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Michael Tsokos: Zerrissen

Knaur

Drei Jahre ist es her, dass ich hier „Zerbrochen“, den letzten sehr spannenden (True-Crime)- Einsatz von Dr. Fred Abel, vorgestellt habe.
Nun ist  „Zerrissen“ erschienen, wo der Rechtsmediziner und stellvertretende Leiter der BKA-Einheit für „Extremdelikte“ Dr. Abel erneut sein Können und Köpfchen bei gleich mehreren kniffligen Fällen beweisen muss/kann.
Ohne wirklich auf die einzelnen „Delikte“ genau einzugehen, hier nur ein kleiner Einblick ins Geschehen:
Gleich zu Beginn der Handlung stellten sich mir die Nackenhaare beim Lesen hoch, denn es geht direkt in die „Anlieferung“ eines Leichenschauhauses, wo es dann zu einem folgenschweren „Vorfall“ kommt…
Dr. Abel wird als Gutachter bei einem schweren Fall von Kindesmisshandlung hinzugezogen. Das kleine Mädchen liegt nach einem angeblichen Sturz im Koma. Doch sie weist Verletzungen auf, die keinesfalls zu einem Sturz passen. Die Mutter des Kindes gerät in den Fokus der polizeilichen Ermittlungen, doch die bleibt bei ihrer Aussage, dass sie ihre Tochter leblos auf dem Boden vorgefunden habe. Das prekäre an diesem Fall ist, dass das kleine Mädchen die Nichte von Abels Kollegin Sabine Yao ist, was zu Misstönen zwischen den beiden Kollegen führt….
Desweiteren geht es um eine grausam zugerichtete männliche Leiche, die in einem Boxsack eingenäht wurde…
Ein Drogen-Clan treibt sein mörderisches Unwesen in Berlin und einige Opfer landen dann in der Rechtsmedizin „auf dem Tisch“ von Dr. Abel und seinen Kollegen. Im Verlauf der Handlung gibt es Hinweise und Verzweigungen zu anderen Fällen, in die die Clan-Mitglieder verstrickt zu sein scheinen. Für Dr. Abel und die unmittelbar Beteiligten in diesen Fällen wird das Wissen um die Zusammenhänge der Taten zu einer ernstzunehmenden Bedrohung und dann lebensgefährlich, denn durch den Tod eines führenden Clan-Mitglieds schwören die „Familienmitglieder“ auf Rache…..
Erneut hat Michael Tsokos hier reale Fälle und Fiktion geschickt vermischt und daraus wieder einen sehr spannenden Thriller gemacht. Besonders die recht „anschaulichen“ Szenerien und der Einblick in die Welt der Rechtsmedizin lassen einen schon den einen oder anderen Schauer über den Rücken laufen. Ganz besonders die sich entwickelnde „Bedrohungslage“ war „spürbar“ und nachvollziehbar und sorgte bis zum Schluss für fesselnde Spannung. Nur etwas weniger „Fachjargon“ hätte es auch getan, wenn es z.B. um die ganzen Verletzungen der Opfer geht.  Nichtsdestotrotz habe ich dies Buch gern gelesen, mich spannend unterhalten gefühlt und wie bereits erwähnt, beim Lesen den einen oder anderen Gänsehaut-Effekt erlebt.
Fazit: Daumen hoch für diesen nervenaufreibenden spannenden True-Crime-Thriller!
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Catherine Shepherd: Moores Schwärze

