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Christoffer Carlsson: Unter dem Sturm

Rowohlt

Der Autor, Christoffer Carlsson wuchs an der Westküste Schwedens auf, genauer gesagt etwas außerhalb von Marbäck, wo auch die Handlung des Buches spielt. 2013 erhielt er für sein Buch „Der Turm der toten Seelen“ den schwedischen Krimipreis
Unter dem Sturm“ ist im Jahr 1994 angesiedelt und wird in unterschiedlichen Zeitebenen und aus verschiedenen Sichtweisen erzählt:
Es ist November und in dem kleinen Örtchen Marbäck brennt ein Haus lichterloh, während das Besitzerpaar Markström außer Haus ist und mit dem Leben davonkommt, wird später in den Überresten des Gebäudes die Leiche ihrer Tochter Lovisa gefunden. Doch Lovisa scheint nicht durch das Feuer zu Tode gekommen zu sein, denn die Polizei geht von Mord aus.
Der junge Polizist Vidar eilt  zum Brand um zu helfen, dabei entdeckt er im nahe gelegenen Wald den von Brandwunden übersäten, völlig erschöpften Edvard Christensson..
Schnell kursiert die Gerüchteküche im Ort, wo jeder jeden kennt und bald steht Edvard, der Freund der jungen Lovisa vor Gericht. Er bekommt lebenslange Haft, obwohl er immer seine Unschuld beteuert.
Edvards Neffe Isak ist sieben Jahre alt als der Brand passiert und sein geliebter Onkel aus seinem Leben verschwindet.
Während hinter vorgehaltener Hand es schon jeder „vorhergesehen“ hatte, dass es mal ein schlimmes Ende mit Edvard nehmen würde, kommt er doch aus einer Familie, wo häusliche Gewalt und Straftaten von Generation zu Generation immer wieder an der Tagesordnung sind, bleibt dies auch Isak nicht verborgen und er sorgt sich um seine Zukunft, denn er könnte ja auch „das Böse“ in sich haben…
Zwar gab es schnell einen Verurteilten im „Fall Lovisa“, aber so ganz schlüssig ist der Fall für Vidar auch nach zehn Jahren noch nicht und er stochert in den alten Akten herum, kommt aber zu keinem Ergebnis. Es vergehen weitere Jahre und Vidar beschäftigt sich gedanklich immer noch mit dem fragenaufwerfenden Fall, bis dann plötzlich Isaks Lebensgefährtin ihn um Hilfe bittet, da Isak spurlos verschwunden ist, nachdem er zuvor auf „etwas von damals“ gestoßen ist, was ihn „unruhig“ hat werden lassen…
So zusammengefasst, vermutet man eine interessante Krimihandlung, aber ganz ehrlich, ich hatte Schwierigkeiten dieses Buch zu lesen.  Zum einen konnte  mich der „ausgedehnte“ Erzählstil des Autors nicht begeistern. Aber auch wegen der an manchen Stellen, nicht sinnmachender Sätze (vielleicht bei der Übersetzung entstanden?), war das Lesen erschwert.
Die recht langatmig geratene Geschichte ist für mich kein fesselnder Krimi. Zwar ist der rote Faden mit dem Brand von 1994 immer erkennbar, aber es ist einfach zu viel an Handlung „nebenbei“, auch die Frage bezüglich „ist das Böse erblich“, die hier thematisiert wird, lenkt eher vom Geschehen ab, als das dies zur Spannungsbildung beiträgt. Die Gesamthandlung ordne ich eher als Roman mit eingewobenen Kriminalfall ein, weswegen ich hier auch nur drei von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Sehr ausgedehnter Erzählstil, zwar mit rotem Faden, aber ohne wirklich Spannung aufzubauen
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Johanna Mo: Nachttod

