TOP

Jens Henrik Jensen: SØG – Dunkel liegt die See

DAV

Nachdem ich die „OXEN-Reihe“ in der Hörbuchversion, vorgetragen von Dietmar Wunder, genossen habe, war ich gespannt, was mich bei „SØG– Dunkel liegt die See“ – übrigens dem Anfang einer Trilogie – erwartet.
Nun, zuerst einmal Britta Steffenhagen als Vorleserin, was schon mal ein großer Pluspunkt ist, denn ich kenne bereits ihre Stimme und ihre Ausdruckskraft beim Vorlesen aus einigen anderen Hörbüchern!
Die ungekürzte Lesung kommt auf über 15 Stunden und die haben es in sich:
Die Ermittlerin Nina Portland bekommt hier ihren ersten Auftritt. Sie lebt in Esbjerg in Dänemark und ist alleinerziehende Mutter eines Sohnes.
Während sie sich dienstlich in Estland aufhält, wird sie durch ein Foto eines Mannes an ihren ersten Arbeitstag als Kriminalassistentin im Jahr 1993 erinnert, wo am sie wegen eines Vorfalls ins Hafengebiet beordert hatte, ohne dass sie vorher ahnen konnte, in was für einen spektakulären Kriminalfall sie Einblick bekommen sollte:
Man hatte den russischen Seemann Vitali Romaniuk aus der Nordsee gefischt. Er erzählt davon, dass er zwei seiner Kameraden auf dem immer noch in der Nordsee treibenden Schiff in Notwehr getötet habe, die wiederum im Vorfeld die gesamte Besatzung durch Axthiebe getötet hätten. Obwohl man den Seemann sofort verhaftete und ihm nach sehr umfangreichen Ermittlungen auf dem Schiff –  wo man keine Leichen fand, nur die Spuren eines blutigen Massakers  – dann den Prozess machte, konnte man seine Version des Vorgangs an Bord nicht widerlegen und er verließ als freier Mann den Gerichtssaal….
… und nun meint Kommissarin Nina Portland besagten Vitali Romaniuk auf einem Bild der estnischen Polizei wiederzuerkennen…
Schon 1993 hatte Nina das Gefühl, dass das wirkliche Geschehen auf dem Schiff nicht ans Tageslicht gekommen ist, weswegen sie noch in Estland anfängt nach Vitali und nach der Wahrheit, was damals geschehen ist, zu suchen…
Was sich dann für eine weitreichende, über mehrere Länder erstreckende Handlung hier entwickelt, ist sehr wendungsreich, spannungsgeladen und unvorhersehbar.
Die Geschichte um das „Axtschiff“ hat einen realen Hintergrund, den Jens Henrik Jensen hier als Inspiration aufgegriffen hat. Obwohl es ihm wieder gelungen ist eine komplexe Geschichte zu erzählen, kann ich mit der Figur Nina Portland (noch) nicht so ganz „warm werden“ bzw. ihr(e) Verhalten/Motivation diesen „Fall“ zu lösen, stellenweise nicht ganz nachvollziehen. An die OXEN-Reihe reicht zumindest meiner Ansicht nach der erste Teil dieser Trilogie nicht heran (mal sehen wie es weitergeht), weswegen ich hier nur vier von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Durch die wunderbare, einfühlsame und wandelbare Stimme Britta Steffenhagens wird die Szenerie lebendig und es dauert nicht lange und man ist mitten drin im Geschehen, das spannungsgeladen, wendungsreich und unvorhersehbar ist!
Read More