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Christoffer Carlsson: Unter dem Sturm

Rowohlt

Der Autor, Christoffer Carlsson wuchs an der Westküste Schwedens auf, genauer gesagt etwas außerhalb von Marbäck, wo auch die Handlung des Buches spielt. 2013 erhielt er für sein Buch „Der Turm der toten Seelen“ den schwedischen Krimipreis
Unter dem Sturm“ ist im Jahr 1994 angesiedelt und wird in unterschiedlichen Zeitebenen und aus verschiedenen Sichtweisen erzählt:
Es ist November und in dem kleinen Örtchen Marbäck brennt ein Haus lichterloh, während das Besitzerpaar Markström außer Haus ist und mit dem Leben davonkommt, wird später in den Überresten des Gebäudes die Leiche ihrer Tochter Lovisa gefunden. Doch Lovisa scheint nicht durch das Feuer zu Tode gekommen zu sein, denn die Polizei geht von Mord aus.
Der junge Polizist Vidar eilt  zum Brand um zu helfen, dabei entdeckt er im nahe gelegenen Wald den von Brandwunden übersäten, völlig erschöpften Edvard Christensson..
Schnell kursiert die Gerüchteküche im Ort, wo jeder jeden kennt und bald steht Edvard, der Freund der jungen Lovisa vor Gericht. Er bekommt lebenslange Haft, obwohl er immer seine Unschuld beteuert.
Edvards Neffe Isak ist sieben Jahre alt als der Brand passiert und sein geliebter Onkel aus seinem Leben verschwindet.
Während hinter vorgehaltener Hand es schon jeder „vorhergesehen“ hatte, dass es mal ein schlimmes Ende mit Edvard nehmen würde, kommt er doch aus einer Familie, wo häusliche Gewalt und Straftaten von Generation zu Generation immer wieder an der Tagesordnung sind, bleibt dies auch Isak nicht verborgen und er sorgt sich um seine Zukunft, denn er könnte ja auch „das Böse“ in sich haben…
Zwar gab es schnell einen Verurteilten im „Fall Lovisa“, aber so ganz schlüssig ist der Fall für Vidar auch nach zehn Jahren noch nicht und er stochert in den alten Akten herum, kommt aber zu keinem Ergebnis. Es vergehen weitere Jahre und Vidar beschäftigt sich gedanklich immer noch mit dem fragenaufwerfenden Fall, bis dann plötzlich Isaks Lebensgefährtin ihn um Hilfe bittet, da Isak spurlos verschwunden ist, nachdem er zuvor auf „etwas von damals“ gestoßen ist, was ihn „unruhig“ hat werden lassen…
So zusammengefasst, vermutet man eine interessante Krimihandlung, aber ganz ehrlich, ich hatte Schwierigkeiten dieses Buch zu lesen.  Zum einen konnte  mich der „ausgedehnte“ Erzählstil des Autors nicht begeistern. Aber auch wegen der an manchen Stellen, nicht sinnmachender Sätze (vielleicht bei der Übersetzung entstanden?), war das Lesen erschwert.
Die recht langatmig geratene Geschichte ist für mich kein fesselnder Krimi. Zwar ist der rote Faden mit dem Brand von 1994 immer erkennbar, aber es ist einfach zu viel an Handlung „nebenbei“, auch die Frage bezüglich „ist das Böse erblich“, die hier thematisiert wird, lenkt eher vom Geschehen ab, als das dies zur Spannungsbildung beiträgt. Die Gesamthandlung ordne ich eher als Roman mit eingewobenen Kriminalfall ein, weswegen ich hier auch nur drei von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Sehr ausgedehnter Erzählstil, zwar mit rotem Faden, aber ohne wirklich Spannung aufzubauen
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John Grisham: Der Polizist