Heyne

Die Handlung von „Nachttod“ ist in Südschweden, genauer gesagt auf der Insel Öland angesiedelt. Es ist das Krimi-Debüt der Autorin und der erste Einsatz für die Polizistin Hanna Duncker, die sich von Stockholm auf ihre Heimatinsel Öland hat versetzen lassen, wo sie im Revier in Kalmar ihren Dienst beginnt. Ihren dortigen Vorgesetzten kennt sie aus ihrer Jugend, denn Ove Hultmark, war der Ermittler, der ihren Vater vor sechszehn Jahren wegen Mordes hinter Schloss und Riegel gebracht hatte. ..
Hanna und ihr neuer Kollege Erik Lindgren werden sofort in den Einsatz geschickt, denn an einem Rastplatz in der Nähe eines Moorsees wurde die Leiche eines Jugendlichen gefunden. Als Hanna und Erik die Leiche, die mit dem Rücken an einer Steinmauer lehnt, in Augenschein nehmen, entdecken sie eine Vielzahl an Blessuren am Körper des Jungen, dessen Kapuzenpullover blutdurchtränkt ist…
Dies ist der Ausgangspunkt der Ermittlungen, die Hanna dann in ihre Kindheit und Jugend katapultiert, denn die Mutter des toten Jugendlichen, war einst ihre beste Freundin…
Nicht nur auf dem Polizeirevier macht die Vergangenheit  Hannas „die Runde“ und führt zu Tuscheleien und Neugier bei den Kollegen, warum die Tochter eines Mörders nun wieder in ihre Heimat zurückgekehrt ist, wo sie alle kennen. Aber damit nicht genug, kaum in ihrem neuen Zuhause angekommen, bekommt sie merkwürdige Telefonanrufe, die dann bis zu Morddrohungen ausufern. Hanna selbst hüllt sich in Schweigen bzw. gibt nur recht wenig von sich preis, womit ihr aufgeschlossener und auf Menschen zugehender Kollege Erik anfänglich so seine Schwierigkeiten hat.
Erst einmal, das Buch liest sich gut, ist flüssig und anschaulich beschrieben, so dass Landschaft und Mitwirkende gut zu erkennen sind.
Mit der „Figur“ Hanna hatte ich etwas Schwierigkeiten, denn einerseits sie will unbedingt von Stockholm wieder in ihre alte Heimat, wo man ihre Vergangenheit als Tochter eines Mörders kennt. Andererseits hat sie dann aber vor Ort große Probleme sich dieser Tatsache zu stellen, igelt sich ein, und ist wortkarg und eigenbrötlerisch. Dass Hanna, viele der in der Handlung vorkommende Mitwirkende von früher gut kennt ist nachvollziehbar, aber dass sie diejenigen, die sich verdächtig gemacht haben, dann verhören/befragen darf, fand ich etwas unrealistisch.
In der Gesamtschau durchzieht die Frage, wer für den Tod des Jugendlichen verantwortlich ist, wie ein roter Faden das Geschehen. Bis es zu der Auflösung des Rätsels kommt, dauert es etwas und ist handlungsmäßig eher ein Sozialdrama, denn die anfängliche Spannung verliert sich in Ungewissheit, die aber dann bis zum Ende erhalten bleibt.
Nichtsdestotrotz würde ich gern die – wie bereits im Klappentext angekündigt – zwei weiteren Bücher um Hanna Duncker lesen und Abwarten, wie/ob die Figur sich weiterentwickelt und welche Kriminalfälle noch gelöst werden müssen.
Fazit: Lesenswertes Krimi-Debüt, das aber handlungsmäßig mehr in Richtung Sozialdrama geht
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Kommissar Wallander – Staffel 4

