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Harlan Coben: Nichts bleibt begraben

Goldmann Verlag

Von dem amerikanischen Schriftsteller Harlan Coben habe ich schon einige spannende Bücher gelesen, zuletzt „Der Junge aus dem Wald„, aber auch sein vor zwei Jahren erstmals in Deutschland erschienenes Debüt „Honeymoon“ aus dem Jahr 1990, wo er erste Gehversuche in Sachen Thriller unternahm. Mittlerweile hat er eine Vielzahl an Büchern geschrieben und ist bereits mehrfach für seiner Werke mit Preisen ausgezeichnet worden.
Neben seinen „standing alone“- Büchern wie z.B. „Suche mich nicht“ oder auch „In Deinem Namen“ hat er auch eine Thriller-Reihe geschrieben, wo der ehemalige Profi-Basketballer/Sportagent Myron Bolitar die Hauptrolle spielt. Dessen bester Freund und Geschäftspartner Windsor Horne Lockwood III, kurz Win genannt, stammt aus reichem Haus und ist in dieser Buchreihe eigentlich immer in der einen oder anderen Form ins Geschehen „verwickelt“ bzw. durch die gemeinsame Zeit beim FBI „lösen“ die beiden Freunde so manchen Fall auf ihre ganz besondere Art und Weise…
In der Danksagung des Autors am Ende von „Nichts bleibt begraben“ erwähnt er, dass diesmal auf Wunsch seiner Leser, Myrons bester Freund Win die Hauptrolle spielt und allein „ermittelt“.
Tatsächlich berühren die Ereignisse des aktuellen Thrillers die ganze Familie Lockwood und die Handlung wird daher auch passenderweise von Win aus der „Ich-Perspektive“ erzählt:
Anfangs bittet das FBI Win zu einem Gespräch, in dessen Verlauf er mit einem unbekannten Mordopfer und einem wertvollen Gemälde konfrontiert wird. Dieses Kunstwerk katapultiert ihn gedanklich in seine Jugend, wo dieses Bild sich noch im Besitz der Familie Lockwood befand. Während eines Raubüberfalls vor vielen Jahre wurden dieses und ein weiteres kostbares Bild gestohlen, sein Onkel Aldrich ermordet und Wins Cousine Patricia entführt, schwer misshandelt und längere Zeit gefangen gehalten. Obwohl ihr die Flucht gelang, wurden die Ereignisse von damals nie aufgeklärt, kein Täter für die Verbrechen zur Rechenschaft gezogen und die Gemälde waren spurlos verschwunden ……  – bis jetzt!
Dies ist ein Teil des roten Fadens, der sich durch das gesamte Buch zieht und wo nicht nur das FBI, sondern ganz besonders Win sich mit der Frage beschäftigt, wer der namenlose Tote ist, ob er den Raubüberfall verübt, seine Cousine entführt und seinen Onkel ermordet hat…
Da ich bereits durch einige „Einsätze“ von Win an seine etwas spezielle „Persönlichkeit“ gewöhnt bin und seine ganz besonderen „Fähigkeiten“ kenne, hatte ich keine Schwierigkeiten mit  seinen „Ecken und Kanten“ bzw. seinem teils „explosivem Agieren“, denn er hat auch eine – zwar gut verborgene – angenehme Seite.
Das Buch liest sich gut, ist unterhaltsam und spannend. Zwar fand ich an manchen Stellen die Handlung etwas „unrund“, aber schriftstellerische Freiheiten möchte ich hier nicht überbewerten. Bis zum Schluss das Rätsel gelöst wird, kann man selbst versuchen hinter die Masken, der zahlreichen Verdächtigen zu schauen. Im Verlauf hatte ich im Hinterkopf  immer ein kleines Fragezeichen über einer Figur schweben, die mir nicht ganz geheuer war. Tatsächlich lag ich richtig, aber den Schluss-Akkord selbst, hatte ich so nicht vorhergesehen, was mir gut gefallen hat und ich daher vier von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Unterhaltsam, spannend, unvorhersehbar und lesenswert!
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Johanna Mo: Nachttod

