „Artiges Mädchen“ erfährt der Leser schon ein wenig, warum die Frauen in den Fokus des „Bösen“ geraten und welche Schwäche ihnen zum Verhängnis wird…
Dann werden merkwürdige „Briefbotschaften“ und „Geschenke“ in den Wohnungen der Opfer gefunden, die einen Zusammenhang der Taten vermuten lassen….
Eine Spur führt in eine Entzugsklinik, wo einiges im Argen zu liegen scheint…
Mehr vom Inhalt möchte ich nicht verraten, denn es dazu ist dieser Thriller wieder einfach zu spannend und lesenswert!
Es gibt viel Arbeit für das „eingespielte“ Team Florian Kessler und Julia Schwarz, die sich ja mittlerweile auch privat sehr nahe sind. Das Privatleben der beiden ist ohne zu stören in die Rahmenhandlung eingewoben und auch Julias finnische Assistentin Lenja und Florians Kollege Martin Saathoff sind wieder engagiert dabei und eigentlich bilden diese vier „Ermittler“ mittlerweile ein unschlagbares Team!
Ich mag den flüssigen und „undurchsichtigen“ Erzählstil der Autorin. Die Handlung ist durchweg spannend und fesselnd. Auch diesmal ist es ihr gelungen, viele Fährten auszulegen. Doch erst ganz zum Schluss mit Gänsehaut-Effekt bekommt man die Lösung des Rätsels präsentiert! Echt klasse!
Fazit: Thriller vom Feinsten, der durchweg fesselnde Spannung bietet, weswegen diese Reihe gern fortgesetzt werden darf!

 

 

 

 

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Hans Rosenfeldt: Wolfssommer – E-Book u. Hörbuch

Rowohlt

Mir ist der Autor schon seit langem bekannt, denn er hat bereits zusammen mit seinem Kollegen Michael Hjorth für sehr spannende Unterhaltung gesorgt,  als sie gemeinsam die bisher sechs erschienenen Bücher über den Kriminalpsychologen Sebastian Bergman geschrieben haben, die ja mittlerweile auch schon mit Rolf Lassgard in der Hauptrolle, verfilmt wurden..
Nun hat er mit „Wolfssommer“ den Startschuss für sein Soloprojekt in der Kategorie „Thriller“ gegeben.
Es geht ins schwedische Haparanda, einem einst blühenden Ort, der in direkter Nachbarschaft zu Finnland liegt. In den umliegenden Wäldern werden von Wanderern eine Wölfin und eines ihrer Welpen tot aufgefunden. Als man genauere Untersuchungen anstellt, entdeckt man menschliche Überreste im Magen der Tiere…
Nun heißt es für die örtliche Polizei und damit für die leitende Ermittlerin Hannah Wester,  herauszubekommen, ob die Wölfe für den Tod des Menschen verantwortlich sind oder was sonst passiert sein könnte. Eine großangelegte Suche nach dem Rest der Leiche wird gestartet…
Im Verlauf der Handlung führen die Nachforschungen zu einem offenbar fehlgeschlagenen Drogendeal mit mehreren Toten,  nur eines an der vorgefundenen Szenerie fehlt, das sind Drogen und das dafür gezahlte Geld….
Nicht nur die Polizei macht sich auf die Suche nach Drogen und Geld, auch der „rechtmäßige“ Besitzer entsendet jemanden, der komme was da wolle sein Eigentum zurückbringen soll….
Die anfängliche Fragestellung bezüglich der toten Wölfe fand ich spannend, auch die Zusammenhänge Richtung Finnland waren ein guter Ansatz, aber dann verliert sich für mich die Spannung wegen der vielen privaten Nebenschauplätze und der recht zahlreichen Mitwirkenden, die mir alle nicht sonderlich sympathisch waren. Auch gute Nerven braucht man hier, denn die Szenerie ist teils schon recht brutal. An manchen Stellen fand ich die Geschichte auch etwas „unrund“ und sie driftet sehr in Richtung Sozialdrama, wo mir dann doch der „Thrill“ fehlte.  Nichtsdestotrotz würde ich gern eine Fortsetzung der Reihe lesen!
Fazit: Spannender Auftakt, der aber im Verlauf in Richtung Sozialdrama driftet, aber durch einem Cliffhanger auch Hoffnung auf eine Fortsetzung macht!