Edel Motion VÖ 21.05.21

Dies ist die finale Staffel der Kommissar-Wallander-Reihe, wo genau wie in der 3. Staffel Kenneth Branagh den Part des schwedischen Ermittlers übernommen hat:
Die weiße Löwin:
Kommissar Wallander ist in Kapstadt/Südafrika um dort einen Vortrag zu halten. Inga Hedemann ist eine Schwedin, die mit ihrem Mann dort lebt. Seit ein paar Tagen wird sie vermisst. Kurt wird von den südafrikanischen Kollegen gebeten, sich mit dem Ehemann zu unterhalten, da dieser die Behörden unter Druck setzt und meint, die örtliche Polizei tue nicht genug um seine Frau zu finden. Kurt lässt sich nicht lange bitten und er führt ein Gespräch mit dem aufgebrachten Ehemann. Doch dabei bleibt es natürlich nicht, denn obwohl von der Obrigkeit nicht gern gesehen, dauert es nicht lange und Wallanders Spürsinn und Neugier sind nicht mehr zu zügeln und er „ermittelt“ im heißen Kapstadt, was nicht ganz ungefährlich für ihn wird…
Lektionen der Liebe:
Ein ortsansässiger Motorradclub treibt sein Unwesen und davon bleibt auch der Kommissar nicht verschont..
Als man eine erstochene Frau in einer Wasserlache findet, stellt sich sehr schnell heraus, dass durch eine Grundstücksvermietung die Tote mit dem Motorradclub aneinandergeraten ist und es immer wieder Streit gab, ist dieser eskaliert?
Parallel dazu bekommt Wallander Besuch von seiner Freundin Baiba Liepa, was ihn sehr freut. Allerdings kann er diesen Besuch nicht richtig genießen, denn er hat gerade bei einem Arztbesuch eine niederschmetternde Diagnose gestellt bekommen. Er muss erst einmal selbst mit dieser neuen Situation zurechtkommen, weswegen er gedanklich nicht ganz bei der Sache ist, als er ein Restaurant verlässt und ihm ein  folgenschweres „Mißgeschick“ passiert, weswegen er vom Dienst suspendiert wird…
Der Feind im Schatten:
Da Wallander noch vom Dienst suspendiert ist, kann er sich mehr um seine kleine Enkelin kümmern, was ihn große Freude bereitet. Während er immer noch die richtigen Worte sucht um seiner Tochter Linda von seiner Erkrankung zu erzählen, kommt diese spontan zu ihm nach Hause und bittet ihn, nach ihrem verschwundenen Schwiegervater Håkan zu suchen. Da Kurt ja gerade nicht viel zu tun hat, verspricht er Linda sich der Sache anzunehmen. Im Verlauf stochert er in der militärischen Vergangenheit Håkans, der einst U-Boot-Kommandeur gewesen ist, wo es einige Ungereimtheiten gibt.  Während Håkan verschwunden bleibt, gräbt Kurt immer tiefer und stößt dabei auf ein gut gehütetes Familiengeheimnis….
Mit Staffel 4 der Kommissar-Wallander-Reihe heißt es Abschied nehmen!
Noch einmal schlüpft Kenneth Branagh in diese Rolle und in drei 90minütigen Folgen zeigt er noch einmal seine wunderbare Schauspielkunst! Die besonders zum Tragen kommt, als er den von Symptomen einer schleichenden Krankheit angeschlagenen Kurt Wallander verkörpert, was ihm gut und glaubhaft gelungen ist. Einmal mehr kann ich nur hervorheben, was für eine gelungene, spannend umgesetzte Bücherverfilmung hier gezeigt wird, die dann auch noch darstellerisch exquisit besetzt ist.
Fazit: Einfach nur gelungenes, sehenswertes Serien-Highlight, das darstellerisch hervorragend  besetzt ist und das man nicht verpassen sollte!

 

 

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Viveca Sten: Das Grab in den Schären

GoyaLit

Fall Nr. 10 für Kommissar Thomas Andreasson!
Die Lesung des Hörbuchs hat diesmal die Schauspielerin Katja Danowski übernommen:
Kommissar Andreasson wird auf die Schäreninsel Telegrafholmen geschickt, wo gerade Bauarbeiten für ein großes Ferienhausprojekt stattfinden. Doch nun wurden erst einmal alle Arbeiten  gestoppt, denn man hat dort nach einer Sprengung auf der Baustelle menschliche Knochen im Erdreich entdeckt…..
Während die Knochen geborgen werden, laufen die polizeilichen Ermittlungen schon auf Hochtouren, denn die Liste der vermissten Personen ist lang, kann dann aber im Verlauf auf zwei Frauen und einen Mann reduziert werden…
Nora Linde, Kommissar Andreassons Freundin aus Kindheitstagen hat in dieser Geschichte  natürlich auch wieder ihren Auftritt.  Allerdings geht es ihr psychisch nicht sonderlich gut und sie ist bereits einige Zeit krankgeschrieben. Grund dafür sind die Ereignisse aus „Flucht in die Schären“, die ihr immer noch zu schaffen machen. Sie leidet sie unter wiederkehrenden Alpträumen und Angstzuständen. Um sich von ihren Ängsten abzulenken, ermittelt sie auf eigene Faust in Sachen „Knochenfund“, was allerdings gegen die Vorschriften ist und auch beim Kommissar nicht sonderlich gut ankommt…
War schon beim eben erwähnten letzten spannenden Buch der Reihe der Erzählstil der Autorin etwas anders als sonst, lässt Viveca Sten in „Das Grab in den Schären“ nun die „vermissten Personen“ zu Wort kommen und sie aus ihrer Sicht erzählen, was zu ihrem Verschwinden geführt hat, so dass aus verschiedenen Sichtweisen/Handlungssträngen sich langsam eine sehr spannende Gesamthandlung zusammenfügt, was mir gut gefallen hat.
Auch erst ganz am Schluss wird das Rätsel gelüftet, um wen es sich bei den sterblichen Überresten handelt, weswegen fesselnde Spannung von Anfang bis Ende gegeben ist und der Autorin ist erneut ein sehr spannender, unvorhersehbarer Krimi gelungen! Toll!
Nur etwas wehmütig bin ich, da man den bewährten Sprecher Stephan Schad „ausgetauscht“ hat, da ich mit seiner Stimme und seiner gekonnten Vortragsweise auch seit langem die Krimis von Vivica Sten verbinde. Aber das nur am Rande, denn nichtsdestotrotz bekommt dieser Kriminalfall von mir die volle Punktzahl und ich hoffe die Reihe wird fortgesetzt!
Fazit: Unvorhersehbar, spannend und fesselnd bis zum Schluss, weswegen man dieses Hörbuch nicht verpassen sollte!
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Ben Tomasson: Forsberg und das verschwundene Mädchen