Heyne Verlag

Bücher von John Grisham habe ich schon einige gelesen und hier vorgestellt, wie z.B „Die Erbin“. Sein bestimmt bekanntestes Buch „Die Jury“ habe ich zwar nicht gelesen, aber die aufsehenerregende Verfilmung steht bei mir im DVD-Regal.
Der aktuelle Roman „Der Polizist“ spielt fünf Jahre später als Die Jury, also 1990 und führt den Leser handlungsmäßig wieder nach Mississippi und der damals junge, aufstrebende Rechtsanwalt Jake Brigance hat sich nun endlich zusammen mit seiner Frau und Tochter von den schlimmen  „Nebenwirkungen“ des damaligen Falls erholt.
Gerade läuft seine Anwaltskanzlei ganz gut und er hat Freunde und gute Bekannte unter den Ordnungshütern, allen voran Sheriff Ozzie Walls. Die gute Stimmung zwischen Jake und den Deputies ändert sich schlagartig, als Richter Omar Noose ihm die Pflichtverteidigung des 16jährigen Drew Gamble aufbürdet, da sich kein anderer Anwalt für seine Verteidigung findet…
Der Fall schlägt hohe Wellen, denn Drew Gamble hat den ortsansässigen Deputy Stuart Kofer erschossen…
Nicht nur Drew gerät in den Fokus der Öffentlichkeit, die nur die Tatsache sieht, dass hier ein Polizist getötet wurde und man dafür appelliert, dass er die Todesstrafe verdient hat. Auch Familie Brigance wird wie einst angefeindet und ganz besonders Jake kommt nicht ohne Blessuren davon…
Wer die Bücher von John Grisham kennt, der weiß, so einfach sind die Fälle nicht, die hier erzählt werden!
Auch Jake Brigance ist nicht sonderlich glücklich über diesen Fall, denn die Bewohner der Kleinstadt lassen ihn und seine Familie spüren, dass man kein Verständnis dafür hat, dass er die Verteidigung übernommen hat. Aber je mehr Jake über die Umstände erfährt, die zu der Tat geführt haben und die kein sonderlich gutes Licht auf den Polizisten fallen lassen, bringt er sein ganzes  juristisches Können auf um Drew so gut wie möglich zu verteidigen. Vor Gericht muss dann erst einmal entschieden werden, war es denn tatsächlich Mord oder kommt auch etwas anderes in Betracht?
Der mehr als 600 Seiten (!) starke Roman, liest sich gut. Der Autor erzählt ruhig und ohne zu viel „Gesetzestext“ eine bewegende Geschichte, die einen berührt, so dass man dann ganz besonders auf die Gerichtsverhandlung gespannt sein darf.
Da ich die Verfilmung von Die Jury noch gut vor Augen habe, wo Matthew McConaughey die Rolle des Jack Brigance übernommen hatte und auch weitere Figuren von damals wieder im aktuellen Buch mitwirken wie z.B. Sheriff Ozzi Walls, Lucien Wilbanks oder Richter Omar Noose begann bei mir recht schnell ein „Kopfkino“, so dass ich hier die volle Punktzahl vergebe und mir durchaus eine Verfilmung dieses spannenden, anrührenden und fesselnd erzählten Falls vorstellen kann. Da ja noch ein paar Fragezeichen am Ende im Raum stehen, hätte ich auch nichts gegen eine Fortsetzung der Reihe.
Fazit: Volle Punktzahl für diesen bewegenden und spannend erzählten neuen Fall für Jack Brigance. Ein Muss für die Fans von Die Jury und Die Erbin!
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Nele Neuhaus: Zeiten des Sturms