 

Hans Rosenfeldt: Wolfssommer – ungekürzte Hörbuchfassung

Audiobuch

Für die ungekürzte Lesung von „Wolfssommer“ sollte man sich schon etwas Zeit nehmen, aber die 14 Stunden kann man gut aushalten, denn bei der gekonnten Lesung von Vera Teltz verfliegen sie im Nu.
Auch die vielen Mitwirkenden, die sich im Verlauf in Haparanda tummeln, kann man gut durch die Stimmnuancen der Vorleserin auseinanderhalten und einordnen, was im aktuellen Fall auch gut ist, denn die teils dunklen Gestalten die hier auftauchen, haben meistens nichts Gutes im Sinn.
Auch wenn mir wie oben bereits erwähnt, die Handlung etwas zu viele Nebenschauplätze und stellenweise etwas „unrund“ vorkommt, sollte man nicht vergessen, dass Hans Rosenfeldt auch für die erfolgreiche schwedische Krimi-Serie „Die Brücke“ die Drehbücher geschrieben hat und er vielleicht bei seinem  Schreiben seines Solo-Debüts bereits die Verfilmung im Hinterkopf hatte?!
Da ja Hannah am Ende der Geschichte nach den privaten Schicksalsschlägen sich auf die Suche nach der „Akademie“ machen will, bin ich schon gespannt auf die hoffentlich bald erscheinende Fortsetzung.
Fazit: Die Vorleserin ist gut gewählt und schafft mit ihrer Lesung die passende Atmosphäre für diesen recht turbulenten Auftakt der Reihe!

 

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Bo Svernström: Spiele

Rowohlt

Im April d. J. hatte ich hier „Opfer“, den spannenden Debüt-Krimi des schwedischen Autors vorgestellt. Da hatte das Team der Stockholmer Polizei unter Leitung von Carl Edson, seinen ersten Auftritt, welches nun in „Spiele“ wieder reichlich Arbeit bekommt:
Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und auch aus unterschiedlichen Zeitebenen, was aber gut verständlich aufgeschrieben ist und sich im Verlauf auch zu einer Gesamthandlung zusammenfügt.
In der Jetztzeit wird die Schülerin Olinda vermisst und später tot aufgefunden…
Parallel lernt man Robert Lindström kennen, der einsam und allein seinen 39. Geburtstag feiert. Die Einsamkeit hat er sich nicht ausgesucht, aber sie hat sich so ergeben durch die schlimmen Ereignisse, die 28 Jahre zurückliegen und immer noch auf ihm lasten: Als elfjähriger Junge tötete er seinen besten Freund. Zumindest hat man ihm es damals so erzählt, eine Erinnerung daran hat er selbst nicht, denn er lag bewusstlos neben seinem toten Freund, als man die beiden fand…
Die Reporterin Lexa Andersson kontaktiert Robert, da sie ein Buch über den damaligen Fall schreiben will und das mit seiner Hilfe, außerdem ist sie nicht ganz davon überzeugt, dass Robert der wahre Täter ist…
Während das Team um Carl Edson den Tod von Olinda aufklären will, geschehen weitere Todesfälle und bald rückt der 28 Jahre zurückliegende Fall nebst Robert Lindström erneut in den Fokus der Ermittler….
Das Zusammenfügen der unterschiedlichen Sicht- und Zeitebenen ist gelungen, die Gesamthandlung ist gut nachvollziehbar und flüssig lesbar. Die Beweggründe allerdings, weswegen die Todesfälle sich ereignen, sind eher tragischer Natur und für meinen Geschmack etwas „unausgefeilt“ für einen Kriminalroman.
Dies Buch hat mich nicht ganz so überzeugt,  wie das Debüt. Wer ganz genau aufpasst, der erkennt das Böse recht schnell. Auch in Sachen Spannung fehlte mir noch etwas, wahrscheinlich auch, da es sich meiner Meinung nach eher um ein Sozialdrama handelt, das mehrere Generationen durchläuft.
Hier würde ich 3 von 5 möglichen Punkten vergeben, hoffe aber, dass der Autor weiterschreibt und es noch weitere Einsätze mit dem Team um Carl Edson zu lesen gibt.
Fazit: Eher Sozialdrama als Kriminalroman, nichtsdestotrotz lesenswert und gern „to be continued“
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Catherine Shepherd: Der Behüter