Heyne

Die Handlung von „Nachttod“ ist in Südschweden, genauer gesagt auf der Insel Öland angesiedelt. Es ist das Krimi-Debüt der Autorin und der erste Einsatz für die Polizistin Hanna Duncker, die sich von Stockholm auf ihre Heimatinsel Öland hat versetzen lassen, wo sie im Revier in Kalmar ihren Dienst beginnt. Ihren dortigen Vorgesetzten kennt sie aus ihrer Jugend, denn Ove Hultmark, war der Ermittler, der ihren Vater vor sechszehn Jahren wegen Mordes hinter Schloss und Riegel gebracht hatte. ..
Hanna und ihr neuer Kollege Erik Lindgren werden sofort in den Einsatz geschickt, denn an einem Rastplatz in der Nähe eines Moorsees wurde die Leiche eines Jugendlichen gefunden. Als Hanna und Erik die Leiche, die mit dem Rücken an einer Steinmauer lehnt, in Augenschein nehmen, entdecken sie eine Vielzahl an Blessuren am Körper des Jungen, dessen Kapuzenpullover blutdurchtränkt ist…
Dies ist der Ausgangspunkt der Ermittlungen, die Hanna dann in ihre Kindheit und Jugend katapultiert, denn die Mutter des toten Jugendlichen, war einst ihre beste Freundin…
Nicht nur auf dem Polizeirevier macht die Vergangenheit  Hannas „die Runde“ und führt zu Tuscheleien und Neugier bei den Kollegen, warum die Tochter eines Mörders nun wieder in ihre Heimat zurückgekehrt ist, wo sie alle kennen. Aber damit nicht genug, kaum in ihrem neuen Zuhause angekommen, bekommt sie merkwürdige Telefonanrufe, die dann bis zu Morddrohungen ausufern. Hanna selbst hüllt sich in Schweigen bzw. gibt nur recht wenig von sich preis, womit ihr aufgeschlossener und auf Menschen zugehender Kollege Erik anfänglich so seine Schwierigkeiten hat.
Erst einmal, das Buch liest sich gut, ist flüssig und anschaulich beschrieben, so dass Landschaft und Mitwirkende gut zu erkennen sind.
Mit der „Figur“ Hanna hatte ich etwas Schwierigkeiten, denn einerseits sie will unbedingt von Stockholm wieder in ihre alte Heimat, wo man ihre Vergangenheit als Tochter eines Mörders kennt. Andererseits hat sie dann aber vor Ort große Probleme sich dieser Tatsache zu stellen, igelt sich ein, und ist wortkarg und eigenbrötlerisch. Dass Hanna, viele der in der Handlung vorkommende Mitwirkende von früher gut kennt ist nachvollziehbar, aber dass sie diejenigen, die sich verdächtig gemacht haben, dann verhören/befragen darf, fand ich etwas unrealistisch.
In der Gesamtschau durchzieht die Frage, wer für den Tod des Jugendlichen verantwortlich ist, wie ein roter Faden das Geschehen. Bis es zu der Auflösung des Rätsels kommt, dauert es etwas und ist handlungsmäßig eher ein Sozialdrama, denn die anfängliche Spannung verliert sich in Ungewissheit, die aber dann bis zum Ende erhalten bleibt.
Nichtsdestotrotz würde ich gern die – wie bereits im Klappentext angekündigt – zwei weiteren Bücher um Hanna Duncker lesen und Abwarten, wie/ob die Figur sich weiterentwickelt und welche Kriminalfälle noch gelöst werden müssen.
Fazit: Lesenswertes Krimi-Debüt, das aber handlungsmäßig mehr in Richtung Sozialdrama geht
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Anne Mette Hancock: Narbenherz