Ullstein Verlag

Die beiden vorherigen Bücher „Sommer der Wahrheit“ (2014) und „Straße nach Nirgendwo“ (2015) hatte die Autorin noch unter ihrem Mädchennamen Löwenberg veröffentlicht, wo der Teenager Sheridan Grant, ihr Leben als Adoptivkind auf einer Farm in Fairfield/Nebraska und ihr aufregendes Leben im Mittelpunkt des Geschehens steht. Die Handlung begann 1994 als Sheridan erstmals mit dem Gesetz in Konflikt kam und ihr Vater Vernon sie aus dem Gefängnis holten musste.
Das Leben auf der Farm ist für Sheridan kein Zuckerlecken, denn ihre Adoptivmutter Rachel führt ein strenges Regime und ist von allen, die auf der Farm leben und arbeiten, gefürchtet…
Sheridan ist eine gute Schülerin, sehr belesen und äußerst musikalisch, sie spielt Klavier und komponiert ihre eigenen Lieder, doch besonders herausragend ist ihre Stimme, die bei kleineren Veranstaltungen schon bejubelt wurde. Ihr großer Traum ist als Sängerin Karriere zu machen….
Im Verlauf der Vorgeschichte begegnet Sheridan vielen Männern, die ihr den Kopf verdrehen, sie stürzt sich in pikante Affären, gerät aber auch immer wieder in sehr missliche und verstörende Situationen, die ihr Leben und ihre Persönlichkeit prägen.
Nachdem sie als 17jährige die Farm und ihre Familie fluchtartig verlassen hatte, die Polizei sie wegen der Vorkommnisse auf der Farm sucht, taucht sie unter und gerät in schlechte Gesellschaft, muss um ihr Leben fürchten und nur ganz knapp gelingt ihr die Flucht.
Der letzte Band endet damit, dass sie „abgebrannt“  in Rockbridge in Massachusetts landet und sie den gutsituierten Arzt Paul Sutton kennenlernt….
Was ich soeben aufgeschrieben habe, ist ungefähr noch das, was mir aus den beiden sehr spannend erzählten Romanen über das Leben von Sheridan Grant noch nach fünf Jahren in Erinnerung geblieben ist.
Nun hat Nele Neuhaus das aufregende Leben der jungen Frau, die mittlerweile 21 Jahre alt ist in „Zeiten des Sturms“ weiter erzählt.
Die Handlung beginnt 2001 in Rockbrigde, wo Sheridan ihr Hochzeitskleid anprobieren soll, denn sie plant Paul Sutton zu heiraten. Während sie vor dem Spiegel bei der Schneiderin steht und die kleinen Änderungen am Kleid über sich ergehen lässt, kommen ihr Zweifel, ob nach den fünf romantischen Monaten mit Paul, sie auch die richtige Entscheidung getroffen hat. Fluchtartig entledigt sie sich dem teuren Kleid und läuft blindlings auf die Straße….
….. direkt in die Arme eines Mannes, den sie gehofft hatte, nie in ihrem Leben wiederzusehen…
Ab jetzt wird es turbulent und ohne den weiteren Verlauf des wieder sehr spannenden seitenstarken Romans noch groß zu verraten, nur noch so viel:
Sie wird entführt und gerät in einen folgenschweren Autounfall. Doch Sheridan ist eine Kämpferin, die ihren Weg geht. Man begleitet sie als Leser auf der Suche nach ihren „richtigen Eltern“, lässt die zurückliegenden traumatischen Ereignisse  revuepassieren, die sie dann in ein Hochsicherheitsgefängnis führen. Mehrere Männer kreuzen Sheridans Weg während sie ihren großen Traum einer Sangeskarriere nicht aus den Augen verliert…..
Auch wie in den vorherigen Büchern, konnte ich dann und wann Sheridans Verhalten/Handlungen nicht ganz nachvollziehen. Außerdem hätte ich mir nach fünf Jahren Lesepause an manchen Stellen etwas mehr „Infos“ zu den zurückliegen Ereignissen gewünscht, da klaffte ab und zu mal eine kleine Lücke, weswegen ich hier vier von fünf möglichen Punkten vergebe, was aber den Lesewert des Buch nicht schmälert!
Fazit: Spannender Abschluss (?) der aufregenden Sheridan-Grant-Reihe, der wieder von Anfang an fesselt!
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Dora Heldt: Mathilda oder Irgendwer stirbt immer

GoyaLit

Die Schauspielerin Katja Danowski hat den Part der Vorleserin des neuen Romans „Mathilda oder Irgendwer stirbt immer“ aus der Feder von Dora Heldt übernommen, was eine gelungene Besetzung ist.
Schon nach kurzer Zeit des Anhörens ist man mitten im Geschehen und die Mitwirkenden werden lebendig, da Frau Danowski für jeden eine eigene Stimmnuance findet, die oben an der norddeutschen Küste angesiedelt ist und somit gleich die passende Atmosphäre aufkommt…
Die Titelfigur Mathilda lebt zusammen mit ihrem Mann Gunnar, dem Hund George und ihrer streitsüchtigen und rechthaberischen Mutter Ilse in dem kleinen Küstenort Dettebüll. Ihre beiden erwachsenen Kinder Nele und Max leben außer Haus. Mathilda liebt ihre beiden Enkelkinder und hat ein Faible für das englische Königshaus.
Das Leben in Dettebüll ist dörflich beschaulich, die Bewohner des Ortes kennen einander und die Nachbarschaft funktioniert. Doch Mathildas Mutter Ilse sorgt immer wieder für „schlechte Schwingungen“ in der Familie und lässt kein gutes Haar an Gunnar – hatte sie doch einen ganz anderen Schwiegersohn im Sinn – und ihr Sohn Pit ist Luft für sie. Mathilda bemüht sich immer wieder um „gut Wetter“, obwohl ihre Mutter ihr einiges abverlangt.  Dann passiert es, dass durch Ilses unverschämtes Verhalten selbst Mathilda „böse Gedanken“ bekommt…
Wie überall funktioniert auch der Dorfklatsch in Dettebüll wunderbar, wo es z.B. um einfaches Weideland geht, was plötzlich jeder kaufen will und dubiose Gestalten im Ort auftauchen…
Die ländliche Idylle wird dann ganz abrupt gestört, als dann plötzlich Ilse tot auf der Terrasse liegt…
Dora Heldt hat ein besonderes Auge für Menschen, sie beschreibt ihre Figuren so, dass man das Gefühl hat „die/den kenn‘ ich doch aus meiner Nachbarschaft…..“. Das Dorfleben kann man sich lebhaft vorstellen und auch, dass in Dettebüll Geheimnisse nicht lange geheim bleiben….
Der Roman bietet nicht nur einen wunderbaren Blick in eine Dorfidylle, sondern beim genauen Hinschauen lugt der feine Humor an vielen Ecken hervor, der auch noch recht  schräge/schwarzhumorige Todesfälle zum Vorschein bringt, die wie „nebenbei“ passieren und als „normal“ abgetan werden. Was Dora Heldt zu Papier gebracht hat,  ist wieder gelungen und durch die besondere Vortragsweise von Katja Danowski  taucht ganz schnell die ländliche Szenerie vor Augen auf! Tolle Kombination!
Fazit: Hörenswert!  Katja Danowski findet für jede Figur eine an der norddeutschen Küste angesiedelte Stimmnuance, so dass die passende Atmosphäre aufkommt, das Dorfleben lebendig wird, der feine Humor auflebt und die „schrägen“ Todesfälle noch eins obendrauf setzen!
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Hakan Nesser: Der Choreograph

