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Hjorth & Rosenfeldt: Die Früchte, die man erntet

Wunderlich

2018 hatte ich hier das sechste Buch der spannenden Thriller-Reihe mit dem Titel “Die Opfer, die man bringt“ vorgestellt, wo der Kriminalpsychologe Sebastian Bergman in seiner ganz besonderen „unsympathischen“ Art und Weise zur Topform auflief und einem One-Night-Stand nicht abgeneigt war…
Doch seitdem hat sich viel verändert, denn auch in der Buchreihe sind handlungsmäßig einige Jahre vergangen, genau wie in der Realität.
Die einstige Besetzung des Teams der Reichsmordkommission wird mittlerweile von Vanja Lithner geleitet und sie muss sich in ihrem ersten großen Fall behaupten, denn in der schwedischen Kleinstadt Karlshamn werden innerhalb kürzester Zeit drei Menschen durch einen Heckenschützen getötet. Die Ermittlungen gestalten sich anfangs schwierig, denn ohne Zeugen und eindeutige Verbindungen zwischen den Mordopfern muss jeder noch so kleine Puzzlestein umgedreht werden…
Sebastian Bergman ist nicht mehr Teil des obigen Teams, er arbeitet jetzt wieder als Therapeut. Sein einstiges ausschweifendes Liebesleben ist in ruhige „Gewässer“ gelangt und er genießt die Zweisamkeit mit Ursula, die weiterhin im Ermittler-Team arbeitet. Sein größtes Glück ist seine kleine Enkelin, mit der er gern Zeit verbringt. Allerdings kommen in letzter Zeit auch wieder Erinnerungen hoch, die ihn sehr schmerzlich an den tragischen Tod seiner Frau und kleinen Tochter erinnern.
Der Einstieg in „Die Früchte, die man erntet“ gelang mir etwas stockend, denn nach der langen Zeit, die zum vorherigen Buch vergangen war, hatte ich anfangs das Gefühl, manches von der Rahmenhandlung vergessen zu haben, ganz besonders was den Führungswechsel des Ermittler-Teams anging. Aber diese Umstrukturierung wird im Verlauf aufgeklärt, und auch sonst haben die beiden Autoren wieder „Hilfestellungen“ eingebaut, so dass ich dann doch wieder ins Geschehen eintauchen konnte.
Auch etwas ungewohnt „zahm“ kommt diesmal Sebastian Bergman rüber. Er hat eine Art 180°-Wandlung durchgemacht und ist kaum wiederzuerkennen. Da fehlt mir doch sein altes „Ich“, das hier leider nur ab und zu „aufflackert“!
Etwas enttäuschend bzw. zu vorhersehbar, ist der „Heckenschützenfall“, da man recht schnell weiß, wer hier das Böse verkörpert.
Dafür reißen die Autoren aber handlungsmäßig dann noch einmal das Ruder rum und wenden sich der „dunklen Seite“ von Teammitglied Billy Rosén zu, wo dann auch Sebastian Bergman wieder etwas Aufwind bekommt und einen wichtigen Teil im Geschehen übernimmt.
Ganz zum Schluss gibt es gleich zwei Cliffhanger, die suggerien, dass man auf eine Fortsetzung der Reihe hoffen darf!
Wie bereits oben ausgeführt, dauert es etwas bis hier die Handlung Fahrt aufnimmt und es richtig spannend wird. Die Kurve haben die beiden Autoren nochmal gekriegt, aber einen Punkt muss ich hier abziehen! Mir fehlt der „Unsympath“ Sebastian Bergman, denn diese mürrischen Dialoge und sein teils eigenwilles Benehmen machen doch auch diese unterhaltsame und spannende Thriller-Reihe aus!
Fazit: Ungewohnt „zahmer“ Sebastian Bergman-Einsatz, wo auch die spannungsgeladene Handlung erst recht spät wieder punkten kann!

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