Kafel Verlag

Ein neuer Fall für Laura Kern, der Spezialermittlerin des LKA! Zuletzt ermittelte sie vor einem Jahr mit ihrem Kollegen Max Hartung in dem nervenaufreibenden Thriller „Der Blütenjäger“.
Berlin: Es ist fünf Uhr früh am Morgen als Laura sich mit Max auf den Weg macht um zu einem örtlichen Krankenhaus zu fahren. Dort war der diensthabenden Oberärztin während einer Verschnaufpause draußen vor den Mülltonnen ein in schwarzer Folie verpackter Gegenstand aufgefallen, der sich bei näherem Betrachten als tote Frau herausstellt…
Die Ärztin berichtet den Ermittlern, dass sie die Frau kenne, da sie ihre Wunden versorgt habe, die offenbar durch häusliche Gewalt entstanden waren. Doch die Frau sei dann plötzlich verschwunden gewesen. Und dies sei nicht die erste Frau, die nach der Versorgung ihrer Blessuren plötzlich weg war. Auch noch gerade vor dem Leichenfund hatte sie eine junge Frau in der Notaufnahme versorgt, die dann in einem unbeobachteten Moment das Behandlungszimmer spurlos verlassen habe…
Die Bilder der Krankenhaus-Überwachung zeigen dann die eben noch in der Notaufnahme verarztete junge Frau in Begleitung eines unbekannten Mannes das Gebäude einträchtig und offenbar freiwillig verlassen….
Es bleibt nicht bei der einen toten Frau und was die Opfer während ihrer Gefangenschaft durchleben, das erfährt der Leser in einem parallel verlaufenden Handlungsstrang, wo sich dann auch der Titel „Der Behüter“ erklärt und nachvollziehbar wird.
Da die Autorin geschickt falsche Fährten auslegt und auch den einen oder anderen Verdächtigen präsentiert, kann man selbst versuchen den Täter ausfindig zu machen. Tatsächlich hatte ich  – warum auch immer – eine Figur im Hinterkopf behalten, die sich dann am Ende auch als der Gesuchte herauskristallisierte, was aber das Lesevergnügen keinesfalls geschmälert hat, denn spannend, fesselnd und unterhaltsam aufgeschrieben ist dieser Thriller auf jeden Fall!
Auch eine wohldosiert Prise Privatleben der Hauptcharaktere ist ebenfalls wieder in die Handlung eingewoben, was aber nie vom roten Faden ablenkt, sondern eher als vom Leser gewünschte Information anzusehen ist, wenn man die Buchreihe – wie ich – seit Beginn an genießt.  Somit ist dies erneut ein rundum gelungener, unbedingt lesenswerter Thriller der Laura-Kern-Reihe, die gern fortgesetzt werden sollte.
Fazit: Fesselnd und unterhaltsam, denn erst ganz zum Schluss bröckelt hier die freundliche Fassade des Bösen in diesem spannenden unbedingt lesenwerten Thriller! Bitte mehr davon!

 

 

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Lisa Jackson: You will pay – Tödliche Botschaft

DroemerKnaur

Bisher kannte ich die Autorin nur durch ihre Gemeinschaftsprojekte zusammen mit Nancy Bush und Rosalind Noonan wie „Greed –Tödliche Gier“ oder zuletzt „Diabolic – Fatales Vergehen“, die mir gut gefallen haben.
You will pay“ wird in unterschiedlichen Zeitebenen und aus der Sicht vieler Mitwirkender erzählt. Ich fand mich in diesem Schreibstil gut zurecht, denn die Autorin hat immer passende Angaben zu Ort, Zeit und Person zu Beginn des Kapitels aufgeführt.
Handlungsmäßig geht es nach Amerika und man wird aus der Jetztzeit 20 Jahre zurück katapultiert, wo in Oregon im Camp Horseshoe unter der strengen Führung von Reverend Dalton und seiner Ehefrau Naomi ein Ferienlager stattfindet. Die jugendlichen Betreuer, zu denen auch Lucas der Sohn des Reverends gehört, sind zwischen 15 und 19 Jahre alt und wenn abends ihre Schützlinge in den Betten liegen, schleichen sie aus den Hütten und treffen sich etwas abseits um Party zu machen, wo Alkohol und Drogen die Stimmung auflockern und sich Pärchen bilden, wo eins zum anderen führt und sich daraus reichlich intriganter Gesprächsstoff entspinnt…..
 Das bunte Treiben der Betreuer geht einige Zeit gut, doch dann werden innerhalb von zwei Tagen drei Bewohner des Camps vermisst. Die umfangreichen polizeilichen Ermittlungen führen ins Nichts und bis heute hat sich daran nichts geändert….
In der Jetztzeit ist Lucas Dalton Detective bei der örtlichen Polizei und er wird auch gerufen, als jemand menschliche Überreste in einer nahegelegenen Höhle findet, die zum ehemaligen Gelände des Camps Horseshoe gehört. Sofort läuten bei ihm alle Alarmglocken, denn die Vermissten von damals kommen ihm sofort in den Sinn und auch seine Vorgesetzte will im Verlauf nichts anderes als die damaligen Untersuchungen wieder aufrollen….
Ich habe die Geschichte als  E-Book  gelesen. Ewas aufpassen muss man damit man die ganzen Mitwirkenden „unter einen Hut“ bekommt, denn alle haben irgendwie ein dunkles Geheimnis, das nicht gelüftet werden darf. Nachdem tatsächlich ein Zusammenhang zu den damaligen Vermissten-Fällen naheliegt,  tauchen immer mehr Fragen nach der Wahrheit von damals auf, weswegen alle Beteiligten sich erneut zu Befragungen bei der örtlichen Polizei einfinden müssen. Während die Betreuer und Betreiber des damaligen Camps sich nach so langer Zeit wiedersehen, kochen die Emotionen hoch, die Presse spekuliert wild und jemand schickt Rache-Drohungen und schreckliche Bilder an sie….
Spannung war durchweg vorhanden, nur die Auflösung des Falls hätte ich mir etwas ausgefeilter gewünscht, denn während man lange Zeit im Trüben nach dem „Bösen“ sucht, war mir die abrupte „Demaskierung“ dann doch zu einfach geraten, da ganz unterschiedliche kriminelle Energie das ganze Buch durchzieht. Nichtsdestotrotz vergebe ich hier vier von fünf möglichen Punkten für dieses Leseerlebnis.
Fazit: Spannend und lesenswert!
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Bo Svernström: Opfer