Im Oktober vergangenen Jahres hatte ich hier den spannenden ThrillerKrähenmutter vorgestellt und resümiert, dass man sich den Namen der Autorin Catherine Sheperd unbedingt merken sollte, da sie einen sehr fesselnden Schreibstil hat.
Und nun gibt es neuen Lesestoff von ihr. InMooresschwärze lernt man die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz kennen, die zusammen mit Kommissar Florian Kessler hier das „Ermittler-Duo“ bildet.
Schon das Coverbild und der Titel der Geschichte lassen mir einen Schauer über den Rücken huschen, denn mit dem Wort „Moor“ verbinde ich immer etwas „Unheimliches und Angsteinflößendes“, dem man hier im Buch dann auch begegnet:
Ein Spaziergänger entdeckt die Leiche eines jungen Mädchens im Moor. Die Kleidung der Toten fehlt und der Mörder scheint den Leichnam drapiert zu haben. Als Julia die Leiche im Moor etwas genauer betrachtet, fällt ihr eine Tätowierung unterhalb des Bauchnabels auf, die vielleicht bei der Identifizierung hilfreich sein könnte…
Erzeugte der Tatort im Moor schon eine gewisse Angespanntheit, übertrifft der weitere Handlungsverlauf dann dies bei weitem, denn auf der Fahrt in die Rechtsmedizin verschwindet der Leichnam spurlos!
Auf der Suche nach Hinweisen und dem Verbleib der Mädchenleiche, fährt Julia noch einmal an den Fundort im Moor. Dort schaut sie sich in der weiteren Umgebung etwas um und ihr Blick bleibt an etwas hängen, dass dann im Verlauf zu einer weiteren Mädchenleiche führt, die wiederum unterhalb des Bauchnabels eine auffällige Tätowierung aufweist….
So mehr Einblick in die spannende und fesselnde Handlung gibt es von meiner Seite nicht, denn einmal angefangen zu lesen, kann man sich dem Buch kaum entziehen und wird sogartig ins Geschehen gezogen. Da kann es dann schon mal passieren, dass man die Zeit vergisst…
Neben den eigentlichen Ermittlungen in Sachen Tätersuche, die auch den Arbeitsbereich der Rechtsmedizinerin genau richtig dosiert beinhaltet, bekommt der Leser Einblick in die Welt der Opfer und ins Privatleben der beiden Hauptakteure. Durch geschickte Wendungen in der Handlung gibt es zwar den einen oder anderen Verdächtigen, aber der Mörder selbst taucht erst ganz zum Schluss aus den Nebenschwaden des Moore auf, was mir gut gefallen hat.
Was soll ich noch schreiben, ich kann hier nur meine Leseempfehlung aussprechen, da zum einen die Figuren klar gezeichnet und die teils gänzehauterzeugenden Ereignisse gut nachvollziehbar und fesselnd beschrieben sind, was einen beim Lesen die Zeit vergessen lässt, so dass ich hier von einem packenden Page-Turner sprechen möchte und ich hoffe es gibt bald „Nachschlag“ in Sachen Spannung!
Fazit: Spannung pur mit Gänsehaut-Momenten und ein tolles Ermittler-Duo zeichnen diesen lesenswerten Page-Turner aus!
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Michael Tsokos: Sind Tote immer leichenblass? – Die größten Irrtümer über die Rechtsmedizin –

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Wer sich auch schon mal die Frage die im Titel dieses Buches: „Sind Tote immer leichenblass?“ verankert ist,  gestellt hat, der bekommt sie hier von jemanden beantwortet, der es wissen muss, denn der Autor ist Professor für Rechtsmedizin und er leitet  an der Berliner Charité das Institut für Rechtsmedizin und gerichtliche und soziale Medizin.
Da der Herr Professor offenbar auch gern die eine oder andere Krimisendung im Fernsehen (z.B. den münsteraner „Tatort“) verfolgt oder auch Bücher dieses Genre liest, sind ihm offenbar immer wieder Fauxpas oder Irrtümer aufgefallen, die er nun in diesem Buch geraderücken möchte. Besonders den Unterschied zwischen dem Beruf des „Pathologen“ und „Rechtsmediziners“ erklärt Herr Tsokos bereits in seinem Vorwort und deckt  im Anschluss 40 Irrtümer auf bzw. beantwortet Fragen wie z.B. ob nach dem Tod die Nägel und Haare weiterwachsen…
Michael Tsokos ist es gelungen auch einen gewissen Humor mit in dieses Buch einfließen zu lassen, wie z.B. bei Irrtum Nr. 16, wo er der Frage nachgeht, ob Rechtsmediziner chronisch schlecht gelaunte Zyniker sind, wie sie oftmals in Krimi-Serien etc. dargestellt werden. Nicht nur der Text regt ab und zu zum Schmunzeln an, sondern auch die Zeichnungen von Christoph J. Kellner, die das Buch durchziehen.
Natürlich wird hier auch die titelgebende Frage geklärt und auch z.B. ob Mann/Frau sich selbst erwürgen kann…
Nun, wer sich für dieses Metier interessiert und/oder schauen möchte ob er den Filmemachern auch auf den Leim gegangen ist, die ja den Zuschauer nur wirkungsvoll unterhalten wollen oder sich „weiterbilden“ möchte, der ist hier genau richtig.
Gut verständlich geschrieben ist dies Taschenbuch auf jeden Fall und das der Professor für Rechtsmedizin auch Krimis schreiben kann, hat er auch bereits mehrfach bewiesen wie z.B. zusammen mit dem  bekannten Schriftsteller Sebastian Fitzek (der kommt hier übrigens auch in einem Teil des Buches vor) „Abgeschnitten“ und dann eigenständig, die Bücher „Zerschunden“ und „Zersetzt„, die auf realen Vorkommnissen beruhen. …
Fazit: Unterhaltsame, aber auch durchaus informative „Aufklärung“ bzw. Richtigstellung von Irrtümern aus dem Bereich der Rechtsmedizin

 

 

 

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