Droemer Verlag

Dies ist Kommissar Frederik Forsbergs erster Auftritt, aber nicht das „Schreib-Debüt“ des Autors, denn Ben Tomasson hat bereits einige Krimis veröffentlicht, u.a. als Co-Autor der Sabine-Kaufmann-Reihe gemeinsam mit Daniel Holbe.
Die Geschichte „Forsberg und das verschwundene Mädchen“ spielt in Schweden in der Landschaftsidylle des Göteburger Schärengartens, genauer gesagt auf der kleinen Insel Kalvsund, wo die zwölfjährige Lisbet Larsson mit ihren Eltern lebt. Die Mittsommerfestivitäten sind in vollem Gange und überall herrscht vergnügtes Treiben, auch Familie Larsson ist darunter…
In der Skogome-Haftanstalt herrscht große Aufregung, denn Carl Kroon, ein verurteilter Sexualstraftäter ist von einem Freigang nicht mehr zurückgekehrt und nun auf der Flucht….
Frederik Forsberg wird mit der Suche nach ihm beauftragt. Er bekommt ein auf die Schnelle zusammengewürfeltes Team, dessen Mitglieder alle aus den unterschiedlichsten Gründen beruflich in Schieflage geraten sind, aber das interessiert Forsberg im Moment am wenigsten, da die Ergreifung Kroons im Vordergrund steht.
Rune Dahlberg lebt nach seiner Haftverbüßung wieder auf seiner Heimatinsel Kalvsund. Auch er wird als Sexualstraftäter in den Polizeiakten geführt und nicht nur dieser Umstand macht ihn für Kommissar Forsbergs Ermittlungen interessant, sondern das Hauptaugenmerk liegt auf dem zeitlichen Zusammenhang seiner Haftzeit in Skogome, wo er unter dem „Schutz“ von Carl Kroon seine Strafe verbüßte, weswegen die Vermutung naheliegt, dass Kroon nun seinerseits „Hilfe“ bei Rune Dahlberg einfordert und er nach Kalvsund geflüchtet ist….
Während die Ermittlungen im Fall Kroon auf Hochtouren laufen, verschwindet die kleine Lisbet spurlos. Als man dann noch im Haus von Dahlberg Spuren von Kroon findet und auf dem Grundstück ein Kleidungsstück von Lisbet, muss befürchtet werden, dass Kroon rückfällig geworden ist und Lisbet entführt hat….
Die Gesamthandlung ist vielschichtig. Durch den besonders fesselnden Erzählstil des Autors, fliegen die Seiten nur so dahin. Es liegt eine düstere Anspannung über der ganzen Szenerie. Während die fieberhafte Suche nach Kroon und Lisbeth die kleine Insel und das Team um Forsberg in Atem hält, werden die Familienmitglieder und der Freundes- und Bekanntenkreis durchleuchtet. Nicht nur die Ermittler haben alle ihr Päckchen zu tragen, sondern auch bei Familie Larsson liegt einiges im Argen, weswegen im Verlauf sogar Lisbets Vater in den Fokus der Ermittlungen rückt…
Ich habe diesen Krimi gern gelesen, der Autor spielt mit der Fantasie der Leser und man taucht in seelische Abgründe ein. Da eigentlich jeder im Verlauf hier etwas zu verbergen hat, tappt man bis zum Schluss im Dunkeln und erfährt erst nach einem nervenaufreibenden Showdown wer oder was hier „das Böse“ verkörpert! Genau das hat mir besonders sehr gut gefallen!  Die Szenierie wird bildhaft geschildert und die schöne Landschaftskulisse ist trügerisch und lässt viel Raum für Vermutungen, so dass alles in allem wendungsreich und unvorhersehbar bleibt, weswegen ich hier die volle Punktzahl für diesen rundum gelungenen sehr spannenden Krimi vergebe und hoffe, dass es bald eine Fortsetzung der Reihe gibt!
Fazit: So muss ein Krimi sein! Spannend, ungemein fesselnd, wendungsreich und unvorhersehbar! 