btb
Ich kann sagen, dass ich fast alle Bücher von Hakan Nesser gelesen oder als Hörbuchversion genossen habe. Ganz besonders in Erinnerung geblieben ist mir „In Liebe Agnes“, „Kim Nowak badete nie im See von Genezareth“ und natürlich die Van-Veetreren– und Gunnar-Barbarotti-Reihe.
Nun feiert der Autor seinen 70. Geburtstag und aus diesem Anlass ist sein allererstes Werk „Der Choreograph“ nun auch auf Deutsch erschienen.
Im Gegensatz zu manch anderem aus seiner Feder ist dieses Werk nur knapp 200 Seiten stark. Durch das Vorwort von Eugen G. Brahms aufmerksam geworden, dass man als fleißiger Leser der späteren Bücher von Hakan Nesser hier durchaus den einen oder anderen Aha-Moment durchlebt, war ich gespannt, ob ich wie beschrieben manchen Ort bzw. Örtlichkeit oder Namen oder Person wiedererkenne…
Bevor ich dazu noch etwas schreibe, möchte ich kurz auf den Inhalt des aktuellen Romans eingehen:
Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive erzählt. Dort treffen zufällig ein Mann und eine Frau aufeinander und diese Begegnung, die für beide besonders und tiefgreifend ist, führt unweigerlich zu einer Liebesbeziehung. Allerdings ist das Beisammensein der beiden nicht ohne Komplikationen, denn Maria, so heißt die Frau birgt irgendein Geheimnis und verschwindet dann und wann….
Der Erzähler begegnet weiteren Personen, die eine besondere Rolle im Geschehen einnehmen. Der rote Faden, der das Buch durchläuft, ist aber die Beziehung zu der geheimnisvollen Maria, deren Auf- und Abtauchen ein großes Gefühls-Chaos beim Erzähler hinterlässt, denn er kann ohne sie nicht sein und sein Nervenkostüm ist bald so angespannt, dass er nicht sicher ist ob er in einem Traum gefangen ist oder das Messer in seiner blutbefleckten Hand real ist….
Tatsächlich taucht eine geheimnissumwitterte Maria auch in einem späteren Roman, nämlich „Die Lebenden und Toten von Winsfortauf. Auch die Stadt K., die hier im aktuellen Buch den Rahmen bildet, findet sich in den nachfolgenden Büchern wieder. Soviel zu den Aha-Effekten, von denen es noch mehr gab…
Fazit: Wer Fan der Bücher und der Erzählkunst von Hakan Nesser ist, der kommt an diesem Jubiläumsband auf keinem Fall vorbei und lesenswert ist es sowieso!

 

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Jan Costin Wagner: Sommer bei Nacht