Scherz Verlag

Der zweite Fall für die Investigativ-Journalistin Heloise Kaldan und ihrem guten Freund Erik Schäfer – Ermittler bei der Kriminalpolizei in Kopenhagen – . Wie bereits in „Leichenblume“ versucht Heloise auch diesmal für ihre Artikel Erik „anzuzapfen“, worauf aber dieser nur bedingt reagiert.
Während Heloise anfangs noch mit einem ganz persönlichen Problem beschäftigt ist und sich fachmännischen Rat einholt, wird sie zufällig Ohrenzeugin eines Telefonats, dessen Inhalt sie nur ansatzweise versteht, aber sie doch erkennen lässt, dass ihr Ratgeber jetzt an anderer Stelle gefordert ist. Deshalb macht sie sich auf den Weg um sich mit einer Informantin zu treffen, die ihr bei der Recherche ihres aktuellen Artikels über traumatisierte Soldaten nützlich sein könnte.
Erik Schäfer ist gerade aus seinem Karibikurlaub zurück, als ihn die eisige Realität seines Berufes wieder auf dänischem Boden ankommen lässt, als er telefonisch über das Verschwinden eines zehnjährigen Jungen informiert wird und zum Einsatzort gerufen wird.  Morgens hatte eine Zeugin Lukas Bjerres noch gesehen, als man ihn zur Schule gebracht hatte, doch im Verlauf des Vormittags ist er spurlos verschwunden….
Die Suche nach Lukas gestaltet sich schwierig, bis dann blutverschmierte Kleidungsstücke von ihm auftauchen….
Mehr möchte ich über den Inhalt von „Narbenherz“ nicht erzählen. Heloise und Erik gehen jeweils ihren „Instinkten“ nach und ihre Nachforschungen kreuzen sich von Heloise Seite aus ganz „zufällig“, was Erik eher Bauchschmerzen bereitet, er aber andererseits auch auf das gute Näschen von Heloise immer zählen kann, weshalb dann doch eine gewisse „Zusammenarbeit“ im „Fall Lukas“ entsteht…
Was sich aus der anfangs eher seicht beginnenden Geschichte, dann für eine unvorhersehbare, abgründige/kaum vorstellbare und noch lange nachwirkende Szenerie offenbart, lässt einen erst einmal innehalten, um die Tragweite zu erfassen. Durch die geschickten Twists in der Handlung schwebt bis zum Schluss eine angespannte Atmosphäre über der Handlung und als Leser kann man miträtseln, was mit Lukas passiert ist, ohne den wirklichen Alptraum, der hier dann zutage tritt, zu erahnen!
Der Autorin ist erneut ein rundum gelungener spannungsgeladener und bis zum Schluss unvorhersehbarer Thriller gelungen, der – wie am Ende dieses Buch schon angekündigt – bald in eine Fortsetzung mündet, was mich sehr freut und die ich gern wieder lesen möchte.
Fazit: Rundum gelungener, spannungsgeladener und besonders bis zum Schluss unvorhersehbarer Thriller, den man nicht verpassen sollte!
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Gustav Skördeman: Geiger