 

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Gustav Skördeman: Geiger

Lübbe

Die Handlung beginnt im Haus der bekannten Fernseh- und Entertainer-Legende Stellan Broman, der in ganz Schweden als „Onkel Stellan“ bekannt ist. Seine rauschenden Feste, wo sich Prominente aus allen Bereichen des Showbusiness, aber auch hohe Politiker aus dem In- und Ausland trafen, sind legendär. Er ist mittlerweile seit vielen Jahren aus dem Showgeschäft heraus und genießt nebst Ehefrau Agneta seinen Ruhestand. Gerade sind die Enkelkinder von ihren Eltern abgeholt worden und es kehrt wieder Ruhe im Hause Broman ein. Doch die ist nur von kurzer Dauer, denn das Telefon klingelt. Als Agneta den Hörer abnimmt, ertönt das Wort „Geiger“ und die Idylle ist dahin….
Agneta hat es plötzlich eilig, sie holt aus einem Versteck eine Waffe, die sie kurze Zeit später auf den Hinterkopf ihres Mannes richtet und abdrückt. Dann verlässt sie das Haus….
Kommissarin Sara Nowak wird von einer Kollegin um Mithilfe gebeten und zu einem Tatort gerufen…
Als Sara die Adresse hört, ist sie elektrisiert, denn sie hat dort die meiste Zeit ihrer Kindheit verbracht, da ihre alleinerziehende Mutter als Haushaltshilfe bei der Familie Broman angestellt war. Sara und sie wohnten auf dem Grundstück und Bromans Töchter Lotta und Malin waren lange Zeit ihre Spielkameradinnen gewesen.
…. und dann betritt Sara das Haus. Die Zeit scheint stehengeblieben zu sein, obwohl sie schon lange nicht hier war, ist alles noch so wie früher –  nur dass nun Stellan Broman erschossen in einem Sessel sitzt….
Im Verlauf der Handlung wird aus dem umjubelten Entertainer, dann jemand, der offenbar eine sehr dunkle Seite hatte, was nicht nur bei Sara Nowak für Entsetzten sorgt, sondern den Mord an „Onkel Stellan“ plötzlich in ein ganz anderes Licht rückt….
Das Buch liest sich gut und den Beginn der Geschichte fand ich interessant und spannend. Doch dann tauchen recht schnell Worte wie „Spionage, kalter Krieg etc.“ auf, was zu einem recht umfangreichen Handlungsteil führt, wo der Autor Zusammenhänge erklärt und auf das politische Geschehen in der damaligen Zeit eingeht, was zwar einerseits hilfreich für das bessere Verstehen ist, andererseits aber den Spannungsbogen abflachen lässt, zumal man auch noch die vielen undurchsichtigen Mitwirkenden richtig einordnen muss…
Keine der „Hauptfiguren“ war mir sonderlich sympathisch und die „dunkle Seite“ des Mordopfers überraschte mich dann auch nicht sonderlich. Auch was sonst noch „aufgedeckt/enttarnt“ wurde, hatte ich schon recht schnell vermutet und lag dann letztendlich auch richtig.
Da dies ja das Debüt einer mehrteiligen Reihe ist, möchte ich von den oben erwähnten „Unebenheiten“ aber noch erst absehen und den weiteren Verlauf im nächsten Buch abwarten, so dass ich hier drei von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Wendungsreiches, aber eher durchschnittliches Thriller-Debüt
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Kommissar Wallander – Staffel 3