Galiani Berlin

Der fünfjährige Jannis verschwindet spurlos vom Gelände einer Grundschule, wo ein Flohmarkt stattfindet, dabei war er gerade noch an der Hand seiner Mutter…
Die Polizei wird eingeschaltet und ist schnell vor Ort, wo man mit der Suche nach dem Jungen beginnt….
Das Foto einer Überwachungskamera gibt erste Hinweise, dass Jannis von einem Mann mit einem großen Teddy auf dem Arm entführt wurde….
Doch eine richtige heiße Spur haben die Ermittler lange Zeit nicht…
Parallelen zu einem anderen Entführungsfall in Österreich werden deutlich, aber immer noch gibt es keinen Hinweis auf den Verbleib des Jungen….
Auf dem Cover von „Sommer bei Nacht“ steht Roman und diese Einordnung finde ich auch sinnvoll, denn von einem reinen Krimi möchte ich hier nicht sprechen.
Da ich bisher keine der vorherigen Bücher von Jan Costin Wagner gelesen habe, hatte ich anfänglich so meine Schwierigkeiten mit dem ungewohnten Erzählstil/Schreibstil. Zeitweise hatte ich das Gefühl, der Autor hat hier schon mal Regieanweisungen für eine geplante Verfilmung mit in die Handlung hineingeschrieben..
Zwar war Spannung von Anfang an gegeben, aber so mancher Einblick in die Gedankenwelt der Mitwirkenden war „unheimlich/erschreckend“. Große Schwierigkeiten und Bedenken hatte ich als ich gelesen habe, was so in den Köpfen der Ermittler vor sich geht….
Die Thematik der Handlung ist leider sehr aktuell und wer regelmäßig das Tagesgeschehen in den Medien verfolgt, kann im Buch Parallelen zu realen Kriminalfällen entdecken…
Fazit: Insgesamt vergebe ich hier drei von fünf Punkten, da ich für den ungewohnten Erzählstil und besonders für die „erschreckende“ Gedankenwelt der Ermittler hier zwei Punkte abziehe!

 

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Andrea Sawatzki: Andere machen das beruflich

Piper Verlag

Gundula Bundschuh nebst familiärem Anhang hat nach „Ihr seid natürlich eingeladen in „Andere machen das beruflich“ ihren kreativ-chaotischen vierten Auftritt!
Das Cover des Buches verrät schon mal, worum es inhaltlich diesmal geht. Gundula Bundschuh wird aus ihrem täglichen familiären „Chaos“ unfreiwillig in die Rolle einer Lehrerin katapultiert und das genau auf dem Gymnasium, wo auch ihre beiden Kinder zur Schule gehen. Ehe sie sich versieht soll sie mit einer Gruppe von Schülern Shakespeares „Sommernachtstraum“ auf die Bühne bringen, denn die 200-Jahr-Feier des Gymnasiums steht in Kürze an. Dass es sich um hier zumeist um Schüler/innen handelt, die in die Theater AG wegen „Fehlverhaltens“ strafversetzt wurden und hier eher unfreiwillig teilnehmen, erfährt Gundula nur so nebenbei….
Bevor Gundula ihren Auftritt vor der Klasse hat, vergeht einige Zeit, denn die erste Stunde verpasst sie auf der Schultoilette, da sie intensive Atemübungen durchführen muss um ihre Phobie vor großen Menschenansammlungen zu vertreiben, doch bis sie einigermaßen „startbereit“ ist, ist es bereits Abend geworden und ihre Schüler unverrichteter Dinge nach Hause gegangen….
Mehr zum Inhalt dieses sehr humorvollen Romans möchte ich nicht preisgeben, denn es lohnt sich wirklich dieses Buch zu lesen und eins kann ich garantieren, die Lachmuskeln bekommen hier reichlich viel Arbeit!
Da bereit einige der vorherigen Bücher der Reihe mit Andrea Sawatzki (es hätte auch niemand anders so passend spielen können!) als Gundula Bundschuh verfilmt wurden, hatte ich gleich beim Lesen die Personen auch bildlich vor Augen, so dass ganz schnell das „Kopfkino“ ansprang und ich mitten im Geschehen war…
Nachdem ich alle Bücher der Reihe gelesen habe, kommt es mir vor, als wenn ich Familie Bundschuh schon immer kenne und es war ganz leicht wieder an ihrem Alltag „teilzunehmen“!
Besonders gut gefällt mir der Erzähl/Schreibstil von Frau Sawatzki, denn wenn man mal in seine eigene Familie blickt, findet man sicherlich die eine oder andere Parallele bzw. sind die geschilderten Situationen „wie aus dem wirklichen Leben“ aufgeschrieben und mit viel Humor erzählt.
Ich habe beim Lesen herzhaft gelacht und freue mich auf die Fortsetzung der Reihe (man will doch wissen ob nun ein Hermann oder eine Petra „koooooooommt“) bzw. auf die Verfilmung dieses Buches, die wie man aus dem Klappentext erfährt, schon in Vorbereitung ist!
Fazit: Gelungener humorreicher Page-Turner, an dem man einfach nicht vorbei kommt!

Wer mal in eine Verfilmung des „Sommernachtstraums“ hineinschnuppern möchte, dem empfehle ich diese DVD

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