Lübbe

Die Handlung beginnt im Haus der bekannten Fernseh- und Entertainer-Legende Stellan Broman, der in ganz Schweden als „Onkel Stellan“ bekannt ist. Seine rauschenden Feste, wo sich Prominente aus allen Bereichen des Showbusiness, aber auch hohe Politiker aus dem In- und Ausland trafen, sind legendär. Er ist mittlerweile seit vielen Jahren aus dem Showgeschäft heraus und genießt nebst Ehefrau Agneta seinen Ruhestand. Gerade sind die Enkelkinder von ihren Eltern abgeholt worden und es kehrt wieder Ruhe im Hause Broman ein. Doch die ist nur von kurzer Dauer, denn das Telefon klingelt. Als Agneta den Hörer abnimmt, ertönt das Wort „Geiger“ und die Idylle ist dahin….
Agneta hat es plötzlich eilig, sie holt aus einem Versteck eine Waffe, die sie kurze Zeit später auf den Hinterkopf ihres Mannes richtet und abdrückt. Dann verlässt sie das Haus….
Kommissarin Sara Nowak wird von einer Kollegin um Mithilfe gebeten und zu einem Tatort gerufen…
Als Sara die Adresse hört, ist sie elektrisiert, denn sie hat dort die meiste Zeit ihrer Kindheit verbracht, da ihre alleinerziehende Mutter als Haushaltshilfe bei der Familie Broman angestellt war. Sara und sie wohnten auf dem Grundstück und Bromans Töchter Lotta und Malin waren lange Zeit ihre Spielkameradinnen gewesen.
…. und dann betritt Sara das Haus. Die Zeit scheint stehengeblieben zu sein, obwohl sie schon lange nicht hier war, ist alles noch so wie früher –  nur dass nun Stellan Broman erschossen in einem Sessel sitzt….
Im Verlauf der Handlung wird aus dem umjubelten Entertainer, dann jemand, der offenbar eine sehr dunkle Seite hatte, was nicht nur bei Sara Nowak für Entsetzten sorgt, sondern den Mord an „Onkel Stellan“ plötzlich in ein ganz anderes Licht rückt….
Das Buch liest sich gut und den Beginn der Geschichte fand ich interessant und spannend. Doch dann tauchen recht schnell Worte wie „Spionage, kalter Krieg etc.“ auf, was zu einem recht umfangreichen Handlungsteil führt, wo der Autor Zusammenhänge erklärt und auf das politische Geschehen in der damaligen Zeit eingeht, was zwar einerseits hilfreich für das bessere Verstehen ist, andererseits aber den Spannungsbogen abflachen lässt, zumal man auch noch die vielen undurchsichtigen Mitwirkenden richtig einordnen muss…
Keine der „Hauptfiguren“ war mir sonderlich sympathisch und die „dunkle Seite“ des Mordopfers überraschte mich dann auch nicht sonderlich. Auch was sonst noch „aufgedeckt/enttarnt“ wurde, hatte ich schon recht schnell vermutet und lag dann letztendlich auch richtig.
Da dies ja das Debüt einer mehrteiligen Reihe ist, möchte ich von den oben erwähnten „Unebenheiten“ aber noch erst absehen und den weiteren Verlauf im nächsten Buch abwarten, so dass ich hier drei von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Wendungsreiches, aber eher durchschnittliches Thriller-Debüt
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T.Enger/J. Lier Horst: Blutnebel

blanvalet

Nachdem im letzten November die neue Thriller-Reihe der beiden norwegischen Autoren mit „Blutzahl“ sehr spannend und vielversprechend gestartet war, geht es nun mit „Blutnebel“ weiter.
Auch diesmal beginnt die Handlung mit einem Knall. Was anfangs nicht so ganz verwunderlich ist, denn es ist Silvester und aus diesem Grunde haben sich am Rathauskai im Osloer Hafengebiet viele Menschen versammelt – genau wie die Journalistin Emma Ramm – um das neue Jahr zu begrüßen. Allerdings welche Szenerie sich kurz nach dem Knall dort bietet, damit hatten die dort Versammelten sicherlich nicht gerechnet:
Eine gewaltige Explosion und Druckwelle erschüttert das umliegende Gebiet. Um Emma Ramm herum herrscht Panik und Chaos. Als  sie sich selbst einigermaßen wieder gefangen hat, taumelt sie durch die Menge und entdeckt dabei einen Toten, den sie sehr gut kennt und der eigentlich gar nicht hier kein konnte….
Kommissar Blix und seine Kollegin Kovic sind schnell am Unglücksort und verschaffen sich ein erstes Bild vom Geschehen, wobei Blix einen im Wasser treibenden leblosen Menschen entdeckt. Ohne lange nachzudenken, springt er ins eiskalte Hafenbecken. Unter großen Mühen und nur mit Hilfe seiner Kollegin kann er den Körper einer Frau ans Ufer ziehen. Die nahenden Sanitäter bringen die Frau, deren Gesicht durch die Explosion schwer in Mitleidenschaft genommen wurde, ins Krankenhaus, wo sie auch am nächsten Tag noch im Koma liegt…
Im Verlauf wird die Frau als Ruth-Kristine Smeplass  identifiziert. Beim diesem Namen fangen beim Kommissar alle „Erinnerungsglocken“ an zu klingen, denn Ruth-Kristine ist die Mutter von Patricia, dem kleinen Mädchen, das man vor vielen Jahren entführt hatte und bis heute als vermisst gilt und zu einem ungelösten Kriminalfall gehört, der Blix über die ganze Zeit hinweg,  nicht losgelassen hat…
Warum und wieso Kommissar Blix und Emma Ramm diesen „alten Fall“ nun erneut durchleuchten, erzähle ich hier sicherlich nicht, denn dieser Thriller ist so wendungsreich und setzt sich aus vielen unterschiedlichen Hinweisen und mitwirkenden Figuren zusammen, dass ich nur jedem empfehlen kann, diesen fesselnden Page-Turner selbst zu genießen!
Das Privatleben der beiden Hauptfiguren Ramm und Blix bekommt auch etwas Raum in der Handlung bzw. tangiert den roten Faden, was nicht stört und gut ins Geschehen eingewoben ist. Ich bin schon gespannt wie es im nächsten Buch (soll laut Klappentext im Oktober 21 erscheinen) weitergeht!
Fazit: Unbedingt lesen! Sehr spannender, wendungsreicher Page-Turner! Bitte weiter so!