Rowohlt Verlag

Dies ist der Debütroman des Autors, der jahrelang als Journalist für eine der größten Zeitungen Schwedens gearbeitet hat.
Bevor ich einen Einblick ins Geschehen gebe, möchte ich nur vorausschicken, dass man starke Nerven braucht, denn hier werden sehr „anschaulich“ brutale Morde präsentiert, die es in sich haben und einem die Nackenhaare hochstehen lassen!
Der hier ermittelnde Kommissar der Reichmordkommission heißt Carl Edson, der mit seinem Team rund um Stockholm ermittelt. Ein Bauer hatte die Polizei gerufen, da er in seiner Scheune eine schreckliche Entdeckung gemacht hatte: Einen halben Meter über dem Scheunenboden „schwebt“ ein nackter, übel zugerichteter männlicher Leichnam. Als das Ermittler-Team eintrifft, stellen sie entsetzt fest, dass der Mann noch lebt…..
Während der Mann im Krankenhaus ums Überleben kämpft, stellt sich heraus, dass es sich um den polizeibekannten Kriminellen Marco Holst handelt, der ein langes Vorstrafenregister aufweist, u.a. wegen Drogen- und Waffenbesitzes verurteilt wurde. Während Carl Edson noch über das Motiv dieses brutalen Übergriffs nachdenkt – denn dieser Mann hatte sicherlich genügend Feinde, so dass persönliche Rache oder auch Streitigkeiten im Milieu denkbar sind –, berichtet zu seinem Leidwesen die Reporterin Alexandra Bengstsson ausführlich über den Fall in der Presse….
Bevor die Polizei Marco Holst noch zu dem Tathergang befragen kann, stirbt er..
Doch damit ist Edsons-Team nicht arbeitslos, denn weitere extrem brutale Morde geschehen. Auf den ersten Blick haben diese Fälle nichts miteinander zu tun,  doch bei genauerem Betrachten fällt auf, dass alle Opfer auch Täter sind, weswegen fieberhaft nach dem gemeinsamen Nenner gesucht wird…
Während man als Leser anfangs die Ermittlungen verfolgt, ändert sich dann die Perspektive und die Geschichte wird aus der „kriminellen Richtung“ weitererzählt. Schon allein dieser geschickte Twist ist dem Autor wirklich gut gelungen. Zwar hatte ich eine klitzekleine Idee, wer hier das „Böse“ verkörpert, doch wie sich das Blatt zum Ende nochmals ändert, war nicht vorherzusehen.
Ich habe „Opfer“ als E-Book genossen. Die Handlung liest sich flüssig, die Mitwirkenden sind gut gezeichnet und die Szenerien haben „Gruselcharakter“,  weswegen – wie bereits erwähnt – dies Buch nichts für schwache Nerven ist. Trotzdem konnte ich es nicht aus den Händen legen und die Seiten flogen nur so dahin, so dass ich von einem gelungenen Debüt in Form eines Page-Turner sprechen möchte! 
Fazit: Dieses Debüt ist sehr gut gelungen, spannender Nervenkitzel erwartet den Leser, der gern bald fortgesetzt werden darf!

 

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