Edel Motion VÖ 19.03.21

Lange brauchten die Fans der Reihe nicht auf eine Fortsetzung warten, denn nach „Staffel 1“ im November 2020 und „Staffel 2“ im Januar 2021 gibt es nun drei weitere Buchverfilmungen von Henning Mankell unter dem Titel „Kommissar Wallander – Staffel 3“:
Ein Mord im Herbst:
Zu Beginn der Handlung beziehen Kurt Wallander und seine Lebensgefährtin Vanja nebst dem kleinen Peter und dem Hund Jussi ein Häuschen mit Blick auf die Ostsee. Während die „Menschen“ drinnen arbeiten, erkundet Jussi den Vorgarten und es dauert nicht lange, da findet er menschliche Knochen…..
Wäre dies nicht schon genug Trubel und Aufregung während der Kommissar sein neues Haus bezieht, da muss er sich parallel auch noch mit neuen Fall befassen, denn am Strand bei Ystad wird ein angespülter abgetrennter weiblicher Arm gefunden. Durch ein Schmuckstück daran führen die Ermittlungen zu einer Ostseefähre, die zwischen Schweden und Polen hin- und herfährt…
Hunde von Riga:
Mittlerweile lebt Kurt Wallander wieder allein. Durch ein auf der Ostsee in Küstennähe treibendes Schlauchboot mit zwei auffällig tätowierten männlichen Leichen kommt ein Major Karlis Liepa – ein letterischer Kriminalkommissar – aus Riga nach Ystad. Er kann die toten Männer als einschlägig bekannte lettische Drogenkuriere identifizieren, weswegen er bald wieder abreist…
Kaum in Lettland angekommen, wird Major Liepa auf brutalste Weise ermordet. Für Wallander ist es selbstverständlich die offenen Ermittlungen in Riga fortzusetzen bzw. den Kollegen vor Ort „behilflich“ zu sein, weswegen er sich sofort auf den Weg macht. Doch die „Ermittlungen“ dort gestalten sich so ganz anders als erwartet und bald weiß Wallander nicht mehr, wem er noch trauen kann, nur Karlis Witwe Baiba ist ihm wohlgesonnen, denn auch sie will wissen, wer ihren Mann getötet hat….
Vor dem Frost
Dieser Fall setzt sich aus vielen verschiedenen Puzzleteilchen zusammen: Plötzlich taucht bei Wallander zuhause Anna, eine Jugendfreundin seiner Tochter Linda auf.  Sie wirkt gehetzt und verwirrt. Kaum dass Wallander sein Telefon in die Hand genommen hat, um Annas Mutter zu kontaktieren, ist die junge Frau wieder spurlos verschwunden. Und das bleibt sie auch….
Brennende Schwäne über einem Waldsee, eine vermisste Kartographin, ein entflohener Psychiatrie-Insasse und kurz hintereinander stattfindende bizarre Selbstmorde sind weitere Teile dieses Puzzles, das Wallander und sein Team Stück für Stück zusammensetzen müssen, um diesen komplexen Fall zu lösen…..
Was soll ich noch sagen, auch diese Staffel ist spannend und fesselnd gelungen und erneut nah an den „Vorlagen“, die der verstorbene schwedische Autor Henning Mankell geschrieben hat. Die raue Küstenlandschaft dient als Kulisse und man hat das Gefühl, der Autor hatte sie genau so vor Augen, als er seine Krimis schrieb.
Auch diesmal wird der zuletzt etwas melancholische Kurt Wallander wieder bravourös von Kenneth Brannagh verkörpert. Das ihn umgebene gut besetzte Schauspiel-Ensemble hat durch die gleichbleibende Rollenbesetzung einen guten Wiedererkennungswert, so dass man gleich wieder mitten im Geschehen ist und das Dargebotene genießen kann.
Hier gibt es schon mal einen kleine Vorgeschmack auf die 3. Staffel: Trailer
Fazit: Auch Staffel 3 der Wallander-Reihe hält das hohe Niveau an Schauspielkunst und punktet erneut mit passender Kulisse, gelungener Buchverfilmung  und spannender Unterhaltung! Bitte weiter so!
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