 

 

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Andreas Winkelmann mit Markus Knüfken: Wilder wird’s nicht

rororo VÖ 23.03.21

Seit vielen Jahren bin ich Fan der spannungsgeladenen Thriller von Andreas Winkelmann. Im letzten Jahr, direkt vor dem Lockdown, hatte ich noch die Gelegenheit bei einer Lesung anlässlich seines Thrillers „Der Fahrer“ ihn live zu erleben.  Im Verlauf des Abends erzählte er auch von seinen anderen Projekten wie z.B. über eine abenteuerliche Reise mit seinem Freund dem Schauspieler Markus Knüfken. Nun ist das passende Buch „Wilder wird’s nicht“ dazu erschienen, denn „wer eine Reise tut, der kann was erzählen“…
Der Frage „Gibt es in Europa noch echte Wildnis?“ sind die beiden Outdoor-Fans hier nachgegangen. Der oder die Orte, die die beiden entdecken wollten, sollte ohne Flugzeug erreichbar sein und die Natur noch ursprünglich sein. Wohin es sie auf der Suche nach ihrem Sehnsuchtsort – wo man relaxen, runterkommen, am besten keinen Handyempfang hat und sich frei fühlen kann – überall hingeführt hat sind z.B. die Alpen, der Brocken, aber auch Schwedisch-Lappland am Polarkreis, wo sie dann eine dreizehntägige Tour durch den Sarek-Nationalpark „gemeistert“ haben…
Das gesamte Buch ist reichlich bebildert, so dass man als Leser schon mal einen Einblick bekommt, in welche Landschaftskulissen es die beiden Abenteurer verschlagen hat. Jeder ausgerüstet mit Rucksack und Zelt und Abenteuerlust im Herzen machen sie sich gemeinsam auf den Weg. Welche Strapazen sie auf sich genommen haben um Gipfel zu besteigen oder unberührte Natur zu erleben, erfährt man in diesem Reisebericht. 
Ab und zu „bricht“ bei Andreas Winkelmann erzähltechnisch der Thriller-Autor durch, weil ihn die eine oder andere Situation oder Örtlichkeit dann als Inspiration für einen seiner nächsten Bücher dienen könnte oder um seinem Begleiter mit einem Augenzwinkern „einen Bären aufzubinden“…
Zwar wandere ich auch gern kilometerweit im Urlaub und auch Regen macht mir dabei nichts  aus, aber was die beiden Freunde hier für Touren unternommen haben und welchen Naturgewalten sie sich dort ausgesetzt haben, die ihnen einiges abverlangt haben, ist sicherlich zum Nachmachen nur für eingefleischte Outdoorfans geeignet. Ich für meinen Teil gehe es da lieber etwas ruhiger an.
Das Buch liest sich gut, ist unterhaltsam und durch die Vielzahl an Fotos bekommt man einen guten Einblick in welcher Landschaftskulisse die beiden Abenteuerlustigen unterwegs waren.
Fazit: Unterhaltsamer, reich bebilderter Reisebericht, der für Outdoor-Fans sicherlich spannend und inspirierend ist!

 

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Tina Frennstedt: Cold Case – Das gezeichnete Opfer –

Lübbe

Nach dem spannenden DebütDas verschwundene Mädchen“  geht die schwedische  „Cold-Case-Reihe“ mit dem Titel „Das gezeichnete Opfer“ weiter.
Die Existenz des Cold-Case-Teams um Hauptkommissarin Tess Hjalmarsson in Malmö steht auf wackligen Beinen, denn es sind Umstrukturierungen angesagt, da die Bandenkriminalität in letzter Zeit extrem zugenommen hat und sich die Fälle in dieser Richtung häufen, macht die Chefetage der Polizei Druck. Die will Ergebnisse sehen, um wieder Ruhe auf die Straßen zu bringen, so dass dies oberste Priorität hat und alle verfügbaren Mitarbeiter zur Bearbeitung der aktuellen Fälle eingesetzt werden sollen…
Dann wird unterhalb eines Leuchtturms die Leiche der Künstlerin Mischa Lindberg gefunden. In der Gegend war sie allerdings nicht bei jedermann beliebt, denn sie eckte mit ihren provokanten Arbeiten oftmals an. Gerade war sie wieder in den Medien vertreten, denn bei einem Einbruch  wurde eines ihrer umstrittenen Bilder, das demnächst bei einer Kunstausstellung präsentiert werden sollte, mutwillig zerstört..
Schnell wird aus dem Leichenfund ein Mordfall. Besondere Aufmerksamkeit erregt der Fall dann bei Tess, als die Spurensicherung eine ganz besondere Art hellen Lehms sicherstellt, der im Verlauf dann zu einem ungeklärten Mordfall aus dem Jahr 2004 führt:
In einer verregneten Nacht wurde auf dem Nachhauseweg der Musikstudent und aufstrebende Pianist Max Lund brutal ermordet. Obwohl die Polizei in alle Richtungen ermittelte und es durchaus Verdächtige gab, konnte der Fall nie zum Abschluss gebracht werden. Auf dem Pullover des Opfers wurden damals ebenfalls Spuren von dieser hellen Lehmart sichergestellt, dessen Herkunft man aber bis heute nie ermitteln konnte. Tess hofft, dass durch die neuen wissenschaftlichen Untersuchungsmethoden hier schnell hilfreiche Erkenntnisse gezogen werden können…
Bis hier „das Böse“ sein Unwesen treibt und die Ermittler aktiv werden, dauert es etwas, denn – wie auch im ersten Buch – hat die Autorin dem Privatleben der Ermittler reichlich Raum gegeben, was für meinen Teil entbehrlich wäre, denn auch ohne dieses „Beiwerk“  ist die eigentliche Kriminalhandlung spannend und lesenswert. Insgesamt liest sich das Buch flüssig, die Spannung baut sich langsam auf und durch die eingebauten Twists dauerte es recht lange bis ich eine klitzekleine Ahnung hatte, wer sich hinter der Maske des Bösen versteckt, was aber den Lese- und Unterhaltungswert keinesfalls schmälert und die Reihe gern fortgeführt werden darf.
Welcher reale Fall die Autorin hierzu inspiriert hat, erzählt sie übrigens am Ende des Buches.
Fazit: Fiktion und Realität sind hier gut kombiniert, so dass spannende Unterhaltung garantiert ist!

 

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